Samstag, 10. August 2013

Die Geschichte kommt zurück - Das armenische Diyarbakir (Tigranakert)

 Ruine der armenischen Kathedrale in Dersim/Türkei
"Amputation" ist wohl einer der zutreffendsten Metaphern für die Geschichte der Städte in der heutigen Türkei. Denn diese verloren nach der Ermordung und Auslöschung der Armenier - beginnend mit den hamidischen Massakern und endend mit dem jungtürkischen Genozid - nicht nur ihre Begründer und Bewohner, sondern auch ihre Geschichte. 
Solange sich aber auch nur einer erinnert, kommt die Geschichte zurück. 

Lest die Erzählung von Mely Kiyak (Die Zeit):
"Mein vorerst letzter Text, den ich aus Diyarbakir im Südosten Anatoliens sende, soll der vielleicht größten Wunde der Stadt gelten. Die Geschichte Diyarbakirs ist die einer Amputation. So wie ein Mensch Arme und Beine hat, so selbstverständlich waren die Christen Teil der Stadt. Diyarbakir verlor sein politisches Gleichgewicht nicht erst mit dem Krieg gegen die Kurden ab 1980, auch nicht mit der Auslöschung der Armenier 1915, sondern bereits am 2. November 1895."
          [...]
"In der Türkei aber auch in Deutschland leben Leser, die nur die Rhetorik der Nationalisten kennen, nach dem Motto, "die Kurden, Aleviten oder Armenier gefährden die Einheit der Nation". Mit Leuten, die Menschenrechtsverletzungen nicht als solche benennen können, kann man keinen Weg der Versöhnung gehen, das ist mir klar geworden."


http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-08/kolumne-tuerkische-tage-diyarbakir-armenien-tuerkei/seite-2

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