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Sonntag, 3. Mai 2015

Der Fiffy vom Dienst: Kai Ambos auf Zuruf

Das Auswärtige Amt und sein Chef Steinmeier sind die letzten Tage als das entlarvt worden, was sie
sind: Deppen. 

Nach einer katastrophalen Syrien-Politik und diversen peinlichen öffentlichen Auftritten ihrer "Experten" vom Dienst, die noch von der Unterstützung der "syrischen Opposition und Rebellen" sprachen, als die Öffentlichkeit bereits wusste, dass es sich bei diesen um Al-Kaida und ISIS-Terroristen handelte, outete sich zuletzt Außenminister Steinmeier zudem als Pressesprecher Ankaras und leugnete öffentlich den armenischen Genozid. 

Dabei blieb es jedoch nicht. Nachdem er eine schallende Niederlage seitens des Bundespräsidenten Gauck und des Bundestags erleben musste, die ohne Relativierungen und Umschweifungen den Genozid an den Armeniern anerkannten, zog er seinen letzten Joker aus den Ärmeln und instrumentalisierte den Holocaust. Die Frage war, gegen wen?

Diese Methode war vor 10 Jahren möglicherweise äußerst erfolgreich. Die Welt hat sich allerdings weitergedreht. Der deutsche Diskurs in Gesellschaft und Wissenschaft hat sich weiterentwickelt. Wer immer noch auf der Stelle tritt, ist Steinmeier und sein Auswärtiges Amt. Sie haben es nicht begriffen und so wie es scheint, werden sie es auch nicht begreifen. Ihr beschränktes und unbewegliches Weltbild ist an ihre Grenzen gestoßen. Daher verwundert es nicht, dass sich nunmehr einige ihrer Fiffys zu Wort melden, so unter anderem Kai Ambos. Ein deutscher Richter, der ab und an das Völkerstrafgesetzbuch kommentiert. 

Amboss kennt weder die Faktenlage um den armenischen Genozid, noch hat er jemals ein Dokument über die Verbrechen gelesen. Wahrscheinlich hat er nicht einmal eines der vielen Fernseh-Dokumentationen gesehen, die teilweise auf Dummie-Niveau darstellen, was den Armeniern durch die osmanische Regierung widerfahren ist. 

Der wissenschaftliche Stand der Genozidforschung...Geschenkt! Ambos weiß es besser. Die überschießende Innentendenz der Völkermordabsicht sei nicht bewiesen. PUNKT. Er verschweigt, dass dies die richterliche Überzeugung eines deutschen Richters, also seine persönliche Meinung ist, der sich noch nie ein Archiv-Dokument, geschweige denn Sekundärliteratur über die Vernichtung der Armenier angesehen hat. 

Peinlich für Amboss. Erbärmlich für Steinmeier. Steinmeier gehört endgültig gefeuert! 

Gastbeitrag: Völkermord

Montag, 20. April 2015

ZAD: Außenminister Steinmeier verharmlost türkischen Genozid an Armeniern



PRESSEMITTEILUNG

Köln, 20.04.2015

Außenminister Steinmeier verharmlost türkischen Genozid an Armeniern

Appell an Bundeskanzlerin Merkel den Völkermord anzuerkennen

Außenminister Steinmeier forderte in den vergangenen Tagen die Bundestagsfraktionen auf, den Genozid an den Armeniern nicht als solchen zu bezeichnen, um u.a. einen „Dialog zwischen Türken und Armeniern nicht zu gefährden“.

„Herr Steinmeier sollte endlich davon abkehren weiterhin als Advokat Ankaras aufzutreten. Diese Haltung unterstützt lediglich die aggressive türkische Politik gegenüber den christlichen Gemeinschaften in der Türkei“, sagt Dr. Nazareth Agheguian, Vorstandsvorsitzender des ZAD.

