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Sonntag, 16. April 2017

Zum 90. Geburtstag von Papst emeritus Benedikt XVI.


Es ist ein Verdienst von Papst emeritus Benedikt XVI., nicht zuletzt in seiner Regensburger Rede die Hellenisierung des Christentums und, damit verbunden, das Vernunftpotential der Katholizität verteidigt zu haben, und zwar gegen jene politisch-theologischen Tendenzen einer Apotheose der Unvernunft, der äußersten Barbarei, wie sie von "Gotteskriegern" wie Bush jun. und Obama bin Ladin, Breivik und den Schlächtern von Daesh repräsentiert wurden und werden.

Am heutigen Ostersonntag, den orthodoxe und katholische Christen trotz unterschiedlicher Kalender in diesem Jahr gleichzeitig feiern, wird Benedikt, der als Bischof von Rom auf eine Annäherung nicht zuletzt an das Patriarchat von Moskau und ganz Russland hinwirkte, 90.

Montag, 20. Juli 2015

Was macht Senator McCain bei ISIS-Führer Al-Baghdadi?

Jon Stewart in The Daily Show
Senator McCain ist bekannt als Hardliner der US-Politik. Er ist ein bekennender Ultrarechter, bekennender Freund Israels und des Kriegs im Nahen Osten. Noch mehr Waffen, noch mehr "support" an die "syrischen Rebellen" fordert er seit jeher und besuchte aus diesem Anlass 2013 die von den syrischen "Rebellen" gesäuberten Gebiete. 

Das sämtliche Flüchtlinge sich nicht befreit, sondern bedroht fühlen und daher vor diesen "Freiheitskämpfern" flüchten, interessiert ihn nicht. Für ihn sind es Helden. Mehr Waffen, mehr Geld, mehr Unterstützung sichert er ihnen zu und liefert diese auch. 

Das es sich bei seinen Gastgebern und "Freunden", wie er sie nennt, ausnahmslos um ISIS-Terroristen handelt, versucht er zu verschleiern, um sodann jedoch rechtfertigend hinzuzufügen, dass der wahre Mörder der Region der syrische Dikator Bashar al-Assad sei. 

Das die Syrer lieber zu Assad oder sogar in ihr Verderben in die Türkei flüchten als zu den syrischen "Freiheitskämpfern" ignoriert er. Hauptsache die "United States of America" beenden erfolgreich die Mission "Eliminating Assad", um die größere Mission "Destroying Iran" zu verwirklichen. 
Dabei werden Folter, Vertreibung und Völkermord durch die von der CIA bewaffneten und ausgebildeten ISIS-Schergen billigend in Kauf genommen. Diese Jungs dürfen das! Denn sie sind das Mittel für ein höheres Ziel. Nämlich die Bereicherung und Dominierung des Nahes Ostens durch die "United States of America". Der Rest sind Kollateralschäden. 

Das ist jedenfalls die Geisteshaltung des Senators John McCain.

Obama schloss indes das Atom-Abkommen mit dem Iran ab. 
Während Katar, Saudi-Arabien, Türkei und Co. den IS weiterhin unterstützen, ist der Iran die einzige Hoffnung für die Menschen in der Region, dass diese Völkermörder zur Strecke gebracht werden.

Shit happens! 

"Just to remind everyone, here are some tweets showcasing McCain’s visits to Syria, as he pals around with Al Qaeda (soon to rebrand as ISIS, ISIL, IS) “freedom fighters.”

Syria files complaint to UN: Senator John McCain entered Syria illegally, without a visa, just to stir up trouble

"A delegation of senators led by John McCain have met separately with Saudi Arabia’s Crown Prince Salman and the emir of Qatar, as part of a regional tour focused on training Syrian rebels. As they met, hundreds of civilians fled rebel-held areas near Damascus that had been blockaded for over a year."
John McCain leads US delegation of senators on tour to train Syrian rebels

“According to a New York Times report, over a year ago, the CIA began training Syrian rebels in nearby Jordan, thousands of them, along with delivering arms and ammunition,” Paul said, according to a transcript of the speech provided to Breitbart News by his office. “New York Times reports also detailed the huge arms and financial transfers from Quatar to the Syrian rebels, beginning as early as 2011. No one really knows where that all ended up: Jane’s Terrorism Center noted, the transfer of Quatari arms to targeted groups has the same practical effect as shipping them to Al Nusra, a violent jihadist force. The New York Times further detailed that Sudan has provided anti-tank missiles and other arms.”

ALLEGED ISIS PHOTO CONTROVERSY ENGULFS SEN. JOHN MCCAIN


2:02 to 2:05 "I know these people intimately, we have talked with them all the time"
2:43 to 2:48 "Has Rand Paul ever been to Syria? Has he ever met with ISIS?" 
3:05 to 3:07 "Im in contact with these people all the time"
ISIS : John McCain admits he met ISIS and says "We know these people intimately" 
(Sept 16, 2014)



John McCains Reasons For Arming ISIL (ISIS)



Sonntag, 19. Juli 2015

Familie Erdogan im Terrorismusgeschäft - Tochter Sümeyye pflegt ISIS-Schlächter

Sümmeye Erdogan, die Tochter des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, gilt als enge Ratgeberin ihres Vaters. Seit geraumer Zeit vertritt sie die türkische Regierung auf internationalen Konferenzen und Tagungen zu den Themen Islam, Frauenrechte und Feminismus. Auf einer Brüsseler Konferenz referierte sie dazu, dass "der Islam eine Unterdrückung und Diskriminierung der Frau nicht kenne" und die Geschichte des Westens zeige, dass dies ein überwiegend westliches Problem sei. "Der Westen hat die Frauen immer unterdrückt", resümierte sie.  

Die Präsidententochter verfügt über eine eigene Stiftung, die Millionen verwaltet und erhält zudem ein großzügiges Beraterhonorar von ihrem Präsidentenvater Erdogan. Alles aus türkischen Steuergeldern finanziert. 

Dies gilt auch für ihr privates Ärzteteam in Urfa, das eigens für die Behandlung von verwundeten ISIS-Terroristen gegründet wurde und von ihr geführt wird. 

Sie folgt damit ihrem Bruder Bilal Erdogan, der Rohöl-Schmuggel mit ISIS betreibt und mit seinen im Eigentum stehenden Öltankern an den Häfen in Ceyhan und Beirut weiter verschifft, sowie ihrem Vater Erdogan, der Waffen und logistische Unterstützung an ISIS gewährt. 

Staatsterror, sowie die Gründung und Förderung von Terrororganisationen gehören seit jeher zu den Mitteln der türkischen Politik. Die NATO und westliche Staatengemeinschaft wissen davon, kneifen allerdings die Augen ganz fest zu und liefern weiter das nötige militärische Rüstzeug. Absicht? 

"Members of Turkey’s ruling family are increasingly plunging deeper in the ISIS quagmire. After the head of Turkish state, Receep Tayyed Erdogan and his son Bilal were harshly criticized for backing extremist militants in Syria, the Turkish President’s daughter, Sümeyye, is allegedly heading a covert medical team to treat wounded ISIS militants."
Erdogan’s daughter reportedly cures injured ISIS militants

"A discontented nurse working clandestinely for a covert medical corps in Şanlıurfa—a city in south-eastern Turkey, close to the border with neighboring Syria— divulges information about the alleged role which Sümeyye Erdoğan plays in providing extended medical care for ISIS wounded militants transferred to Turkish hospitals."

