Donnerstag, 23. August 2012

Eser Polat - Der Islam und seine sieben Zwerge

Gedanken über die Religionsfreiheit

Kennen Sie Märchen? Ja? Ich auch! Mein Lieblingsmärchen war „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Aus einem ganz banalen Grund: Damals war ich auch noch ein kleiner Zwerg und fand die Idee, dass so ein Sahneschnittchen wie Schneewittchen bei mir wohnen würde ziemlich gut. Wie ich die anderen sechs Zwerge loswerden würde, war mir damals als 6 Jähriger noch nicht so klar, schließlich war ich de facto Einzelkind und hatte die Gehässigkeiten unter Geschwistern nicht kennen gelernt. Aber diese Frage hat sich ja, Allah sei Dank, erübrigt. Ich bin jetzt groß. Und ich lese jetzt andere Märchen.

Zum Beispiel ein Märchen mit dem Namen „Der Islam und seine sieben Zwerge“. Es handelt von den sieben Zwergen des Islam, die in einem Land leben, das - so behaupten die Zwerge - von bösen, intoleranten Wesen bewohnt wird. Von großen, blonden und blauäugigen Wesen, die sogar islamophob sind. Und stellen Sie sich vor, diese Wesen sollen dichten UND denken! Ja Sie haben richtig gelesen. Denken!!! Allah möge ihnen ihre Sünde verzeihen! Sie wissen ja nicht, dass schon Allah für sie denkt und sie folglich nicht mehr denken müssen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Dieses intolerante, islamophobe und gottlose –Verzeihung – allahlose Märchenland heißt „Deutschland“. Unsere sieben Zwerge vertreten dort eine große Gruppe von „Muslimen“. Das behaupten die Zwerge zumindest. Denn diese Gruppe ist eigentlich so groß, dass unsere sieben Zwerge des Islam nur einen Bruchteil dieser „Muslime“ vertreten. Deshalb sind sie ja auch „Zwerge“. Logisch! Aber auch das ist eine andere Geschichte.

In diesem Märchen geht es darum, dass in Deutschland keine Religionsfreiheit herrscht. Ja, Sie haben richtig gehört. In Deutschland gibt es keine Religionsfreiheit! Und unsere sieben Zwerge des Islam fühlen sich fürchterlich entrechtet und diskriminiert. Sie betrachten sich sogar als Bürger zweiter Klasse. Ach, was rede ich da: Sie seien Bürger dritter Klasse, wenn überhaupt. Denn sogar der Bulgare sei jetzt in der EU. Diesem Mistvolk habe man bei der Sommerreise in die Türkei immer die Markscheine in den Pass legen müssen und ihre Grenzsoldaten hätten permanent stangenweise Zigaretten geschnorrt. Oder die blöden Polen, die jetzt sogar ein Gewerbe in Deutschland anmelden dürfen um den „Autohandel“ zu professionalisieren. Sie jedoch, die Muslime, seien nun die „neuen Juden Deutschlands“. Auch das behaupten unsere Zwerge. Ernsthaft!

Ja, ein trauriges Märchen ist das. Ich als Alevite habe da ein historisches, möglicherweise genetisch bedingtes Interesse an Geschichten und Märchen, bei denen es um unterdrückte Völker, Ethnien, Glaubensgemeinschaften oder sonstige Gruppen geht. Klar, hat doch meine Glaubensgemeinschaft, ja sogar meine Familie, viel Schlechtes erlebt.

Ich leide da wie ein Straßenköter! Auch ernsthaft!

Gerade als Alevite geht es mir besonders ans Herz, wenn unsere sieben Zwerge des Islam davon berichten, dass sie in Deutschland entweder gar keine Moscheen bauen dürfen oder nur unter lautem Protest dieser Deutschen. Oder wenn berichtet wird, welch' Leiden bei den Zwergen entsteht, wenn die kleinen Töchter nicht bereits mit 12 Jahren verhüllt werden können, ohne dass die Deutschen blöd kucken. Auch wenn die kleinen Kinder bei Klassenfahrten nicht der Klassengemeinschaft entzogen werden dürfen, sind unsere Zwerge sehr traurig.

Ganz besonders traurig waren die Zwerge, als man auch in Deutschland „Karikaturen“ genannte Bilder eines barttragenden Menschen veröffentlich hat. Da wurde die Religionsfreiheit ganz besonders böse eingeschränkt.

Die sieben Zwerge des Islam haben es in diesem deutschen Märchenland wahrlich nicht einfach!