In Deutschland agieren indessen nationalistische und rechtsradikale türkische Verbände gegen die Anerkennung und Aufarbeitung des armenischen Genozids. Am 26.April findet zeitnah zum Gedenktag am 24. April in der Oberhausen-Arena eine Großveranstaltung mit 10.000 Anhängern der türkischen rechtsradikalen Grauen Wölfe („Ülkücü“) statt.

„Außenminister Steinmeier hat die politische Dimension der Genozidleugnung offenbar nicht verstanden. Seine außenpolitischen Konzessionen an Ankara fördern den türkischen Rechtsradikalismus in Deutschland“, sagt RA’in Madlen Vartian, stv. Vorsitzende des ZAD. „Seine Position ist unhaltbar und wird den Anforderungen an eine Zuwanderungsgesellschaft nicht gerecht.“

Der Vorstand des ZAD appelliert an die Bundeskanzlerin sich denjenigen Bundestagsabgeordneten anzuschließen, die den Genozid an den Armeniern am 24. April im Deutschen Bundestag anerkennen wollen.


Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland e.V.

Pressekontakt:

Madlen Vartian

stv. Vorsitzende des ZAD

Kontakt: 0221 – 16 86 3001

Mobil: 0178 – 81 81 002

Email: vorstand@zentralrat.org

Sonntag, 19. April 2015

Gülen erkennt Genozid an den Armeniern an?


Die Information ist sensationell. Fethullah Gülen soll als junger Prediger im Jahr 1965 den armenischen Patriarchen von Istanbul, Erzbischof Schnork Kalustyan, angeschrieben und den großen Völkermord (!), der dem armenischen Volk, den Kinder des großen Propheten Jesus Christus, durch ignorante Muslime verübt wurde, verurteilt haben. In dem von Gülen unterzeichneten Schreiben heißt es wörtlich: 

"Ich komme nicht umhin, den großen Völkermord an den Armeniern zu verurteilen und zu verfluchen. Ich lese derzeit mit höchster Sensibilität, wie viele ehrenwerte und großartige Menschen ermordet und massakriert wurden und gedenke ihrer mit großem Respekt. Ich verurteile die Ermordung der Kinder unseres großen Propheten Jesus Christus, dem armenischen Volk, durch diese sogenannten Muslime."

Es stellt sich die Frage, welche Haltung Fethullah Gülen und seine Bewegung derzeit einnehmen, die des Revisionismus oder der Wahrheit. 

“…I can not continue without condemning the genocide perpetrated against Armenians in 1915. I commemorate the victims of Genocide with a deep respect," said Gülen in the letter written to Archbishop Shinork Kalusyan, the former Armenian Patriarch of Istanbul on May 6,1965.“I condemn with indignation and abhorrence the massacre of children of your great Prophet Jesus Christ by some ignorant people who think they are Muslim." 
Muslim cleric Gülen recognizes Armenian genocide: letter

"Fethullah Gülen'in 1965'te Ermeni Patriği'ne yazdığı mektup: Gülen kendi imzasını taşıyan mektupta aynen şöyle diyor: Çocukluk ve meslek hayatımda tanıdığım birçok Ermeni aile ve şahsiyet vardır. 1915 yılında Ermenilere yapılan büyük soykırımını lanetle yadetmekten geçemeyeceğim. Öldürülen katledilen insanların içerisinde ne kadar büyük insanların bulunduğunu derin bir hassasiyetle okuyor onları saygıyla anıyorum. Büyük Peygamberiniz'in Hz. İsa Aleyhisselam'ın çocuklarının Müslüman geçinen cahil insanlar tarafından katledilmesini esefle kınıyorum."
"Büyük soykırım"
http://www.yenisafak.com.tr/gundem/buyuk-soykirim-2117111

"The Gülen Movement has made donations to Robert Menendez, a U.S. Senator from the state of New Jersey known for spearheading efforts for the United States' official recognition of the so-called Armenian genocide."
Gülen linked to Armenian Genocide bill
http://www.dailysabah.com/nation/2014/04/14/gulen-linked-to-armenian-genocide-bill