Turkish President’s Daughter Heads a Covert Medical Corps to Help ISIS Injured Members, Reveals a Disgruntled Nurse 
http://www.globalresearch.ca/turkish-presidents-daughter-heads-a-covert-medical-corps-to-help-isis-injured-members-reveals-a-disgruntled-nurse/5462896

“Almost every day several khaki Turkish military trucks were bringing scores of severely injured, shaggy ISIS rebels to our secret hospital and we had to prepare the operating rooms and help doctors in the following procedures. I was given a generous salary of $ 7,500 but they were unaware of my religion. The fact is that I adhere to Alawite faith and since Erdoğan took the helm of the country the system shows utter contempt for Alawite minority – Alawite faith is an esoteric offshoot of Shia Islam,” Said the nurse, recoiling in horror from the thought of imminent persecution by Turkish much-vaunted secret police, known by its acronym MİT."
 Turkish President’s daughter heads a covert medical corps to help ISIS injured members, reveals a disgruntled nurse
http://awdnews.com/top-news/turkish-president%E2%80%99s-daughter-heads-a-covert-medical-corps-to-help-isis-injured-members,-reveals-a-disgruntled-nurse


Kurzkommentar: Wer unterstützt das Böse in Nahost?

Saudi Arabien - Strafe durch Auspeitschen
Wer würde auf die Idee kommen Saudi Arabien, Katar und die Arabischen Emirate als "moderate" islamische Staaten zu bezeichnen? Sie unterstützen seit Jahren Al-Kaida, ISIS, den Wahabismus und Salafismus in Europa und Nahen Osten, sowie diverse weitere sunnitische Terrororganisationen, die als Zellen überall in der Welt Folter, Vertreibung und Barbarei, kurzum Verbrechen an der Menschheit verüben. 

In Saudi-Arabien werden Andersdenkende, Homosexuelle oder Bibelinhaber kurzerhand mit dem Schwert enthauptet. Kirchen oder Synagogen existieren in dem Land nicht. Als Ausländer sollte man keine christlichen Zeichen mit sich führen. 

In diesen "moderaten" islamischen Staaten gilt das Recht auch nicht für Jedermann gleichermaßen. Hohe geistliche Würdenträger können sich beispielsweise mit 50.000,00 € von jeder Schandtat freikaufen, wie die tödliche Vergewaltigung einer 5-Jährigen durch den eigenen Vater - einem angesehenen Prediger - zeigt. 

Wer also kommt auf die Idee, diese Staaten als "moderat" zu bezeichnen und allein den Iran als "Reich des Bösen" zu verteufeln? 
Die Antwort: Möglicherweise diejenigen, die selbst Böses im Schilde führen! 

Es sind diejenigen, die an der derzeitige humanitäre Katastrophe in Nahost ihren größtmöglichen Nutzen ziehen und die Terroristen mit Waffen und Logistik unterstützen und sie in ihren Krankenhäusern gesund pflegen. 
Yeziden, Alawiten, Christen, liberale Sunniten, Humanisten, Demokraten sind ihre Opfer. In der Sprache dieser "moderate Muslims"-Propagandisten handelt es sich jedoch allenfalls um unbedeutende "Kollateralschäden."  

Als Mensch wünscht man sich, dass der größte "Kollateralschaden" irgendwann sie selbst und ihre "moderaten Freunde" trifft.  

“I believe that in the present time there is a widow of opportunity for Israel in order to try and pursue a new order in the Middle East,” Shavit said.
The former spy chief said that Sunni states like Egypt, Jordan, and the Gulf sheikhdoms share Israel’s suspicions about Iran, giving the Jewish state a de facto membership in the moderate camp.
“Iran is considered to be the adversary of all those countries that you mentioned, of Saudi Arabia, Egypt, Jordan and the Emirates,” Shavit said. “In other words, the more moderate Sunni Islam. And we are a member in this same camp."
'Iran nuclear deal opens window for Israel to join new Mideast order'
http://www.jpost.com/Middle-East/Iran-nuclear-deal-opens-window-for-Israel-to-join-new-Mideast-order-409462

"In Mosul, Shia shrines and mosques have been blown up, and in the nearby Shia Turkoman city of Tal Afar 4,000 houses have been taken over by Isis fighters as "spoils of war". Simply to be identified as Shia or a related sect, such as the Alawites, in Sunni rebel-held parts of Iraq and Syria today, has become as dangerous as being a Jew was in Nazi-controlled parts of Europe in 1940."
[...]
"Western governments traditionally play down the connection between Saudi Arabia and its Wahhabist faith, on the one hand, and jihadism, whether of the variety espoused by Osama bin Laden and al-Qa'ida or by Abu Bakr al-Baghdadi's Isis. There is nothing conspiratorial or secret about these links: 15 out of 19 of the 9/11 hijackers were Saudis, as was Bin Laden and most of the private donors who funded the operation."

Donnerstag, 9. Juli 2015

Frankreich und Deutschland nach den Anschlägen von Paris*

Teil 1: Frankreich


Am 7. Januar wurden in der französischen Hauptstadt durch ein Attentat auf die Redaktion der Satire-Wochenzeitschrift Charlie Hebdo elf Menschen ermordet; unter den Ermordeten befanden sich acht Charlie Hebdo-Redaktionsmitglieder und ein Polizist. Als Attentäter ermittelte die Polizei sehr rasch die Brüder Chérif und Saïd Kouachi, zwei Franzosen algerischer Herkunft, die bereits in den vergangenen Jahren auch international als djihadistische Extremisten und Gesetzesbrecher aufgefallen waren: Saïd ließ sich im Jemen als Rekruten von Al-Qaida ausbilden. Gemeinsam mit seinem Bruder Chérif war er bereits 2008 von der französischen Polizei festgenommen worden; gegen Chérif wurde ein Prozess geführt. Im Schengen-Raum waren die beiden zur verdeckten Beobachtung ausgeschrieben, zudem standen sie auf der„No-Fly-List“ der Vereinigten Staaten.

Zwei Tage nach dem Mordanschlag auf die Charlie-Hebdo-Redaktion nahm dann der djihadistische „Waffenbruder“ der Attentäter, Amedy Coulaby in einem jüdischen Supermarkt im Osten von Paris Geiseln, von denen er vier – alle jüdische Franzosen – ermordete. Am selben Tag, dem 9. Januar, wurden im Rahmen zweier zeitgleicher Polizeieinsätze sowohl der Geiselmörder Coulaby als auch die Brüder Kouachi getötet.

„Je suis Charlie“

Die staatsoffiziellen ebenso wie die 'zivilgesellschaftlichen' Reaktionen auf den terroristischen Anschlag auf Charlie Hebdo waren zunächst dazu geeignet, ein Schlaglicht zu werfen auf die Vitalität des Selbstverständnisses Frankreichs als einer laizistischen Republik – eines politischen Gemeinwesens, das sich der Herausforderungen des säkularen demokratischen Verfassungsstaates im Spannungsfeld zwischen einem religiös „legitimierten“ Extremismus und Terrorismus islamistisch-djihadistischer Provenienz, einer „kommunitaristischen“ Abkapselung religiös-kultureller Minderheiten und einer ethnozentristischen Regression in der französischen 'Mehrheitsgesellschaft' bewusst ist. Dies führten nicht zuletzt die Demonstrationen vor Augen, in deren Rahmen rund vier Millionen Franzosen in Paris und anderen Städten sich zur Unverletzlichkeit der „Freiheit der Presse“, der „freien Meinungsäußerung“ bekannten und Solidarität mit der angegriffenen Redaktion bekundeten. Mit Blick auf diese demokratisch-republikanischen Manifestationen bemerkte die Neue Zürcher Zeitung am 11. Januar: „Frankreich demonstriert Selbstbewusstsein wie schon lange nicht mehr. Die Grundstimmung der letzten Jahre war eher von Selbstzweifeln und Zerknirschung geprägt. Doch jetzt haben riesige Volksmengen, wohl über eine Million Menschen, am 'republikanischen Marsch' in Paris und an Kundgebungen in vielen Provinzstädten Bürgersinn und grimmige Entschlossenheit gezeigt. Sie gedachten der 17 Todesopfer der jüngsten Terrorakte, sie wandten sich gegen Denk- und Redeverbote, gegen Judenhass und Islamophobie. 'Wir lassen uns die Freiheit nicht nehmen, wir lassen uns von ein paar Terroristen nicht einschüchtern', war ihre Botschaft. Diese Haltung strahlt weit über Frankreich hinaus.“