„Der Islam und seine sieben Zwerge“ ist auch deshalb mein liebstes Märchen, weil es der Realität in Deutschland diametral entgegensteht. Und weil es ein wunderbares Lehrstück über Heuchelei, Scheinheiligkeit und Doppelmoral der islamischen Verbände in Deutschland ist.

Fast vier Jahre lang durfte ich an Sitzungen der Deutschen Islamkonferenz der Bundesregierung teilnehmen. Kein Märchen! Ich hatte die wunderbare Gelegenheit die sieben Zwerge des Islam hautnah mitzuerleben. Am Sitzungstisch, im Plenum, bei der Bundespressekonferenz aber auch zu sechst in einem engen Regierungsaufzug. Dort, im engen Aufzug durfte ich „hautnah“ miterleben, wie es um die Toleranz der sieben Zwerge steht, wenn ihnen ein junger Alevite im Wortsinne „zu nahe“ kommt. Ob ich ein Muslim sei, wollten sie wissen, mir die Antwort regelrecht abnötigen. Falls ja, würden die Zwerge auch die deutschen Aleviten repräsentieren. Falls nein, sollte ich verschwinden, da ich ja dann rein begrifflich nichts mit dem Islam zu tun hätte. Irgendwie logisch…wenn man das Denken eingestellt hat.

Die Religionsfreiheit, welche die sieben Zwerge des Islam in Sinne haben, ist ihre eigene Religionsfreiheit. Dabei merken sie nicht, dass sie in Deutschland eine weitreichende, fundamentale Religionsfreiheit genießen. Dort wo es Probleme gibt, z.B. bei der Frage nach der rechtlichen Verfasstheit, also dem Status der Verbände, bei dem Bau von Moscheen, generell bei der verfassungsrechtlichen Güterabwägung geht es nicht um das „ob“ der Religionsfreiheit, sondern allenfalls um das "wie". Und bei dieser Frage ist Deutschland – fast schon mit vorauseilendem Gehorsam – engagiert und außerordentlich liberal. Es gibt in Deutschland mehrere Tausend(!) Moscheen. Es gibt tausende Imame, die ihrer Tätigkeit nachgehen. Niemand hindert Frauen daran, ein Kopftuch zu tragen. Muslimische Kinder werden nirgendwo in den christlichen Religionsunterricht gezwungen. Kein Muslim muss an Weihnachten unter dem Christbaum stehen und „Oh, du Fröhliche“ singen, auch wenn ich Aiman Mazyek – einen der sieben Zwerge – gerne einmal unter dem Bäumchen sehen würde. Niemand zwingt den Muslimen in Deutschland Essensregeln auf, niemand schreibt ihnen vor, was sie zu denken haben. Auch wenn letzteres in der Leugnung einer der fürchterlichsten Tragödien der Menschheit, dem Genozid an den christlichen Armeniern im Osmanischen Reich münden kann. Manchmal, ja manchmal wird sogar den Deutschen vorgeschrieben, was sie über den Islam zu denken haben. Man versucht es wenigstens.

Ja das alles zeigt eigentlich die „Toleranz“ dieser „Deutschen“ im Märchenland „Deutschland“. Dennoch sind die sieben Zwerge des Islam überzeugt, dass es in Deutschland keine Religionsfreiheit gibt, dass Deutschland ein zutiefst islamophobes Land ist.

Wenn all dies nur bedeuten würde, dass unsere sieben Zwerge des Islam ein wesentliches Organ, das Allah ihnen gegeben hat nicht nutzen, also nicht mit ihrem Hirn denken, dann könnte ich getrost so weiterleben. Dann wäre das nicht mehr und nicht weniger als die Verschwendung von intellektuellem Potential. It’s not my business!

Aber es bedeutet leider viel mehr. Wenn der Zentralrat der Muslime, der Koordinierungsrat der Muslime, der Islamrat, DITIB, ATIB, IGMG, VIKZ, mithin unsere sieben Zwerge des Islam, tatsächlich behaupten, wegen all der geschilderten Umstände gäbe es in Deutschland keine Religionsfreiheit, dann fällt es mir schwer zu sagen, dass alles im Auge des Betrachters liegt und eine Frage der Perspektive ist.

Nein, dass einzige was ich dann noch kann, ist ein anderes Organ zu nutzen, dass Allah mir gegeben hat: Ich kann dann nur noch meinen Magen entleeren!

So viel Scheinheiligkeit, Doppelmoral und Heuchelei ist schwer zu ertragen, insbesondere wenn die Freiheit der eigenen Glaubensgemeinschaft von einigen dieser Organisationen oder ihrer Glaubensbrüder selbst massiv eingeschränkt wird!