Donnerstag, 16. April 2015

Wissenschaft im Einsatz: 150 deutsche Wissenschaftler fordern Anerkennung des Genozids an Armeniern

Prof. Dr. Mihran Dabag, Direktor des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung RUB

Offener Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags

Anerkennung jetzt - Keine Relativierung des Genozids an den Armeniern


Wir, die Unterzeichnenden, appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags:Vergeben Sie die historische Chance nicht, den Opfern, den Überlebenden und den Nachfahren des Völkermords an den Armeniern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Bereits 100 Jahre liegt der Beginn des Völkermords an der armenischen Bevölkerung des Osmanischen Reichs zurück: Was mit der Vertreibung der armenischen Intellektuellen und Notabeln aus Konstantinopel am 24. April 1915 begann, endete im massenhaften Sterben von schätzungsweise 1,5 Millionen armenischen Männern, Frauen und Kindern in den Tälern der nordsyrischen Wüsten. Die planvolle Vernichtung der Armenier, die auch die Verfolgung und Ermordung der syro-aramäischen Christen einschloss, hatte viele Gesichter: Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Vergewaltigungen und Plünderungen während der Todesdeportationen kennzeichneten die Jahre 1915/16 ebenso wie Folterungen und Massaker unsagbarer Grausamkeit und Gewalt.

Auch 100 Jahre nach dem Genozid scheint es, als ob der Deutsche Bundestag sich nicht dazu durchringen wird, die Vernichtung der Armenier beim Namen zu nennen. Dies wäre ein Zugeständnis an die offizielle Position der türkischen Regierung. Es wäre eine Einwilligung in die Politik der Leugnung. Es wäre zudem eine Absage an die Chance, nationalistische Weltanschauungen und Geschichtsentwürfe, die auch in der deutschen Migrationsgesellschaft keimen, zu überwinden. Es wäre nicht zuletzt eine aktive Fortsetzung der Verweigerung, es den Nachkommen der Überlebenden zu ermöglichen, eine Geschichte, Identität, Tradition und Überlieferung in Deutschland zu leben.

Das Erinnern an die Opfer des Völkermords an den Armeniern bedarf in besonderer Weise der öffentlichen Anerkennung. Diese Anerkennung muss auch die eindeutige Benennung des Geschehens einschließen.

Der 100. Gedenktag an den Völkermord an der armenischen Bevölkerung des Osmanischen Reichs ist ein angemessener Anlass für den Deutschen Bundestag, sich vor den Opfern zu verneigen und bei den Nachfahren der Überlebenden um Entschuldigung zu bitten: für die unerträgliche Ignoranz, mit der man die Ereignisse geschehen ließ, von denen die deutsche Reichsregierung als Bündnispartner des Osmanischen Reichs durch ihre Diplomaten und Offiziere zu jedem Zeitpunkt vollständig unterrichtet gewesen ist. Zahlreiche nationale Parlamente, darunter das französische, schwedische und jüngst das niederländische, haben ebenso wie das Europäische Parlament in Resolutionen und Beschlussfassungen den Genozid an den Armeniern klar benannt und damit gezeigt, dass eine moralische Haltung nicht Opfer außenpolitischer Opportunitäten werden muss.

Auch dem Deutschen Bundestag stünde eine solche Haltung gut zu Gesicht. Die Benennung der jungtürkischen Politik als systematische, intentional geplante und durchgeführte, somit also genozidale Vernichtungspolitik ist der einzige Weg, der Erinnerung und Forschung, dem Gedenken und dem Weiterleben einen Raum zu bereiten.