Paris als „capitale mondiale de l'antiterrorisme“

Auf der anderen Seite musste jedoch die Frivolität ins Auge stechen, mit der die Staatsspitze der französischen Republik den „republikanischen Marsch“ in Paris in ihre außenpolitische Agenda einbettete. An der Großdemonstration in Paris nahmen – wenigstens für einige Minuten – rund 50 Staats- und Regierungschefs teil. An der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich Frankreichs Staatsoberhaupt François Hollande gemeinsam mit einer Reihe befreundeter arabischer und afrikanischer Staatsführer, die – wie die NZZ extrem zurückhaltend formulierte – „nicht als grosse Demokraten gelten“. Neben Repräsentanten von EU und Nato war auf dem „republikanischen Marsch“ mit der Arabischen Liga ein Staatenbündnis vertreten, deren Politik wesentlich von islamistischen Mordregimen und Terrorexporteuren bestimmt wird. (Nota bene: 2011 wurde Syrien, dessen säkulares Regime sich in einem blutigen Konflikt mit djihadistischen Insurgenten befindet, aus der Liga ausgeschlossen, niemals jedoch offen als Gönner djihadistischer Terrorbanden auftretende islamistische Mächte wie Saudi-Arabien oder Katar.) Auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko war zugegen, selbstverständlich ohne befürchten zu müssen, von seinen französischen Gastgebern zur Rede gestellt zu werden etwa mit Blick auf die – durch die Kiewer Regierungsbehörden zumindest wohlwollend geduldeten – fortlaufenden gewalttätigen Angriffe auf unbotmäßige Journalisten und als „prorussisch“ attackierte Medien in der Ukraine – und in diesem Kontext zum Beispiel an das Schicksal des im August 2014 in der Ostukraine ermordeten Fotokorrespondenten der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya, Andrej Stenin, erinnert zu werden.** Demgegenüber wurde in israelischen Medien darüber berichtet, dass Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu der französischen Regierung als Teilnehmer am „republikanischen Marsch“ unwillkommen sei. In Reaktion auf die Ankündigung des israelischen Regierungschefs, an der Demonstration teilzunehmen, sei seitens des französischen Präsidialamts Palästinenser„präsident“ Mahmud Abbas eingeladen worden. Somit konnte, nur wenige Stunden nach der Ermordung von vier jüdisch-französischen Geiseln durch einen djihadistischen Terroristen, ein erklärter Sympathisant des Judenmordes*** auf Einladung der französischen Regierung an der von Präsident Hollande und Ministerpräsident Valls inszenierten recht eigenwilligen Demonstration eines antiterroristischen Konsenses mitwirken.

Eines der überlebenden Redaktionsmitglieder, Renald Luzier („Luz“), geißelte die – außen- wie innenpolitische – Instrumentalisierung des Attentats durch die französische Staatsspitze mit den Worten: „Dieser Unanimismus hilft Hollande, die Nation zusammenzuschweißen. Er nützt Marine Le Pen, um die Wiedereinführung der Todesstrafe zu fordern. (…) Was die Kundgebungen betrifft: Dort hat man die Marseillaise gesungen – wir sprechen hier aber über das Gedenken an meine Kollegen Charb, Tignous, Cabu, Honoré und Wolinski – die hätten auf diese Art von Solidarität geschissen.“ In Anbetracht des Konformismus, der sich in dem wohlfeilen Bekenntnis zu Freiheit und Demokratie, unter Abstrahierung von den strukturellen Bedingungen – und Grenzen – der Geltendmachung „republikanischer“ Normen und Prinzipien, auslebte und nicht zuletzt in der emsigen Verdächtigung politisch Andersdenkender, nicht „Charlie“ zu sein und somit außerhalb einer republikanischen Wertegemeinschaft zu stehen, seinen Ausdruck fand, gibt der französische Publizist Pierre Lévy zu bedenken:

„... Psychologische Behandlungen wurden Minderjährigen auferlegt, die sich geweigert hatten, an einer Schweigeminute für die Opfer der Pariser Anschläge teilzunehmen. Kommunalangestellte wurden, wie in Lille, bestraft, weil sie nicht an dieser kollektiven Schweigeminute teilgenommen und das auch begründet hatten.

Aber was ist eine per Dekret festgelegte Besinnung wert? Wird morgen die einfache Tatsache verdächtig und auch strafbar, die Gründe des Dramas verstehen zu wollen? Genau das hat zweifellos der belgische Europaabgeordnete Guy Verhofstadt begrüßt, als er jubelte: 'Zum ersten Mal wurde ein Europa der Werte geboren!' Doch der Siegerkranz gebührt gewiss Nathalie Saint-Cricq, Chefin der politischen Abteilung von France2. Am 13. Januar rief sie gerissen aus, indem sie mit den Fingern auf diejenigen zeigte, die 'nicht Charlie sind': 'Sie sind es, die wir ausfindig machen und behandeln müssen.' Gewissermaßen im Namen der Meinungsfreiheit. Orwell ist nicht mehr weit.“

An diesem Tag, so Lévy, seien „Charb, Cabu, Wolinski und die anderen Karikaturisten ermordet worden – zum zweiten Mal“.

(Fortsetzung folgt.)


Daniel Leon Schikora


* Erstveröffentlichung in: Gerd Otto, Wolfgang Otto (Hrsg.): Auf dem Weg nach Europa. Die Fördergesellschaft für Europäische Kommunikation (FEK) e. V. und die Neudrossenfelder Europatage im Porträt (= FEK-Jahrbuch 2015). Regensburg 2015, 20f.

** Wie die Justizbehörden der von Poroschenko repräsentierten Ukraine mit den bürgerlichen Freiheiten von Publizisten verfahren, die öffentlichkeitswirksam dazu aufrufen, sich der Beteiligung an der brutalen Unterdrückung der russophonen Bevölkerungsteile des Südostens des Landes zu verweigern, führte nunmehr (Anfang Februar) auch die Inhaftierung des westukrainischen Fernsehjournalisten Ruslan Kuzaba durch den ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU vor Augen. Kuzaba, der am 19. Januar in einem YouTube-Video leidenschaftlich gegen den „Bruderkrieg“ plädiert und dazu aufgerufen hatte, sich der Mobilisierung, von denen Zehntausende von Reservisten betroffen sind, zu verweigern, wird seitens des Geheimdienstes Hochverrat und Spionage vorgeworfen.