Aleviten, Christen, Juden, Schiiten oder Atheisten haben in sunnitisch-muslimischen Ländern nicht einmal die elementarsten Grundrechte. Wir reden hier nicht vom Grundrecht auf Religionsfreiheit, wir reden vom Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, vom Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, vom Grundrecht der Meinungsfreiheit, vom Grundrecht der Versammlungsfreiheit, vom Grundrecht der Bewegungsfreiheit, vom Grundrecht auf Eigentum, vom Grundrecht auf ein faires und rechtsstaatliches Gerichtsverfahren und noch vieles mehr.

Ich kann schon wieder einige hören: „Wir leben aber in Deutschland“ oder „Wir können uns doch nicht auf das gleiche Niveau begeben.“

Ja. Richtig. Kein Einwand! Darum geht es in dieser Debatte jedoch nicht.

Wenn ein „Wohlstandsdeutscher“ sich nach dem üppigen und leckeren Weihnachtsessen darüber beklagt, wie wenig und wie schlecht er in Deutschland gegessen hat, stellt sich für jeden vernünftigen Menschen mit Herz doch aber die Frage, wie der Charakter dieser Person in Anbetracht von tausenden Kindern, die täglich an Hunger sterben, zu bewerten ist. Wenn diese Person das auch noch öffentlich äußert, in seiner Funktion als Vorsitzender von „Brot für die Welt“, der „Welthungerhilfe“ oder der „Caritas“, dann muss dies doch erst recht hinterfragt werden!

Zum Beispiel ein Verband wie DITIB, der schon rein namentlich aber auch institutionell mit dem türkischen Religionsministerium verbunden ist, kann sich doch nicht ernsthaft vor die deutsche Öffentlichkeit stellen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit behaupten, wie schlecht es ihnen in Deutschland eigentlich geht und dass sie keine Religionsfreiheit hätten.

Und niemand in der Republik, schon gar kein Politiker hat genug Hintern in der Hose, um sich solche Äußerungen mit Hinweis auf die Zustände in der Türkei zu verbitten. Zustände, die einen direkten Konnex zu DITIB haben und auf die DITIB sicher Einfluss nehmen könnte.

Wir sind alle Erwachsen genug, um nicht mehr an Märchen zu glauben. Von meinen Abgeordneten, Ministern und Kirchenvertretern erwarte ich als Angehöriger einer tatsächlich entrechteten, echten religiösen Minderheit, dass sie diesem Märchen ein Ende setzen und auf die wahren Defizite in Sachen Religionsfreiheit in den Herkunftsländern so mancher Islamfunktionäre hinweisen und Abhilfe einfordern. Richtig, wir wollen uns nicht auf das Niveau muslimischer Bananenrepubliken begeben. Wenn wir jedoch die Situation insbesondere der religiösen und ethnischen Minderheiten in den muslimischen Ländern verbessern wollen, wenn wir einen wahren arabischen oder besser noch muslimischen Frühling erleben wollen, dann geht das nur mit der Einbeziehung unserer sieben Zwerge des Islam in Deutschland und Europa. Nur wenn sich die offiziellen Vertreter der Muslime in Deutschland und Europa eindeutig zu den Grundfreiheiten und Menschenrechten in ihren Herkunftsländern bekennen und diese einfordern, nur dann kann auch dort ein Umdenken allmählich beginnen.

Schäbig ist es, wenn man so tut, als ob die echte Unfreiheit in der islamischen Welt einen gar nichts angeht.
Frech ist es, in Anbetracht dieser Unfreiheit die Rahmenbedingungen in Deutschland schlecht zu reden.

Zu hoffen bleibt, dass ich mich irre, unsere sieben Zwerge des Islam sich als wahre Riesen entpuppen und endlich mal was Vernünftiges zum gesamten Gemeinwohl beitragen. Aber auch das klingt eher wie ein Märchen… und an die glauben wir ja nicht…oder?

Zum Autor:  
Eser Polat ist Jurist und Mitglied im bayerischen FDP Landesvorstand.

Kommentare:

  1. Klartext, wie man es sich öfter wünschen würde!

    AntwortenLöschen
  2. Wundervoll geschrieben - danke!

    AntwortenLöschen
  3. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Unterlassen Sie bitte Beleidigungen und bleiben beim Thema!