Wo Leugnung seit 100 Jahren eine politische Strategie ist, ist Anerkennung keine rhetorische Aufgabe. Anerkennung ist der Entschluss zur unzweideutigen gesellschaftspolitischen Haltung, die Geschichte und Erinnerung der in Europa lebenden Nachkommen der Überlebenden zu schützen. Denn das „Nein“ zur Anerkennung verweigert nicht nur die Akzeptanz einer geschichtlichen Tatsache, sondern trägt aktiv zur Kontinuität einer Politik bei, die sich von der Diskriminierung und Repression von Minderheiten nicht distanziert.

Die Unterzeichnenden rufen die Abgeordneten des Deutschen Bundestags dazu auf, der Geschichtsklitterung ein Ende zu bereiten, mit der Anerkennung der Vernichtung als Genozid den Opfern ihre Würde zurückzugeben und ihre Nachfahren von der unerträglichen Bürde der Nachweisführung zu entlasten.



Unterzeichner:

Prof. Dr. Dr. Heinz Abels (Hagen)
Dr. Hülya Adak (Istanbul)
Prof. Dr. Elmar Altvater (Berlin)
Prof. Dr. Manfred Aschke, (Gießen/Potsdam)
Dr. Bilgin Ayata (Berlin)
Prof. Dr. Aleida Assmann (Konstanz)
Prof. Dr. Jan Assmann (Heidelberg/Konstanz)
Prof. Dr. Klaus J. Bade (Osnabrück)
Prof. Dr. Boris Barth (Konstanz)
Dr. Seyhan Bayraktar (Zürich)
Prof. Dr. Frank Becker (Duisburg-Essen)
Prof. Dr. Wolfgang Beilenhoff (Bochum/Peleschjans)
Dr. Tayfun Belgin (Hagen)
Dr. Nicolas Berg (Leipzig)
Dr. Alice von Bieberstein (Cambridge)
Prof. Dr. Natalie Binczek (Bochum)
Prof. Dr. Wilhelm Bleek (Bochum/Toronto)
Prof. Dr. Manuel Borutta (Bochum/Essen)
Prof. Dr. Peter Brandt (Hagen)
Prof. Dr. Christina von Braun (Berlin)
Dr. Medardus Brehl (Bochum)
Prof. Dr. Micha Brumlik (Frankfurt am Main/Berlin)
Prof. Dr. José Brunner (Tel Aviv)
PD Dr. Ralph Buchenhorst (Halle-Wittenberg)
Dr. Peter Carrier (Braunschweig)
Prof. Dr. Mihran Dabag (Bochum)
Prof. Dr. Iris Därmann (Berlin)
Prof. Dr. Dan Diner (Jerusalem/ Leipzig)
Prof. Dr. Jürgen Ebach (Bochum)
Prof. Dr. Andreas Eckert (Berlin)
Dr. Andreas Eckl (Bochum)
Prof. Dr. Wolfgang Eßbach (Freiburg)
PD Dr. Richard Faber (Berlin)
Friederike Faß (Schwerte)
Prof. Dr. Manfred Frank (Tübingen)
Prof. Dr. Norbert Frei (Jena)
Dr. Stefan Friedrich (Lüneburg)
Prof. Dr. Heidrun Friese (Chemnitz)
Prof. Dr. Hajo Funke (Berlin)
Dr. Detlef Garbe (Hamburg)
Prof. Dr. Hacik Raffi Gazer (Erlangen-Nürnberg)
Dr. Jan Gerchow (Frankfurt am Main)
Prof. Dr. Constantin Goschler (Bochum)
Prof. Dr. Ruth Großmaß (Berlin)
Dr. Kurt Gruenberg (Frankfurt am Main)
Dr. Christian Gudehus (Bochum)
Prof. Dr. Dieter Haller (Bochum)
Prof. Dr. Ludger Heidbrink (Kiel)
Prof. Dr. Drs. h.c. Armin Heinen (Aachen)
Prof. Dr. Hans-Joachim Heintze (Bochum)
Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer (Bielefeld)
Prof. Dr. Hans Günter Hockerts (München)
Prof. Dr. Stefan-Ludwig Hoffmann (Berkeley)
Prof. Dr. Lucian Hölscher (Bochum)
Prof. Dr. Axel Honneth (Frankfurt am Main)
Prof. Dr. Jochen Hörisch (Mannheim)
Dr. Rolf Hosfeld (Potsdam)
Prof. Dr. Dr. h.c. Bischof a.D. Wolfgang Huber (Berlin)
Prof. Dr. Jörg Hübner (Bad Boll)
Prof. Dr. Andreas Huyssen (New York)
Dr. Stefan Ihrig (Jerusalem)