*** „Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat den Hinterbliebenen des Attentäters von Rabbi Jehuda Glick kondoliert. Mutas Hidschasi werde als Märtyrer in den Himmel eingehen, schrieb Abbas in einem Brief. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu übte scharfe Kritik.
Laut der Onlinezeitung 'Times of Israel' schrieb Abbas an Hidschasis Familie: 'Mit Wut haben wir die Nachricht von dem Mordverbrechen vernommen, begangen durch die Terroristen der israelischen Besatzungsarmee, gegen den Sohn Mutas Ibrahim Chalil Hidschasi, welcher als Märtyrer, der die Rechte unseres Volkes und seiner heiligen Stätten verteidigt hat, in den Himmel eingeht.' (…) Israels Außenminister Avigdor Lieberman schrieb auf seiner Facebook-Seite, Abbas‘ Brief 'beweist mehr als alles andere, dass Abu Masen in der Tat ein Partner ist: ein Partner für Terror, ein Partner für Terroristen, ein Partner von Mördern'. Mit dem Schreiben unterstütze Abbas offen den Terror und ermutige dadurch zu weiteren Morden, so Lieberman.“ (israelnetz.com, 3.11.2014)

Sonntag, 14. Juni 2015

Liebesgesten türkischer Militärs an ISIS

Erinnerungsfoto türkischer Soldaten mit ISIS-Terroristen - 19.09.2014


An der türkisch-syrischen Grenze in Akcakale/Türkei-2014
Türkischer Soldat posiert mit ISIS-Terroristen-2013
Türkische Offiziere trainieren ISIS-Terroristen in türkischen Terror-Camps-2013
Türk. Geheimdienst MIT kämpft auf Seiten der ISIS gg. die kurdisch-syrische Stadt Kobani-2014
Türkischer Kommandant bei ISIS vom Geheimdienst MIT-2013
ISIS-Terroristen aus Kobani erhalten Obhut und Rückendeckung durch türkisches Militär-2014
Aktuell in Akcakale: Syrische Flüchtlinge werden von der Türkei an ISIS ausgeliefert-2015

Selahattin Demirtas, Vorsitzender der HDP, warnte jüngst, dass nach den Ergebnissen der türkischen Parlamentswahlen berechtigter Anlass zur Sorge bestehe, dass ISIS-Zellen in der Türkei auf Befehl Ankaras Chaos und Massaker im Osten der Türkei verüben könnten. "An hunderten Orten in der Türkei warten sie [ISIS] auf ihren Einsatzbefehl." 

"IŞİD’e yönelik bazı uyarılarda da bulunan Demirtaş, “Türkiye’nin yüzlerce yerinde eylem için talimat bekliyorlar” dedi.


Selahattin Demirtaş’tan IŞİD uyarısı

Sonntag, 3. Mai 2015

Der Fiffy vom Dienst: Kai Ambos auf Zuruf

Das Auswärtige Amt und sein Chef Steinmeier sind die letzten Tage als das entlarvt worden, was sie
sind: Deppen. 

Nach einer katastrophalen Syrien-Politik und diversen peinlichen öffentlichen Auftritten ihrer "Experten" vom Dienst, die noch von der Unterstützung der "syrischen Opposition und Rebellen" sprachen, als die Öffentlichkeit bereits wusste, dass es sich bei diesen um Al-Kaida und ISIS-Terroristen handelte, outete sich zuletzt Außenminister Steinmeier zudem als Pressesprecher Ankaras und leugnete öffentlich den armenischen Genozid. 

Dabei blieb es jedoch nicht. Nachdem er eine schallende Niederlage seitens des Bundespräsidenten Gauck und des Bundestags erleben musste, die ohne Relativierungen und Umschweifungen den Genozid an den Armeniern anerkannten, zog er seinen letzten Joker aus den Ärmeln und instrumentalisierte den Holocaust. Die Frage war, gegen wen?

Diese Methode war vor 10 Jahren möglicherweise äußerst erfolgreich. Die Welt hat sich allerdings weitergedreht. Der deutsche Diskurs in Gesellschaft und Wissenschaft hat sich weiterentwickelt. Wer immer noch auf der Stelle tritt, ist Steinmeier und sein Auswärtiges Amt. Sie haben es nicht begriffen und so wie es scheint, werden sie es auch nicht begreifen. Ihr beschränktes und unbewegliches Weltbild ist an ihre Grenzen gestoßen. Daher verwundert es nicht, dass sich nunmehr einige ihrer Fiffys zu Wort melden, so unter anderem Kai Ambos. Ein deutscher Richter, der ab und an das Völkerstrafgesetzbuch kommentiert. 

Amboss kennt weder die Faktenlage um den armenischen Genozid, noch hat er jemals ein Dokument über die Verbrechen gelesen. Wahrscheinlich hat er nicht einmal eines der vielen Fernseh-Dokumentationen gesehen, die teilweise auf Dummie-Niveau darstellen, was den Armeniern durch die osmanische Regierung widerfahren ist. 

Der wissenschaftliche Stand der Genozidforschung...Geschenkt! Ambos weiß es besser. Die überschießende Innentendenz der Völkermordabsicht sei nicht bewiesen. PUNKT. Er verschweigt, dass dies die richterliche Überzeugung eines deutschen Richters, also seine persönliche Meinung ist, der sich noch nie ein Archiv-Dokument, geschweige denn Sekundärliteratur über die Vernichtung der Armenier angesehen hat. 

Peinlich für Amboss. Erbärmlich für Steinmeier. Steinmeier gehört endgültig gefeuert! 

Gastbeitrag: Völkermord

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Für die Herbeiführung barbarischer Zustände: Deutsche Neocons

Nicht im Sinne deutscher Neocons: Protest gegen die unheilige Allianz von IS und türkischer Regierung in Rostock, 12.10.2014


Wenn deutsche Neocons jüngst, ausgerechnet angesichts der Bedrohung der Kurden von Rojava durch den sunnitisch-djihadistischen "Islamischen Staat", in aggressiver Weise ihre Kampage gegen den syrischen Präsidenten Assad wiederaufleben ließen und hierbei nicht davor zurückschreckten, der IS-freundlichen türkischen Regierung für ihre kompromisslose Haltung zu Assad Respekt zu zollen, so ist dies alles andere als ein unglücklicher publizistischer Zufall.

In einer Buchrezension von 2010 schrieb ich über die antizionistische politische Linke der BRD (wobei ich damals v. a. den linken Flügel von Rot-Grün im Auge hatte):
"Seit den 1990er Jahren standen die Propagandakolonnen dieser „Linken“, nachdem sie noch wenige Jahre zuvor den Verteidigungskrieg des Vereinigten Königreiches gegen die argentinische Junta vehement verurteilt hatten, vor allem im Kontext der Zerschlagung Jugoslawiens verläßlich bereit, wenn es um die Propagierung durchaus völkerrechtswidriger Gewaltanwendung zugunsten von Faschisten ging, etwa der Anhänger des bosnischen Islamisten Izetbegovic oder der Rassisten der albanischen UCK. Ob sie sich zu Algerien, Tschetschenien, Dagestan, Sinkiang oder Kaschmir äußern: Die Empathie, die deutsche (und andere alteuropäische) „Linke“, welche für den Expansionismus der argentinischen Staatsterroristen getrommelt hatten, Gewaltsezessionisten und anderen „Oppositionellen“ entgegenbringen, die die Souveränität bestehender Nationalstaaten attackieren – und zwar stets zugunsten der „feudalen Rechten“, als welche Oriana Fallaci den Islam identifizierte –, ist notorisch."
Erscheint es nicht als seltsam, dass in den vergangenen Jahren praktisch die Gesamtheit der Publizisten, die als deutsche Neocons bezeichnet werden können - von der Jungle World über DIE WELT bis zur Achse des Guten - fast überall auf der Welt gemeinsam auch mit grünen Israel-Feinden wie Marieluise Beck* stets zuverlässig Partei für die äußerste Barbarei bezogen haben, ob sie sich zur "Arabellion" äußerten, zu Libyen**, zu Syrien*** oder zur Ukraine****? Es ist vorauszusehen, dass das Gros dieser Leute in absehbarer Zeit ihre erklärte Solidarität mit der jüdischen Republik aufkündigen wird. (Gesetzt den Fall, Israel würde sich in einer weltpolitisch wichtigen Frage so dezidiert gegen die Nato und für Russland, China und/oder Indien positionieren, wie Ariel Scharon dies 1999 mit Blick auf den Angriff auf Jugoslawien tat, so wäre es mit ihrer Israel-"Solidarität" ohnehin vorbei, und man fände endlich auch "palästina"politisch zu Beck und Erdogan.) Denn warum sollten, in der Perspektive der deutsch-neokonservativen Sehnsucht nach dem Ausnahmezustand, ausgerechnet ein paar Millionen Juden und mit diesen einige Hunderttausende Araber das Recht auf die Verteidigung auch nur eines Minimums von Demokratie und Verfassungsstaatlichkeit haben, während gleichzeitig allen Libyern, Syrern, Kurden, Irakern, Ukrainern das Recht, mordenden Djihadisten oder Nazis Widerstand zu leisten, ostentativ abgesprochen wird?