      Löschen
  4. Die heile Welt des Eser Polat, da die pösen, pösen Moslems, dort die anderen. Und die schlimmsten überhaupt, ja das sind die Sunniten.
    Kommen wir mal zu der Tatsache, dass in Aleviten, Christenkreisen in der Türkei eine sehr sehr gleichgültige Einstellung und überhaupt keine Freude zu den sog. Ergenekon-Ermittlungen besteht. Insbesondere die CHP, die mehrheitlich und traditionell von Aleviten gewählt wird und entsprechende Parteizusammenstellung hat aus Aleviten, die sind nicht nur völlig desinteressiert an den Ergenekon-Ermittlungen, so schwingen sich nicht wenige von ihnen sogar als Verteidiger dessen auf. So hat die Partei schon sehr oft von Liberalen, Demokraten als auch Journalisten grosse Kritik einstecken müssen. Schauen wir uns doch mal die Türkische Republik an. Die Alevitenkreise hatten politisch als auch innerhalb des sog. tiefen Staates exponierte Positionen, die sie zu ihren Interessen gegen türkisch-sunnitische Moslems vertreten haben. Seit der Türkischen Republikgründung gehen die grössten demokratischen Reformprozesse nicht etwa von alevitischen Kreisen aus, sondern von den pösen, pösen sunnitischen Moslems.
    Kommen wir doch einfach mal zum Ergenekon-Fall und fragen wir uns dabei wieso sich denn Aleviten so schrecklich wenig dafür interessieren. Erinnern wir uns, dass es hierbei nicht nur um den sog. "tiefen Staat" geht, sondern auch mehrere Staatsputsche, die querbeet und alle religiösen und politischen Gruppen gleichermassen getroffen hat und das Ziel war die Demokratie. Auf deren Konto gehen laut Anklage des Rechtsanwalts auch der Mord an den armenischen Journalisten Hrant Dink! Auch die sog. Malatya-Morde an den christlichen Missionaren gingen auf die Ergenekon-Leute und die zahlreichen inszenierten Morddrohungen, Attacken und Übergriffe auf diverse christliche Pfarrer. Das Ziel war es in der Türkei chaosartige Verhältnisse hervorzurufen und dabei den Boden zu bereiten für einen erneuten Putsch, nach Vorbild der 80er Jahre. Was schliesslich methodisch schon mal in der Form geklappt hat, kann man gegen eine demokratisch gewählte Regierung nochmal versuchen.
    Schauen wir uns doch mal an, wo die Führungsspitze der sog. Ergenekon-Terroristen regelmässig sich getroffen und getagt haben:
    http://arsiv.ntvmsnbc.com/news/433424.asp

    Der liebe Eser Polat kann sicherlich auch Türkisch und kann es gerne übersetzen. Was sehen wir da, die Führungsriege der Ergenekon-Putscher, also der sog. tiefe Staat, diese antidemokratische Organisation, die sich sogar vor Morden nicht scheute und zwecks Aussenwirkung und politischer Isolierung einer demokratisch gewählten Regierung, um einen Putsch zu legitimieren und in die Wege zu leiten. Und wo trafen die sich, die Ergenekon-Führungsriege, die nie in moslemischen Kreisen oder gar Moscheen gesehen wurden, sie trafen sich in einer christlich orthodoxen Kirche. Dort traf man sich zu Besprechungen, Familienfeiern und Gebeten. Und woher weiss man das, weil nach den Festnahmen und Sicherstellung von Dokumenten selbst gemachte Fotos dazu aufgetaucht sind. Und hier kann man die Fotos bewundern:
    https://www.google.de/search?q=ergenekon+ortodox&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:en-US:official&client=firefox-a&um=1&ie=UTF-8&hl=de&tbm=isch&source=og&sa=N&tab=wi&ei=BslMUIbCGOjP4QSqo4GwCw&biw=1760&bih=823&sei=CMlMUJOyNoGIhQfUoYDIDQ

    Hier dazu ein Nachrichtenbericht, veröffentlicht von einem türkisch-christlichen Forum:
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&list=UUPH2JAZlW4fvfFeuye1gBGg&v=nUJaxjshaYQ

    Die Reaktionen kann man sich auch durchlesen bei den türkischsprachigen Christenforum, die Verwirrung ist gross, aber angesichts der Foto und Videodokumente aus der Ergenekon-Führungsriege:
    http://www.hristiyanforum.com/forum/turk-ortodoksluk-f225/karakoydeki-turk-ortodoks-t8018.html

    Herr Eser Polat hat das grosse Privileg, sich ausnahmsweise abseits von seichter Propaganda etwas zu bilden.