Prof. Dr. Traugott Jähnichen (Bochum)
Prof. Dr. Oliver Janz (Berlin)
Prof. Dr. Nikolas Jaspert (Heidelberg)
Dr. Günther Jikeli (Paris)
Prof. Dr. Antje Kapust (Bochum)
Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan (Villingen-Schwenningen)
Prof. Dr. Wolfgang Knöbl (Hamburg)
Prof. Dr. Waltraud Kokot (Hamburg)
Prof. Dr. Christopher Kopper (Bielefeld)
Prof. Dr. Yavuz Köse (Hamburg)
Pfarrer Friedrich Kramer (Wittenberg)
Prof. Dr. Johann Kreuzer (Oldenburg)
Prof. Dr. Gerd Krumeich (Düsseldorf/Freiburg i. Br.)
Prof. Dr. Joseph A. Kruse (Berlin)
Dr. Philipp Kuntz (Bochum)
Dr. Thorsten Latzel (Frankfurt am Main)
Prof. Dr. Stephan Laux (Trier)
Dr. Stephan Lehnstaedt (Warschau)
Prof. Dr. Fabian Lemmes (Bochum)
Prof. Dr. Jörn Leonhard (Freiburg i. Br.)
Prof. Dr. Martin Leutzsch (Paderborn)
Dr. Kerstin von Lingen (Heidelberg)
Prof. Dr. Otto Luchterhandt (Hamburg)
Prof. Dr. Christoph Marx (Duisburg-Essen)
Prof. Dr. Paul Mecheril (Oldenburg)
Prof. Dr. Norbert Mecklenburg (Köln)
Prof. Dr. Käte Meyer-Drawe (Bochum)
Prof. Dr. Andreas Nachama (Berlin)
Prof. Dr. Michael Naumann (Berlin)
Prof. Dr. Susan Neiman (Potsdam)
Prof.Dr. Christoph K. Neumann (München)
Prof. Dr. Johannes Niehoff-Panagiotidis (Berlin)
Prof. Dr. Lutz Niethammer (Jena)
Prof. Dr. Jürgen Osterhammel (Konstanz)
Prof. Dr. Anja Pistor-Hatam (Kiel)
Dr. Kristin Platt (Bochum)
Prof. Dr. Dieter Pohl (Klagenfurt)
Prof. Dr. Andrea Polaschegg (Berlin)
PD Dr. Alexandra Przyrembel (Essen)
Dr. Christin Pschichholz (Potsdam)
Dr. Dieter Rammler (Braunschweig)
Prof. Dr. Sina Rauschenbach (Potsdam)
Prof. Dr. Sven Reichardt (Konstanz)
Prof. Dr. Stefan Reichmuth (Bochum)
Dr. Miriam Rürup (Hamburg)
Prof. Dr. Jörn Rüsen (Essen)
Dr. Reyhan Şahin (Hamburg)
Dr. Gerhard Scharbert (Berlin)
Prof. Dr. Julius H. Schoeps (Potsdam)
Prof. Dr. Peter Schöttler (Berlin)
Christine Isabel Schröder M.A. (Bochum)
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum (Berlin)
Prof. Dr. Regina Schulte (Bochum)
Prof. Dr. Michael Schwartz (Berlin)
Prof. Dr. Wolfgang Seibel (Konstanz)
Prof. Dr. Ulrich Sieg (Marburg)
Prof. Dr. Sybille Steinbacher (Wien)
Prof. Dr. Bernd Stiegler (Konstanz)
Prof. Dr. Dres. h.c. Günter Stock (Berlin)
Prof. Dr. Jürgen Straub (Bochum)
Dr. Talin Suciyan (München)
PD Dr. Sefik Tagay (Duisburg-Essen)
Prof. Dr. Shabo Talay (Berlin)
Dr. habil. Hans Ulrich Treichel (Leipzig)
Prof. Dr. Stefan Troebst (Leipzig)
Prof. Dr. Bernhard Waldenfels (Bochum/München)
Prof. Dr. Bernd Weisbrod (Göttingen)
Prof. Dr. Dorothea Weltecke (Konstanz)
Prof. Dr. Kristin Westphal (Koblenz)
Lasse Wichert M.A. (Bochum)
Prof. Dr. Michael Wildt (Berlin)
Prof. Dr. Karin Wilhelm (Berlin)
Prof. Dr. Wolfgang Wippermann (Berlin)
Prof. Dr. Egbert Witte (Schwäbisch Gmünd)
Dr. Oliver von Wrochem (Hamburg)
Prof. Dr. Ioannis Zelepos (München)
Prof. Dr. Benjamin Ziemann (Sheffield)
Jun.-Prof. Dr. Martin Zillinger (Köln)
Prof. Dr. Jürgen Zimmerer (Hamburg)
Prof. Dr. Raimar Zons (Konstanz)
Prof. Dr. Moshe Zuckermann (Tel Aviv)
Prof. Dr. Meik Zülsdorf-Kersting (Osnabrück)