* Zum herausragenden Beitrag MdB Marieluise Becks zur antiisraelischen Boykottkampagne siehe http://dighochschulgruppe.wordpress.com/2013/06/21/israel-solidaritat-emporung-uber-marieluise-becks-versteckten-boykott-aufruf/.

** So gab noch 16 Monate nach der bestialischen Ermordung des semi-säkularen libyschen Revolutionsführers Gaddafi durch Djihadisten im Oktober 2011 der Jungle-World-Autor Thomas von der Osten-Sacken unter dem Titel "Bye-bye, Gaddafi!" zum Besten: "Der Krieg gegen Gaddafi war ein gerechter und die Libyer haben nun die Chance erhalten, ihr Land neu zu gründen und sich von 42 Jahren Gaddafi-Diktatur zu verabschieden."

*** Im Februar 2014 (sic), nach drei Jahren eines von djihadistischen Mörderbanden ausgelösten Bürgerkrieges, initiierten führende neokonservative deutsche Publizisten die Kampagne "Freiheit für Syrien". Zu den Erstunterzeichnern gehört mit von der Osten-Sacken ein Autor, der nie einen Hehl aus seinen Sympathien für die islamistisch dominierte "Freie Syrische Armee" (FSA) machte.

**** Vgl. http://danielleonschikora.blogspot.de/2014/09/deutscher-maoismus-von-der-pol-pot-zur.html. - Zu den Verstrickungen des antirussischen (west-)ukrainischen Neofaschismus in djihadistische Terroraktivitäten siehe http://danielleonschikora.blogspot.de/2014/03/braun-grune-internationale-des.html.

Montag, 20. Oktober 2014

Die PKK - Helden im Kampf gegen ISIS

Es gibt gute Kurden und böse Kurden. Allerdings ist die Rollenverteilung anders, als die Türkei und ihre Schergen im Westen glauben lassen wollen. Die "guten" Kurden sollen die Peschmerga unter Barzani sein, während die "bösen" Kurden die PKK-Anhänger und Sympathisanten unter Karayilan und Co. sein sollen. Weshalb gerade Barzani der "Gute" sein soll ist einfach zu beantworten - er ist ein Vasale Ankaras den es nicht um den Kampf um Gleichberechtigung und ein Leben in Würde in der Türkei und Syrien geht, sondern vornehmlich um den Machterhalt des Barzani-Clans im Nordirak. Barzani arrangierte sich mit Ankara und richtete seine Waffen gegen die PKK und konkurrierende Kurden-Clans. Er ist der Vasale Ankaras, der sich weder um die Kurden Syriens oder der Türkei, noch um Yeziden und Aleviten schert. 

Die PKK-Kurden sollen die "Bösen" sein. Sie sind diejenigen, die ab den 70er Jahren gegen die Unterdrückung der Kurden durch Ankara aufbegehrten. Erst politisch, später dann militärisch als kurdische Dörfer in der Osttürkei dem Erdboden gleichgemacht wurden, Kurden entführt, gefoltert und ermordet wurden, Nachts türkische Soldaten in kurdische Häuser eindrangen Mädchen und Frauen vergewaltigten, während die Väter dabei zusehen mussten. 

Frauen und Männer kämpfen seither in der PKK für Gleichheit, Freiheit und ein würdevolles Leben. 

Die Finanzierung des Kampfes gegen die Türkei erfolgte zumeist über illegale Drogen- und Waffengeschäfte, Schutzgelderpressungen und Hehlerei. Unterstützung erhielten sie unter anderem von der Sowjetunion, da sie sich dem Kommunismus und den Werten des Sozialismus verbunden fühlten. Gegen den türkischen Staatsterror waren sie die Helden, die in den Kampf zogen. 

Der Westen schaute der blutigen Politik der Türkei gegen die Kurden zu. Die NATO-Partner ignorierten die Kurden und belieferten die Türkei weiter mit entwickelten Waffensystemen und Spionageequipments. Sie setzten die PKK auf ihre vermeintlichen "Terrorlisten" und unterstützten die Türkei bei der Unterdrückung der Kurden. Nicht die Türkei soll die Kurden, sondern die PKK soll die Türkei terrorisiert haben, sagten sie. 

Diese Lesart ist ebenso zynisch wie falsch. Der Terrorismus ist nämlich historisch betrachtet für Ankara die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln und hat traurige Tradition. Zur Dezimierung der Armenier gründete bereits Sultan Abdulhamit II. in den 1890ern die paramilitärischen Hamidiye-Regimenter. Später hießen sie unter den Jungtürken  "Teskilat-i Mahsusa" und waren für das schmutzige Mordgeschäft während des Genozids an den Armeniern 1915 zuständig. Die Teskilat-i Mahsusa wurde dann 1923 in den türkische Geheimdienst "MIT - Milli Istibaharat Teskilati" überführt, die wiederum spezielle Mordkommandos wie die türkische Hizbullah, die TIT (Türk Intikam Tugayi) und die gefürchtete JITEM gründete. 

Inzwischen verfolgt Ankara die Kurden nicht nur innerhalb der türkischen Grenzen, sondern auch in den Nachbarstaaten. Die ISIS, Al-Nusra, Al-Kaida - Mörderbanden, die jahrelang als "syrische Opposition" bezeichnet wurden, verfolgen das Ziel, die Pluralität Syriens auszulöschen und einen homogenen, sunnitisch-muslimischen Staat zu gründen. 

Die einzigen, die hiergegen erfolgreich Widerstand leisten, sind die Kurden. Genauer: Die PKK. Die PKK führt derzeit den Kampf gegen Unterdrückung und Barbarei, während der Westen erneut der Türkei die Stange hält. 

Wer ist also der Terrorist? Die PKK, die gegen die Barbarei kämpft oder die Türkei, die diese - in fortgeführter staatlicher Tradition - unterstützt?


"Yet it was YPG and PKK forces that provided the decisive support on the ground to the Iraqi Kurds, allowing KRG peshmerga to regain territory lost to Isis in Iraq. The US in great part owes the limited success of its airstrikes in north Iraq to the PKK and YPG."

