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Freitag, 15. Februar 2013

Bücherverbrennung und Hetzjagd gegen Schriftsteller in Aserbaidschan

Gegen den 75-jährigen Schriftsteller Akram Aylisli läuft derzeit eine Hetzjagd in Aserbaidschan. Ein Kopfgeld wurde verhängt, seine Bücher verbrannt, die Rente gestrichen und zum Mord gegen ihn aufgerufen. All' dies erfolgt nicht durch eine kleine rassistische Randgruppe, sondern durch den Diktator Ilham Aliyev persönlich, seiner Regierungspartei und der "modernen" Oppositionspartei. 

Das Video zur Bücherverbrennung hatte die aserischen Opposition stolz auf Youtube hochgeladen (weiter unten).

Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen", sagte Heinrich Heine einst. 
In Aserbaidschan ist beides schon geschehen - gegen die Armenier. Darauf hatte Aylisli im vergangenen Jahr in einem russischen Magazin Aufmerksam gemacht. Jetzt wird man ihn zum Schweigen bringen.

"Jetzt haben nicht irgendwelche Fanatiker sondern die staatstragende Partei „Moderner Musawat“ ein Preisgeld von umgerechnet 10.000 Euro für denjenigen ausgeschrieben, der dem Schriftsteller Akram Ailisli ein Ohr abschneidet. Ailisli nämlich hat sich auf frevelhafte Weise an der heiligen nationalen Feindschaft gegen die Armenier vergriffen. In seinem neuen Roman „Steinerne Träume“ schreibt er über die Gewalt, die seine Landsleute ihren armenischen Nachbarn zum Ende der Sowjetunion angetan haben."
Preisgeld für das Ohr eines Schriftstellers
http://www.berliner-zeitung.de/politik/aserbaidschan-preisgeld-fuer-das-ohr-eines-schriftstellers,10808018,21746904.html

"He was expelled from the Union of Writers and had his presidential pension rescinded. His wife and son have also lost their jobs, while protesters have organised book-burnings of his works, held pickets outside his house, and burned effigies of him."
Bring me the ear of Akram Aylisli! Politician offers £8,000 for attack on writer
http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/books/news/bring-me-the-ear-of-akram-aylisli-politician-offers-8000-for-attack-on-writer-8492268.html

"Azerbaijan’s troubled efforts to portray itself as a progressive and Western-oriented country took a beating this week with the announcement by a pro-government political party that it will pay $12,700 to anyone who cuts off the ear of a 75-year-old novelist.
The author is Akram Aylisli, and his crime is to have written a novella called “Stone Dreams” that is sympathetic to Armenians and recounts Azeri atrocities in the war between the two countries 20 years ago"
Azerbaijan turns on one of its own with bounty on pro-Armenian author
 http://www.washingtonpost.com/world/europe/azerbaijan-turns-on-one-of-its-own/2013/02/12/977d2c8a-752b-11e2-aa12-e6cf1d31106b_story.html

"I could predict they would be unhappy. But I could never have predicted such horrors, such as calls for a writer to be killed, or his book to be burnt. It is very sad that our nation is humiliating itself in this way. A country that can burn books will not be respected by the rest of the world."
The book describes Azerbaijan's conflict with neighbouring Armenia through the 20th Century. But it details the massacres of Armenians by Azeris, portraying the tragedy of war from Armenia's perspective.
[...]
It's not unusual for the government to find a common enemy and unite around it, said Giorgi Gogia from Human Rights Watch. "And it's not the first time that freedom of information and free speech are under attack."
Azeri writer Akram Aylisli hounded for 'pro-Armenian' book
 http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-21459091

"In the novel, which was published in a Russian magazine last year, Aylisli refers to mob violence by Azerbaijanis against helpless Armenians in Baku.One passage vividly describes the scene of a mob beating up a man they thought was Armenian and another episode suggests that an Azerbaijani man threw an elderly Armenian woman from a balcony."
Akram Aylisli, Azerbaijani Author, Punished For Pitying Armenians
http://www.huffingtonpost.com/2013/02/08/akram-aylisli-punished-_n_2645791.html?utm_hp_ref=fb&src=sp&comm_ref=false#sb=3045713,b=facebook




Samstag, 2. Februar 2013

Armenische Kirche in Deutschland: "Wir sind besorgt"

BEUNRUHIGENDE ÜBERGRIFFE AUF ÄLTERE ARMENIERINNEN Im STADTTEIL SAMATYA / ISTANBUL

Mit Bestürzung haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass im Istanbuler Stadtteil Samatya, ein traditionell von vielen Armeniern bewohntes Viertel, armenische Frauen seit Wochen Opfer systematischer Angriffe werden.

Anfang Dezember 2012 wurde eine 87jährige Armenierin in ihrer Wohnung zusammengeschlagen und verlor ein Auge. Eine 84jährige Armenierin wurde am 28. Dezember in ihrer Wohnung durch sieben Messerstiche erstochen aufgefunden.

Am armenischen Weihnachtsfest, 6. Januar, hat man versucht, eine ältere Armenierin zu entführen. Zuletzt erlitt eine weitere ältere 80jährige Armenierin am 22. Januar bei einem Übergriff schwere Verletzungen und verlor ein Auge. Vier Fälle, die allem Anschein nach im Zusammenhang stehen. Die Polizei unternahm bisher keine konkreten Schritte, um die Übergriffe und deren evtl. nationalistischen Hintergründe zu klären oder weitere Überfälle zu verhindern.

Die Gemeinde in Istanbul ist bestürzt, erschrocken und verängstigt, sowohl über die Taten, als auch über die Ermittlungen der türkischen Polizei.

Wir, die Armenische Kirche in Deutschland, sind äußerst besorgt über diese brutalen Angriffe. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der die Regierung der Türkei sich den christlichen Minderheiten gegenüber geöffnet zu haben scheint, erschrecken uns solche Übergriffe auf unsere Landsleute.

Genauso wie wir, sind auch unsere Schwesterkirchen in Deutschland besorgt über die aktuelle Situation und richten uns Anfragen über die Aufklärung der Fälle, die wir jedoch nicht beantworten können, da von einer effektiven und engagierten Aufklärung bisher nicht gesprochen werden kann.

Das Armenische Patriarchat von Istanbul hat sich an die Präfektur von Istanbul gewandt und um schnellstmögliche Aufklärung dieser Gräueltaten gebeten.

Gegenüber der Türkischen Botschaft in Berlin haben wir unsere tiefe Besorgnis geäußert. Wir erwarten von den türkischen Sicherheitsbehörden in Istanbul eine schnelle Aufklärung der Taten, die Überführung der Täter und den Schutz der Armenier in der Türkei. Die Botschaft wurde aufgefordert, unsere Erwartungen an die türkischen Behörden weiterzuleiten.

Kanzlei der Diözese