Donnerstag, 2. April 2015

Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD leugnen Genozid an Armeniern

P R E S S E E R K L Ä R U N G 

Köln, 02.04.2015

Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD 

leugnen Genozid an Armeniern

Volker Kauder und Thomas Oppermann von Ankara eingeschüchtert

Die Bundestagsfraktionen bereiten für den 24.April eine neue Bundestagsresolution anlässlich des 100.Jahrestages des Genozids an den Armeniern vor. Während Bündnis 90/Die Grünen und die LINKE den Genozid explizit in ihren Anträgen benennen, strichen die Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD den Genozid-Begriff aus ihren ursprünglichen Antragsentwürfen und ersetzten diesen durch „Vertreibung und Massakern“. 

„Volker Kauder stellt sich in der Öffentlichkeit gerne als Anwalt verfolgter Christen dar, wähnt sich jedoch im puren Revisionismus, wenn es um die Anerkennung des Genozids an den christlichen Armeniern geht.“, sagt Dr. Nazareth Aghuegian, Vorstandsvorsitzender des ZAD. „Es ist unerträglich anzusehen wie ein Volker Kauder (CDU) und ein Thomas Oppermann (SPD) die revisionistische Politik Ankaras adaptieren.“ 

Das den Worten Volker Kauders zu den verfolgten Christen keine Taten durch die Anerkennung des Genozids folgen, wird in den christlichen Gemeinden überwiegend als Heuchelei und Rückgratslosigkeit wahrgenommen. 

Volker Kauder und Thomas Oppermann sind als Fraktionsvorsitzende für den abschließenden Inhalt der Anträge ihrer Fraktionen zuständig und veränderten die ursprünglichen Antragsentwürfe zugunsten der Leugnungspolitik Ankaras. 

Die Änderungen erfolgten auch auf Wunsch des Auswärtigen Amtes. 

„Die Bundestagsabgeordneten sind allein ihrem Gewissen unterworfen und tragen als freie Mandatsträger eine Verantwortung. Sie sollten sich nicht der Direktive eines Außenminister Steinmeiers unterwerfen, der sich hier zum Pressesprecher der AKP-Regierung aufschwingt und die Leugnung des armenischen Genozids durch den deutschen Bundestag fordert“, sagt Rechtsanwältin Madlen Vartian, stv. Vorsitzende des ZAD. 