Why did the US help the Kurds in Iraq but leave Isis to massacre them in Syria?http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/oct/07/us-kurds-iraq-isis-massacre-syria-kobani?CMP=twt_gu

"In Cizre legte sich niemand folgenlos mit den Mächtigen an. Dazu gehörten die Militärs, Jitem-Leute, aber auch Mitglieder der radikal-islamischen türkischen Hizbullah. Sie herrschten über Leben und Tod in Cizre, der tristen Grenzstadt am Tigris, als draußen in den Bergen der Kampf zwischen der Armee und der PKK tobte. Zum Bürgermeister ließ sich damals ein brutaler Clanführer namens Kamil Atak ernennen, ein ehemaliger Schäfer, der seine Gefangenen mit Vorliebe an die Hizbullah-Kämpfer "verfütterte", wie es ein Lokalpolitiker in Cizre formuliert." [...]
"Wir mordeten nachts, während der Überstunden, wenn die regulären Soldaten nicht mehr anwesend waren." Und weiter: "Viele unserer Gefangenen wurden vom Gericht oder der Gendarmen angezeigt, viele aber auch von ganz normalen Mitbürgern denunziert. Eine Befragung durch die Jitem-Leute hat niemand überlebt."
Kurdenverfolgung in der Türkei: "Wir mordeten nachts, während der Überstunden"
http://www.spiegel.de/politik/ausland/kurdenverfolgung-in-der-tuerkei-wir-mordeten-nachts-waehrend-der-ueberstunden-a-626351.html

"Kurden beteiligten sich mit Raubüberfällen, Vergewaltigungen und Mordorgien. Widerstand gegen die Deportationen gab es nur vereinzelt." [...]
"Das Vorgehen sei planmäßig gewesen und von einem "Komitee für Einheit und Fortschritt" gelenkt worden. "Das war, wenn man so will, so etwas wie die NSDAP und diese so genannte Spezialorganisation, diese Sonderorganisation (Teskilati Mahsusa), das war die SS. So war das organisiert. Es gibt ein paar Quellen, wo die Deutschen staunen und sagen: Für orientalische Verhältnisse ist das eigentlich unglaublich, wie die in relativ kurzer Zeit von einem Jahr es geschafft haben, die Armenier umzubringen oder zu assimilieren", sagt Gust."
Der vergessene Völkermordhttp://www.stern.de/politik/geschichte/osmanisches-reich-der-vergessene-voelkermord-539507.html

Mittwoch, 24. September 2014

Zerstörung der armenischen Gedenkkirche in Deir ez-Zor


P R E S S E E R K L Ä R U N G des ZAD vom 23.09.2014 

Am 21. September 2014 zerstörte der Islamische Staat (IS) die Armenische Genozidgedenkkirche in Deir ez-Zor. Die Stadt im Osten Syriens diente, neben Ras al-Ayn, als Endlager für die durch Todesmärsche zusammengetriebenen Armenier während des türkischen Genozids an Armeniern 1915/16. Den ermordeten Armeniern wurde daher in Deir ez-Zor von den Überlebenden des Völkermordes diese Genozidgedenkkirche gewidmet und die Gebeine einiger Opfer dort begraben.

Dr. Nazareth Agheguian, Vorsitzender des ZAD: "Die Zerstörung der armenischen Gedächtniskirche in Der ez-Zor für die Opfer des armenischen Genozids erfolgte am Unabhängigkeitstag der Republik Armenien. Ich denke nicht, dass dies ein Zufall ist. IS wird von der Türkei unterstützt. Die Türkei setzt nun systematisch ihre Vernichtungspolitik gegen das armenische Volk und ihre Erinnerungs- und Gedenkorte fort."

Bereits im März diesen Jahres unterstützte der NATO-Partner Türkei den Al-Kaida Ableger Al-Nusra Front in Syrien bei der Vertreibung und Zerstörung der armenischen Kleinstadt Kessab in Syrien. 

"Es ist im Westen hinreichend bekannt, dass die Türkei die islamistischen Terrororganisationen aktiv unterstützt. Sofern die Bundesregierung nicht innerhalb der NATO Konsequenzen gegen die Türkei einfordert, setzt sie sich den Vorwurf der Billigung dieser Verbrechen aus", sagt RA'in Madlen Vartian, Stv. Vorsitzende des ZAD.

Die Türkei ist zum Dreh- und Angelpunkt des islamistischen Terrors geworden und setzt ihre Gewaltpolitik gegen Armenier, Christen, Aleviten, Yeziden und Kurden konsequent in Syrien und Irak mittels Unterstützung dieser Terrororganisationen fort. Die Bundesregierung und die westlichen NATO-Partner müssen der derzeitigen Politik der Türkei entschieden entgegentreten.

Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland e.V.

http://www.zentralrat.org/de/node/10979

Sonntag, 14. September 2014

USA veröffentlichen internen Bericht zu den Türkei-ISIS-Beziehungen

Jetzt ist es offiziell: Die Türkei lehnt eine Kooperation im Kampf gegen die ISIS ab. Als Gründe werden unter anderem die 49 türkischen Geiseln genannt, die sich seit dem Sturm auf das türkische Generalkonsulat in Mossul noch in Geiselhaft der ISIS befinden. 
Diese Gründe seien nur vorgeschoben, heißt es nun in einem internen Papier der USA, welches dem türkischen Journalisten Baskin Oran zugespielt und in der armenischen Zeitung AGOS veröffentlicht wurde. 

Darin heißt es u.a.: 

1. Die Regierung Barzani habe der Türkei ihre Hilfe zur Befreiung der 49 Geiseln angeboten. Diese  habe jedoch die Hilfe abgelehnt.

2. Die Türkei habe die Grenzen für sämtliche militante Islamisten bewusst geöffnet, um ihre Stellung in der Region zu stärken. Sie habe sich als sicherer Hafen für den islamischen Kampf positionieren     wollen. 

3. Erdogan habe über den türkischen Geheimdienst MIT die Islamisten bewaffnet. Sämtliche Waffen der Islamisten trügen das Label des türkischen Waffenlieferanten MKE. 

4. Die Türkei versorge verwundete ISIS-Terroristen in speziellen Krankenhäusern medizinisch und verbringe sie nach ihrer Genesung in die türkischen Trainigscamps der ISIS.

“Barzani’nin bu insanları kurtarmayı önerdiği fakat Türk tarafınca geri çevrildiği malumdur [...]
Bir defa, daha ortada rehineler olayı yokken başta IŞİD olmak üzere İslamcı militanlar yıllarca Irak-Suriye ile Türkiye arasında serbestçe mekik dokumuşlardır. Bu durum, sınırda denetimin zor oluşundan değil, Erdoğan yönetiminin, Ortadoğu’da kendisini güçlendirecek olan Müslüman Kardeşler’i engelleyen Esad’ı düşürmek amacıyla, IŞİD dahil İslamcı savaşçılara Türkiye’yi yıllardır lojistik üs olarak kullandırmasındandır (link).
“Bu politika dahilinde Erdoğan, MİT koordinasyonunda İslamcı militanları silahlandırmıştır. Nitekim, yakalanan IŞİD militanlarının silah ve bombalarının Türk resmî sanayi kuruluşu MKE damgalı olduğu görülmüştür (link). MİT’in Suriye’ye silah taşıyan TIR’ları yolda Türk güvenlik güçlerince birden fazla defa yakalanmış, ama yakalayan savcı, polis ve jandarmalar görevden alınarak casusluk suçlamasıyla mahkemeye verilmiştir (link). Hükümet bu TIR’larda insani yardım malzemesi bulunduğunu ilan etmiş olduğu halde duruşmalar halen gizli yapılmaktadır (link).
“Bu silah desteğinin yanı sıra, İslamcılar yaralanınca derhal Türkiye’ye geçmekte ve resmî yardım görmektedir (link). Bunlar dinlenince/tedavi edilince tekrar savaşmaya dönmektedir (link). “Giriş-çıkış” teriminden kasıt budur."
Erdoğan-Obama görüşmesinin gerçek metnini açıklıyorum
http://www.agos.com.tr/makale.php?seo=erdoganobama-gorusmesinin-gercek-metnini-acikliyorum&detay=957&fb_action_ids=10202921580624051&fb_action_types=og.likes