    AntwortenLöschen
  5. Ich bin selbst Alevite und komme aus Dersim. Eser Polat und sein komischer Alevitenverein vertritt jedenfalls weder mich, noch andere Aleviten. Aleviten glauben an den Propheten Ali und an den Propheten Mohammed. Mit Moscheen haben wir Aleviten kein Problem, als Moslems haben wir auch kein Problem mit dem Islam. Wir haben allerdings ein Problem mit Leuten, die sich als Aleviten bezeichnen, aber keinerlei Bezug zum Alevitentum haben. Da sind zum einen zu nennen die armenischen Konvertitaleviten. Die stellen sich hin, das Alevitentum hätte angeblich nichts mit dem Islam zu tun, stellen sich hin und behaupten im Namen der Aleviten, dass angeblich Aleviten mehr Ähnlichkeit mit christlichen Glauben hätten als mit dem Islam. Wer seid ihr eigentlich, dass ihr euch hinstellt und im Namen der Aleviten und Alevitentum sprechen wollt. Ihr seid ursprüngliche Christen und Konvertitaleviten. Stellt euch hin und steht auch dazu, anstatt so ein Schauspiel öffentlich abzuziehen. Nehmen wir Eser Polat, der erzählt, er wollte in der Türkei beten und als nächstgelene Stelle soll er in eine Kirche gegangen sein und dort gebetet und eine Kerze angezündet haben! Der selbe Eser Polat wettert und hetzt dagegen gegen ausnahmslos alle türkische Moscheegemeinden. Eser Polat scheint grundsätzlich ein Problem mit Moslems, Moscheen und Islam an sich zu haben. Das ist ein Verhalten völlig untypisch für uns Aleviten und wir distanzieren uns von solchem Gebahren. Das ist aber sehr typisch für ehemals christliche Konvertitaleviten, die rudimentären Bezug zu ihren vorherigen Wurzeln haben, in sich bereits gespalten sind, aber am Verhalten erkennt man sie schliesslich, wie man sie einzuordnen hat, was sie wirklich sind und wohin sie gehören. Es gibt auch griechischstämmige Konvertitaleviten, die ebenfalls ihre tendenziellen Verhaltensweisen mehr griechisch offenbaren und die Kontakte eher dorthin suchen. Eser Polat sollte seinen Hass lieber anderweitig kanalisieren und wenigstens so viel Respekt und Anstand zeigen und die Aleviten in Ruhe lassen, dasselbe auch zu seinem Alevitenverein. Redet in eurem Namen als Armenier, aber nicht im Namen der Aleviten. Ich sehe bei euch weder historisch einen Bezug zu uns Aleviten, noch heute.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sie sind Alevite? Mit ausgeprägter Abneigung gegen Armenier und Christen? Alles klar. Super Story!

      Löschen
    2. Ihre rapublistische Wort- und Tatsachenverdrehung und lächerlichen Unterstellungen können Sie sich sparen. Meine Abneigung gilt rechtspopulistischen Armeniern und jenen, die letztendlich Scheinaleviten sind, eine Rolle spielen, um ihre hässlichen Spielchen in der Öffentlichkeit zu spielen. Ich komme aus Dersim und ich kann dort sogar Dorf für Dorf sagen, wer wirklich alevitisch ist und wer nur so tut nach Aussen, als ob. Das ist auch nicht das Problem. Jeder nach seiner Facon, so lange die Menschen sich demokratisch und friedvoll verhalten. Das ist auch schön, wenn auch andere das Alevitentum ausleben möchten. Das Problem sind aber Menschen, die kaum oder garnichts mit dem Alevitentum zu tun haben und mit falschen Behauptungen zu unserer Religion Zwietracht innerhalb der Aleviten und zu anderen Landsleuten säen! Wir Aleviten geraten dann in falsche Verdächtigungen wegen schwarzen Schafen, die extremistische Verhaltensweisen zeigen, Menschen gegeneinander aufhetzen und sich hinter uns Aleviten verstecken.
      Hier können Sie sich informieren in unserem Forum, worum es geht:
      http://www.gencaleviler.com/forum/alman_icisleri_bakanliginin_raporu_aabf_baskani_turgut_oker_pkk_ile-t21315.html?s=81c332b3ca53391a59569e5995a01653&

      Oder hier:
      http://www.mesop.de/2010/06/22/verfassungsschutz-pkk-weiterhin-aktiv-alewiten-im-blickpunkt/

      Löschen
    3. Die letzte Quelle ist aus turkishpress.de einer rechtspopulistischen türkischen Seite. Ein toller Alevite sind Sie mir! Alle Dörfer in Dersim kennen Sie also. Und können sagen wer Alevite ist und wer so tut. Dann sind Sie also auch in der Lage, die Häuser von denjenigen zu markieren, die so tun als ob... Sie sind ein Fake, ein klassischer Internet Troll. Ein Sunnite, der auf Alevite macht. Viel Spass dabei!