Die Parlamentarier von CDU/CSU und SPD sind aufgefordert allein ihrem Gewissen zu folgen und sollten daher gegen die Anträge ihrer Fraktionen stimmen, sofern diese sich nicht eindeutig zum Völkermord an den Armeniern bekennen.

„Falsche Rücksichtnahmen stärken lediglich den seit Jahren anwachsenden türkischen Rechtsradikalismus in Deutschland“, erklärt Rechtsanwältin Madlen Vartian, stv. Vorsitzende des ZAD. 


Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland e.V.


Pressekontakt:


Madlen Vartian

stv. Vorsitzende des ZAD


Kontakt: 0221 – 16 86 3001

Mobil: 0178 – 81 81 002

Email: vorstand@zentralrat.org


Samstag, 14. März 2015

Europäische Parlament fordert Mitgliedsstaaten zur Anerkennung des Genozids an den Armeniern auf


Das Europäische Parlament hat in seinem kürzlich veröffentlichten Menschenrechts-Report die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert  den türkischen Genozid an den Armeniern anlässlich des 100.Gedenkjahres anzuerkennen und zum weiteren Anerkennungsprozess beizutragen.

Diese Entscheidung stellt einen Meilenstein in der europäischen Politik dar, da das Europäische Parlament  nicht nur einen Konsens im Hinblick auf den armenischen Genozids definiert, sondern auch zur aktiven Unterstützung des Anerkennungsprozesses in und durch die Mitgliedsstaaten auffordert.

Unter Punkt 77. heißt es:
...fordert alle Mitgliedstaaten zum 100. Jahrestag des armenischen Völkermords auf, diesen juristisch anzuerkennen, und legt den Mitgliedstaaten und den EU-Organen nahe, mehr zur Anerkennung des armenischen Völkermords beizutragen


In Deutschland blieb dieser Beschluss unkommentiert. Die Bundesregierung äußert sich zur Frage der Anerkennung des armenischen Genozids in revisionistischen Formulierungen und weigert sich beharrlich die Vernichtung der Armenier anzuerkennen. 


The EP adopted the Annual Report on Human Rights and Democracy in the World 2013 and the EU policy on the matter on March 12. Article 77 of the adopted report “calls, ahead of the 100th anniversary of the Armenian Genocide, on all the member states to legally acknowledge it, and encourages the member states and the EU institutions to contribute further to its recognition.”
European Parliament Urges EU Member States to Recognize Genocide
http://armenianweekly.com/2015/03/12/ep-armenian-genocide/#prettyPhoto

Europäische Christdemokraten erkennen Genozid an den Armeniern an

Die Europäischen Christdemokraten (EVP) haben am 03.03.2015 als stärkste politische Kraft des Europäischen Parlaments den Genozid an den Armeniern anerkannt und die Türkei aufgefordert sich ihrer Geschichte zu stellen.
Diese folgenreiche Beschlussfassung fand in den deutschen Medien kaum Beachtung. 

Bemerkenswert ist, dass die CDU Deutschland, als größte vertretende Partei in der EVP, sich bisher zur Resolution bedeckt hält und selbst eine kurze Meldung über die Anerkennung der Armenier-Resolution durch die EVP unterlässt. 

Möglicherweise um die revisionistische Haltung der Bundeskanzlerin Merkel zu stützen? 

“This support from Europe’s ruling political force is of key importance for the Republic of Armenia and the Armenian people. The resolution’s title suggests that the largest European political family, the EPP, in its policy is also guided by the value system which is the basis of the ideology of Armenian Genocide recognition: recognizing and condemning the Armenian Genocide, paying tribute to the tragedy’s victims, as well as calling on Turkey to confront its past and build up future with its neighbors, overcoming the past,” he said.
EPP Recognizes Armenian Genocide, Calls on Turkey to Face Historyhttp://armenianweekly.com/2015/03/03/epp-genocide-resolution/