Samstag, 9. August 2014

Schielauge des Westens

Kirche in Bagdad
Wir haben es immer wieder gesehen. Erfahrung bestätigt: der Westen hat ein Schielauge. 
Im ehemaligen Irak läuft gerade das Paradebeispiel einer islamisch motivierten ethnischen Säuberung an Hunderttausend Christen und Jesiden ab. Die Dschihadisten fordern eine Konversion zum Islam, Zahlung einer erniedrigenden Dschizya und Leben als ,,Untermensch” im islamischen Kalifat oder eben den Tod. Und weder von den vielen Islamverbänden in Deutschland, noch von zahlreichen Friedensaktivisten hören wir etwas. Krieg sei keine Lösung und die Anwendung von Gewalt – zum Beispiel auch im zweiten Weltkrieg gegen Hitler – sei prinzipiell illegitim, ist die Logik, der wir gehorschen sollen, sagen uns Geopolitiker aus der Reihe der Theologieexperten.

Die einzige Demokratie und funktionierender Rechtsstaat im Nahen Osten, Israel, nimmt es alle zwei Jahre nicht hin, von einem terroristischen Clan mit Raketen bombardiert zu werden. Schon wird vor der Domplatte in Köln wieder Völkermord an Palästinensern propagiert. Dass die Terroristen des vom EU-Beitrittskandidaten Türkei unterstützten Hamas ihre Waffenlager in Krankenhäusern und Moscheen unterbringen und absichtlich aus zivilen Einrichtungen schießen, um die Anzahl der toten Palästinener in die Höhe zu treiben, ist leider eine Logik, die wir hinnehmen sollen, sagen uns selbsternannte Friedensexperten.

Mit etwas Distanz zur Contemporary Denkart ist die Inkonsistenz und die Widersprüchlichkeit, ja das Paradox dieser Logik leicht erkennbar. Der Westen hat sich aufgrund von Schuldgefühlen – realen wie eingebildeten – unterbewusst ein Maßstab zurechtgelegt, der selbst-, und fremdschädigender hätte nicht sein können. Während man verfolgten Christen weltweit durch die Brille der Säkularität mit Indifferenz begegnet, haben muslimische Tote einen ,,Mehrwert”. Das gilt jedoch nicht, wenn es unter ihresgleichen passiert. Denn das ist irrelevant, passiert immer, und stellt lediglich Brudermord dar. Das Sterben von Muslimen wiederum durch die Hand Israels jedoch ist eine Ultimativsünde, dem nicht mal das katholische Fegefeuer ein Ausgleich wäre.

In einem öffentlichen Diskursraum, dessen Regeln in den letzten Jahrzehnten von Feinden des westlichen Modells der Demokratie, Freiheit, Individualrechten wie Religions-, und Meinungsfreiheit, gesetzt wurden, erstaunt mich eine derartige kafkaeske Logik kaum. Orwell hätte nicht besorgter sein können. So gilt laut dem amerikanischen Präsidenten der aktuelle Eingriff aus der Luft explizit dem Schutz von US-Amerikanern im Irak und den Jesiden. Ein Eingriff zum Schutze der christlichen Minderheiten, die ebenso betroffen sind, wäre sicherlich als Kreuzzug interpretiert worden. Allein diesen Eindruck muss man ja erwehren. Wenn es sein muss, indem man die Christen ihrem Schicksal überlässt. Der Westen hat so autoritären Regimen, die nichts von Ausgleich und Kompromissen verstehen und ständig mit Gewalt drohen, einfach nachzugeben.

Ist das eine Logik, die uns im 21. Jahrhundert schützen soll? Ist das die Geisteshaltung, der wir unser Leben in dieser Zeit geopolitischer Verwerfungen anvertrauen sollen? Ich bin mir nicht mehr sicher, ob der Westen ohne eine Rückbesinnung auf ihre Identität und Erbe aus griechischer Philosophie, dem römischen Begriff des Rechts und Staats, sowie einer judeo-christlichen Tradition überlebensfähig ist. Er gleicht zunehmend einem Hochhaus, dessen Bewohner die ersten Etagen für nicht mehr notwendig erachten. Hauptsache die oberen Etagen glänzen. Zumindest für unsere Finanz-, und Politeliten. Und für eine kurze Zeit.

Adem Dolas


Sonntag, 6. Juli 2014

NATO-Partner Türkei unterstützt Terror-Organisation ISIS


In der Türkei werden anreisende Terroristen aus Europa, Tschetschenien und Aserbaidschan unmittelbar am Flughafen in Adana oder Antakya abgeholt und mit Shuttle-Bussen in die Camps überführt, berichten die Einheimischen. In den Camps werden sie ausgebildet und darauf vorbereitet Nachts über die offene türkische Grenze nach Syrien einzudringen und die syrische Bevölkerung anzugreifen. Tagsüber kommen sie zurück in die Camps und ruhen sich aus. Verwundete werden in den eigens für die Terroristen eingerichteten Abteilungen türkischer Krankenhäuser behandelt. 

Die Türkei fördert terroristische Organisationen in der Region und unterstützt die systematische Vertreibung und Ermordung der syrischen Christen. Kessab, Aleppo, Maalula, Qamishli sind nur einige Beispiele. 

Die Türkei entwickelt sich zum Hort des Terrors. Ein Pakistan Kleinasiens 

"In Hatay können sich die Kämpfer unter den Augen des türkischen Geheimdienstes offen mit Ausrüstungsgegenständen für den Krieg eindecken. Frei zu kaufen sind auch offizielle Uniformen der Terror-Organisation ISIS. Der Terror-Experte Peter Neumann vom Londoner King’s College sagte FOCUS: „Die Türkei züchtet sich im Umgang mit diesen Islamisten ein Monster, das sie bald nicht mehr beherrschen kann.“
http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-28-2014-salafisten-kaempfer-werden-in-tuerkischen-krankenhaeusern-geheilt-und-gehen-zurueck-in-den-krieg-nach-syrien_id_3970048.html

Donnerstag, 3. April 2014

Save Kessab - Al-Qaida attackiert syrisch-armenische Kleinstadt mit Unterstützung des NATO-Partners Türkei

„Wir verurteilen die Unterstützung der Al-Qaida durch den NATO-Partner Türkei“, erklärt Dr. Nazareth Agheguian,Vorsitzender des ZAD. „Die Türkei unterstützt ausländische islamistische Terroristen, die gezielt Angriffe auf armenische und christliche Bürger Syriens verüben. Das weckt Erinnerungen an die Vernichtung der Armenier 1915 und das von der Türkei verwirklichte Großprojekt einer christenfreien Region.“
http://www.der-kosmopolit.de/2014/04/kessabsyrien-armenische-kleinstadt.html

"Die wenigen Verbleibenden, die zu alt oder zu krank waren, um zu fliehen, wurden von den Salafisten als Geiseln genommen. Alte Leute folterte man angeblich, damit sie verraten, wo Schmuck und ihre Wertgegenstände versteckt sind. Augenzeugen berichten außerdem, dass die Angreifer die nur wenige Kilometer entfernte Grenze ungehindert überschreiten konnten und das einige unter ihnen kein Arabisch, sondern Türkisch sprachen."
http://www.heise.de/tp/artikel/41/41350/1.html