      Löschen
    4. Ein grossartiger Artikel von Eser Polat !
      Kein Wunder, dass er auf so viel Hass bei bestimmten Extremisten trifft.

      Löschen
  6. Ich bin mittleren Alters und seit fast 30 Jahren bin ich entweder mit meinen Eltern früher immer mit dem Auto in die Türkei gefahren und später auch selbst. So eine Märchengeschichte, daß man angeblich türkischen Grenzbeamten DM Scheine zum schmieren in den Paß gelegt hätte, ist ausgeburt einer wie auch immer gearteten und gesteuerten Fantasie. Sie haben es ja nötig, solche Märchen hier zu erzählen. Nicht nur wurden seit Anfang der 90er Jahre seit der Özal-Zeit versuchte Beamtenbestechungen in der Türkei relativ hart bestraft, diese Märchengeschichte von ihnen macht auch im Bezug zu den türkischen Grenzbeamten absolut keinen Sinn. Selbst wenn Bestechung möglich gewesen wäre, schneller wäre man am Grenzdurchgang aufgrund der Schlange auch nicht weitergekommen und es hätte sich längst wie ein Lauffeuer rumgesprochen, daß Beamte Bestechungsgelder annehmen. Nicht nur durfte ohnehin keiner von denen irgendetwas von den anreisenden Landsleuten annehmen, nicht mal Getränke, geschweige denn Geld.
    In Serbien beispielsweise wurde ich mal von der Polizei aufgehalten, dann schrie man mich an, ich solle aussteigen. Als ich ausstieg, hieß es, ich wäre angeblich nicht angeschnallt gewesen. Proteste brachten nichts, mir wurde dann gedroht, 3 Tage im Knast einzusitzen. 150 Mark durfte ich dann zahlen. Sie dichten hier sehr wahrscheinlich die Schikanen der berühmt berüchtigten bulgarischen Grenzpolizei den Türken an. Denn in Edirne liegen die beiden Grenzposten dicht an dicht. Denen mußte man tatsächlich Schmiergeld geben, wenn sie es auf einen abgesehen hatten. Um nicht schikaniert zu werden, legten Türken immer zwei Kasten Cola und Fanta in den Kofferraum. Denn Cola war im sozialistischen Bulgarien sehr begehrt. Wenn man solche Dinge im Kofferraum hatte, wurde man freundlicher behandelt und in Ruhe gelassen. Eine Dose reichte da nicht, der freundliche Beamte machte dann auch klar, er hätte auch nette Kollegen und Zuhause die Kinder würden sich auch freuen. Wenn man nichts hatte und auch keine Zigaretten, dann tat man gut, einen Schein in den Pass zu legen. Dasselbe ist mir auch mehrfach im damals sozialistischen Rumänien passiert. Wenn die Türken ein Mistvolk sind, lieber Herr Polat, dann sind sie nicht nur ein wirklich erbärmlicher und sehr schlechter Märchenerzähler, sondern ein Mistvieh. Daß Sie Türke sind, das glauben Sie übrigens nicht mal selbst. Aber es hetzt sich viel leichter stimmts, wenn sie es sagen.
    Die türkischen Grenzbeamten waren übrigens immer sehr freundlich und fragten auch immer nach, in welchem Land auf welche Weise die türkischen Landsleute Schikanen ausgesetzt waren. Denn diese Informationen wurden regelmässig an das türkische Aussenministerium weitergeleitet. Wären wir von den türkischen Grenzpolisten schikaniert worden, hätte es einem bereits den ganzen Urlaub und die Stimmung vermasselt.
    Wenn Sie psychische Probleme haben Herr Polat, gehen Sie lieber zum Psychologen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bevor Sie den Autor als "Mistvieh" beleidigen sollten Sie sich mal über folgendes Gedanken machen:

      1. Schon mal was von Ironie gehört? Der Autor beleidigt niemanden, er überspitzt ironisch und legt die Äußerung "Mistvolk" den Türken in den Mund. Er tut so als ob die Türken das sagen würden.

      2. Diese ironische (nur für Sie: nicht ernst gemeinte) Äußerung bezieht er auf die Bulgaren, nicht auf die Türken!

      Schon blöd, wenn man nicht lesen kann. Da der Text Sie offensichtlich überfordert, lesen Sie doch was, was ihrem Niveau entspricht. Z.B die Hürriyet!