Die türkische Armee gab den Dschihadisten, unter denen sich zahlreiche Ausländer einschließlich Türken und Tschetschenen befinden sollen, mit Panzern und Artillerie Feuerschutz. Ein syrisches Kampfflugzeug, das die »Gotteskrieger« zurückdrängen sollte, wurde am 23. März von der türkischen Luftwaffe abgeschossen und stürzte bei Kasab ab.
http://www.jungewelt.de/2014/04-04/062.php


"Such is the continuity and interconnectivity of history. A century ago, Armenians fled to Kessab to avoid being massacred by Turkey. And today, their descendants are fleeing from Kessab—again, to avoid being massacred by terrorists aided by Turkey.
Years, decades, and centuries go by; narratives and rhetoric change; utopian ideals and materialistic rationalizations become ubiquitous. Yet the same story, the same enmity—Turkish to Armenian, or more distilled yet, Muslim to Christian—lives on, even if in different contexts and formats." 
http://www.frontpagemag.com/.../turkeys-new-jihad-on.../


The Armenian diaspora, including some celebrities, has expressed outrage, demanding that the United States act to protect Syria’s minority Armenian community. The State Department has said it is “deeply troubled” by the developments.
http://www.washingtonpost.com/world/middle_east/until-last-month-this-ancestral-home-of-syrian-armenians-had-been-insulated-from-war/2014/04/02/84a97180-5224-40fc-bcdf-6920aae3a7ab_story.html


Stepan Shegukian erzählt: “Die Rebellen, die unseren Ort angriffen, waren meist Türken und Tschetschenen. Sie nahmen mich gefangen und fragten mich: Bist Du Moslem? Ich sagte, ich sei Armenier. Da wollten sie mich töten. In dem Augenblick schossen Männer von unserer Bürgerwehr auf sie und ich konnte entkommen.”
http://de.euronews.com/.../verzweifelte-armenier-fliehen.../

Der tschetschenische Präsident solidarisiert sich mit den Armeniern und verurteilt die Terrorakte der Al-Qaida in Kessab/Syrien als "unislamisch" und "menschenverachtend." "Terrorists who attacked the Syrian town of Kesab do not have anything in common with Islam, Chechnya’s President Ramzan Kadyrov wrote Monday on one of his official pages in the social networks. He expressed condolences to the families of those who had died in Kesab, a mostly Armenian-populated place in the northwest of Syria, and in other parts of the country, the Russian news agency TASS reports."
http://voiceofrussia.com/news/2014_04_01/Chechnyas-President-condemns-attackers-on-Syrian-town-of-Kesab-3472/


Türkische Al-Qaida Einheiten an der türkisch-syrischen Grenze vor ihrem Angriff auf die syrisch-armenische Kleinstadt Kessab. Artikel ist leider nur auf türkisch! 
http://www.norzartonk.org/?p=12765


"During a question and answer session at the House Appropriations Committee State-Foreign  Operations Subcommittee hearing with Ambassador Power earlier today, Rep. Schiff asked 
“About a week ago, the town of Kessab, which is predominantly Armenian Christian, was 
attacked by Al-Qaeda-linked fighters who had crossed over from Turkey and the town was 
emptied in a bloody assault. Many of the residents are descendants of the Armenian Genocide
and there is particular poignancy in them being targeted in this manner.” Rep. Schiff went on to 
ask what efforts the United Nations and its agencies are making to address the 
crisis." 
http://asbarez.com/.../schiff-questions-samantha-power.../

“Al-Qaeda-linked armed groups penetrated the region from Turkey. We must not allow Turkey to provide its territory for incursion into Syria and attacks on the civilian population,” Edward Nalbandian, Foreign Minister of the Republic of Armenia. 
http://asbarez.com/121420/nalbandian-calls-on-un-secretary-general-to-act-on-turkey-ensure-return-of-armenians-to-kessab/

Mittwoch, 2. April 2014

Kessab/Syrien – armenische Kleinstadt militärische Zielscheibe des türkischen NATO-Partners

Am 21.03.2014 überquerten Al-Qaida Einheiten die türkische Grenze nach Syrien und griffen die historisch von Armeniern bewohnte Ortschaft Kessab an. Etliche Bewohner flohen. Wer zurückblieb wurde von den Al-Qaida Millizen ermordet oder zur Konversion zum Islam gezwungen. Durch türkische Medienberichte wurde bekannt, dass die Türkei den Angriff auf die armenische Ortschaft durch die Al-Qaida logistisch unterstützt hat. 

„Wir verurteilen die Unterstützung der Al-Qaida durch den NATO-Partner Türkei“, erklärt Dr. Nazareth Agheguian,Vorsitzender des ZAD. „Die Türkei unterstützt ausländische islamistische Terroristen, die gezielt Angriffe auf armenische und christliche Bürger Syriens verüben. Das weckt Erinnerungen an die Vernichtung der Armenier 1915 und das von der Türkei verwirklichte Großprojekt einer christenfreien Region.“

Die armenische Gemeinschaft fürchtet weltweit die Zerstörung des multiethnischen und multireligiösen Syriens durch islamistische Terrorgruppen, die vom NATO-Partner Türkei unterstützt werden.

Dr. Nazareth Agheguian: „Die NATO ist aufgefordert, den Schutz der Christen in Syrien zu garantieren und auf den NATO-Partner Türkei einzuwirken.“

Die NATO und die westliche Staatengemeinschaft  ist aufgefordert Stellung zur aktuellen Situation zu beziehen und eine klare Haltung gegen islamistische Terrorgruppen in Syrien und ihre Unterstützung durch die Türkei einzunehmen.

Die nach Latakia geflohenen armenischen und alawitischen Einwohner aus Kessab sollen in ihre Heimatstadt in Sicherheit zurückkehren können.

Hintergrundinformationen:
Kessab – eine Kleinstadt im Nordwesten Syriens mit Wurzeln bis zu Zeiten des Königs Tigranes II. dem Großen (95 v. Chr.), war Teil des historischen Kleinarmeniens und ist bis heute mehrheitlich von Armeniern bewohnt. In der Vergangenheit hat die strategisch bedeutsame Stadt eine Schlüsselrolle gespielt und ist Zeugin grausamer Akte geworden.

Den ersten tragischen Rückschlag erlitten die Bewohner Kessabs 1909, als osmanische Militärtruppen sie vertrieben und zur Flucht nach Latakia zwangen.
1915 – während des vom Osmanischen Reich systematisch organisierten Genozids an Armeniern - wurden die Einwohner erneut Opfer nationalistischer Bestrebungen und ließen in der Wüste von Deir ez-Zor auf erbarmungslose Weise ihr Leben.

Seit nun mehr als 3 Jahren herrscht Krieg in Syrien und Unruhen verschiedener Fronten durchziehen das Land. So ist auch in den letzten Tagen Kessab schweren Angriffen erlegen: mehr als 600 Familien sind bei Nacht und Nebel vor Attacken   islamistischer Gruppen der Al-Nusra Front und der Al-Qaida geflohen. Diese wurden durch die unbewachte Grenze der Türkei geschleust. Erneut – nach fast 100 Jahren – sind die die Bewohner zur Zielscheibe türkisch-nationalistischer Intentionen geworden.


Kontakt:
Pressestelle des Zentralrats der Armenier in Deutschland e.V.
Tel.: 0221 - 16863001
Mobil: 0178- 81 81 002