      Löschen
  7. Folgendes Erlebnis ebenfalls aus Bulgarien. Da durfte man damals die Transitstecke nicht verlassen. Da stehe ich in einer Reihe mit bulgarischen Autos, hinter mir noch weitere 3-4 Fahrzeuge. Es wird grün und fahren los. Etwa 100 Meter nach der Ampel stehen rechts bulgarische Polizisten und ich solle 250 DM zahlen, weil angeblich sei ich über rot gefahren. Ich war das einzige nichtbulgarische Fahrzeug. Solche Dinge sind da abgelaufen. Trotzdem Herr Polat hegt kein Türke einen Hass gegen Serben, Bulgaren oder Rumänen. Ich kenne tausende solcher Erlebnisberichte von unseren Landsleuten. Wir können sehr gut unterscheiden und differenzieren zwischen dem Regime und den Menschen als solches. Die jeweiligen Menschen können nichts dafür, wenn sich ihre Beamten so verhalten.
    Und noch eine Anekdote von einem griechischen Freund. Anfang der 90er Jahre als es zwischen Griechenland und Türkei einige sehr ernsthafte Krisen gab, gehörte der besagte griechische Freund zu einen der wenigen gr. Touristen in der Türkei. Er sagte, daß er im Vorfeld große Angst hatte und auch Vorurteile. Die gr. Medien sind ja nicht gerade aus sehr differenziert oder seriös bekannt, wenn es um Türkeinachrichten geht. Als er dann in der Türkei unterwegs war, war er unglaublich überrascht nach eigenen Aussagen, wie er als Grieche überall behandelt wurde. Ich kann nur das wiedergeben, was er gesagt hat, bei einigen Vorkommnissen hatte er Tränen in den Augen, denn er stellte fest, daß man doch nicht als Feinde behandelt und ansieht unter Menschen. Ähnliche Dinge habe ich auch in Griechenland und Bulgarien erlebt, wo die Staatsbeziehungen oftmals kriegsähnliche Zustände hatten. Deshalb sollten Sie Herr Polat zwischen Menschen und Politik unterscheiden und auch wenn es Ihnen schwerfällt die ideologische Klobrille ablegen und Menschen nicht nach Kulturherkunft, Religion oder vermeintlicher Politik kategorisieren. Und ihre ständigen Polemisierungen zu den türkischen Sunniten sind, wie sie selbst nur zu gut wissen, unehrlich und arm. Die sunnitischen Türken sind Kemalisten und Atatürk-Anhänger. Das ist das was die Türken am meisten prägt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sunniten sind Kemalisten und Atatürk Anhänger? Superwitz! Deshalb wählen so viele sunnitische Türken auch Erdogan in die AKP? Wohingegen Aleviten CHP wählen. Oh Mann...

      Löschen
  8. Die Soziologin Necla Kelek schreibt.

    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2008%2F01%2F21%2Fa0003
    "Aleviten verteidigen ihre Ehre

    Dass hinter der Aufregung über den "Tatort" mehr stecken muss als die Empörung über einen Film, wird auch schon durch den Aufwand deutlich, mit dem die Aleviten sich selbst in die Öffentlichkeit gedrängt haben. Die Demonstration von 20.000 Leuten ist eine Botschaft an die Politik: Achtung, es gibt viele Aleviten, und die sind bereit, auf die Straße zu gehen, wenn über sie geredet wird. Sie wenden sich gegen das "Anschwärzen", wie das türkische Massenblatt Hürriyet die Darstellung des "Tatorts" nennt, und Verbandssprecher von der Linkspartei bis zur Türkisch-Islamische Union (Ditib) übten Solidarität wegen der angeblichen Ehrverletzung. Bisher waren die Aleviten gewohnt, als die guten oder als die anderen Muslime in Ruhe gelassen zu werden. Aber nun wird auch über sie in der Öffentlichkeit diskutiert. Und sie zeigen, dass sie, wie andere türkisch-muslimische Männer auch, ihre Ehre verteidigen, wenn es um ihre Töchter und Frauen geht. "Bis zum Tod" war auf einem Transparent in Köln zu lesen. Sie wollen, dass Berichte über ihre Art zu leben weiterhin tabu bleiben. Dabei sollen die Fakten unter den Tisch fallen. Die Aleviten verhalten sich, als wollten sie durch den organisierten Aufschrei die Sache selbst übertönen. Tatsächlich stellen in der türkisch-muslimischen und besonders auch der alevitischen Community Gewalt und sexueller Missbrauch ein ernst zu nehmendes und umfassendes Problem dar.

    Alle Untersuchungen, ob in Deutschland oder der Türkei, zeigen, dass in den muslimisch-patriarchalisch geprägten Gesellschaften - eben auch unter Aleviten - sexuelle Gewalt Alltag ist. Das Thema wird seit Jahren tabuisiert. Wer es anspricht, den trifft die Wut, und der wird mit allen Mitteln bekämpft und diffamiert. Der Sexualtherapeut Halis Cicek, selbst Alevit, hat erschütternde Berichte und Lebensgeschichten des sexuellen Leidens veröffentlicht. Das Buch heißt "Resmen irza Gecme" (Die erlaubte Vergewaltigung), ist leider nur auf Türkisch erschienen und schildert die Probleme auch in den alevitischen Gemeinschaften über alevitische Männer. Darin beschreibt Cicek, dass psychisches Elend, sexuelle Probleme wie Impotenz, Depressionen, Sodomie, Pädophilie, Gewalttätigkeiten vieler durch den Zwang zur Heirat, mangelnde Aufklärung durch die patriarchalisch-religiösen Verhältnisse hervorgerufen und reproduziert werden. Der Vorwurf, Inzest und Inzucht seien unter den Aleviten verbreitet, hat neben der diffamierenden Seite ganz reale Ursachen, die nicht nur im religiösen Bereich zu suchen sind, sondern auch mit der besonderen Situation als Minderheit zu tun haben. Bei Aleviten heiraten überwiegend Cousins und Cousinen ersten Grades untereinander.

    Grund dafür ist ihre islamische Tradition. Mohammed verheiratete seine Tochter Fatima mit seinem Neffen Ali, Cousin und Cousine ersten Grades. Sie gelten als Begründer des Alevitentums, und ihr Beispiel ist Vorbild. Alle alevitischen Geistlichen müssen aus dieser einen Familie entstammen. Und es gibt in der Tradition dieser Glaubensrichtung wie auch bei sunnitischen Kurden und Türken in Ostanatolien die Sitte der "Besik kertmesi", der Babyhochzeit. Dabei werden Mädchen bei der Geburt oder kurz danach von den Eltern dem Sohn einer verwandten Familie als Braut versprochen. Die eigentliche Hochzeit wird dann bei Geschlechtsreife vollzogen. Wer das Versprechen nicht einhält, muss mit Zwang bis hin zu Mord und Blutrache rechnen."

    AntwortenLöschen
  9. Danke Herr E. Polat!

    AntwortenLöschen
  10. Dem Verfasser ist wohl nicht klar, dass die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und der europäischen Diaspora NICHT für die muslimisch geprägten Länder haftbar gemacht werden können. Erst recht nicht Muslime, welche in 2., 3. und z.T. 4. Generation hier leben oder autochtone Deutsche sind. Die Abschätzigkeit des Verfassers gegenüber den islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland entlarvt ihn als einen ehrlosen Menschen. Für wenn hält er sich überhaupt? Seine Abschätzigkeit bleibt ihm aber ohnehin nicht ungesühnt, dass er es bitter bereuen wird.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Seine Abschätzigkeit bleibt ihm aber ohnehin nicht ungesühnt, dass er es bitter bereuen wird." Was meinen Sie damit? Drohen Sie dem Autor etwa? Am besten eine Sharia konforme Strafe vielleicht? Zunge abschneiden? Lernen Sie doch lesen, dann wird Ihnen klar, dass der Autor die Verbände kritisiert und nicht die Gläubigen!

      Löschen
    2. @Anonym3. Juni 2015 um 00:57

      Halten Sie Ihre Klappe, Sie dreckiger Nazihund! Sonst schlage ich Sie!

      Löschen
  11. Ich sehe hier das typische "Bild", die Reaktion der meisten, wenn Kritik ausgesprochen wird. Solange ihr die Kritik nicht wahrnimmt und Gewisse Dinge nicht einsieht, könnt ihr auch nie etwas verbessern. Dass die Türkei einen Türkisch-sunnitischen Staat anstrebt ist seit Kerdogans Regierung noch offensichtlicher. Wie kommt der türkische Präsident, der seit Jahren Kurden aus der Türkei vertreibt, auf einmal dazu, mit dem Präsident der kurdischen Autonomieregierung in Nordirak, Berazani, Verhandlungen zu machen! Das hier die selben religiösen Interessen stecken ist ohne Frage!! Ermorden unschuldiger Menschen, legt ihnen ihr glaube vor, dass jemand mit solchen Gedanken in den Himmel kommt bezweifele ich auch stark, auch wenn deren GOTT von ihnen fordert!!!

    Der E. Polat beschreibt übrigens haargenau die Situation, wenn jemand die geschilderten Punkte nicht erkennt, würde ich einen Termin beim Augen/Ohrenarzt empfehlen :)

    AntwortenLöschen