Freitag, 9. November 2012

Martin Walser droht Michel Friedman

Der greise Schriftsteller Martin Walser löste  in der Frankfurter Paulskirche mit seiner Festrede anlässlich der Verleihung des Friedespreises des deutschen Buchhandels im Jahre 1998 einen Sturm der Entrüstung aus, als er die "Instrumentalisierung des Holocausts" kritisierte und von der "Auschwitz-Keule" sprach.

Michel Friedman ist das damals wohl entgangen. Jetzt holt er nunmehr nach 14 Jahren das nach, was er damals verpasst hat und bezeichnet Walser und Günter Grass im Nachhinein als "Antisemiten". Walser will jetzt rechtlich gegen ihn vorgehen.


"Manche Menschen werden klug geboren, andere brauchen etwas länger. Der “jüdische Publizist” Michel Friedman hat soeben “den Schriftstellern Martin Walser und Günter Grass Antisemitismus und Rassismus” vorgeworfen. Dabei hatte der “Krawattenmann des Jahres 2000” erst vor kurzem der Pfeife des Jahrhunderts einen halben Persilschein ausgestellt: dieser sei „kein Antisemit“, er spiele allerdings „mit antisemitischen Klischees“; nu hat offenbar auch Friedman begriffen, dass man einen, der gerne kokelt, einen Brandstifter nennen kann. Eine erstaunliche intellektuelle Leistung. Wie aber nennt man einen Publizisten, der Monate braucht, um zwei und zwei zusammen zu zählen. Einen Spätzünder?"

Die schnellste Krawatte des Jahrzehnts

"Der Schriftsteller Martin Walser hat Antisemitismus-Vorwürfe des jüdischen Publizisten Michel Friedman scharf zurückgewiesen. "Ich kann mir überhaupt nicht denken, worauf sich Herr Friedman bezieht. Ich habe niemals ein Pamphlet oder Gedicht zu diesem Thema verfasst", sagte Walser. "Sollte er das nicht widerrufen, werde ich ihn wegen Beleidigung verklagen."
Walser kontert Friedman


Kommentare:

  1. Warum müssen Kosmopoliten in dem kurzen Artikel zweimal "jüdischer Publizist" schreiben? Und wenn es ein Zitat ist, warum wird die Quelle nicht angegeben?

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  2. "Der Schriftsteller Martin Walser"
    reimt sich so gar nicht auf
    "der jüdische Publizist Michel Friedman".

    Weil da ein Adjektiv zuviel steht. Tja, der arme Walser darf nicht mal ein deutscher Schriftsteller genannt werden, obgleich ihn das mehr freuen würde, als einem lieb sein kann. Zumal Friedman jüdisch genannt wird, obwohl er ja deutsch ist. Und den freut das nicht so.

    Wie sähe "der katholische Schriftsteller Martin Walser" aus: Komisch, zumal im Kontrast mit dem "jüdischen Publizisten Michel Friedman". So als ob ein Katholik was gegen Juden hätte?, nein, so als ob einer katholisch sein müsste, wenn der Andere ohnehin jüdisch ist?, nein!, mit Religionen hauen die Adjektive auch nicht hin, und schlimmer wirds, wenn Walser in dem Zusammenhang "der deutsche Schriftsteller Martin Walser" genannt würde. Ja nachgerade polemisch. Bloß durch so'n Adjektiv.

    Und weil es ja so wichtig ist, dass Michel Friedman kein Publizist ist, sondern ein "jüdischer Publizist".
    Ein Publizist ist nämlich einfach ein Publizist, jedoch ein jüdischer Publizist ist eigentlich kein Publizist, sondern mehr ein Jude.

    Tja, es ist und bleibt schwierig mit den Deutschen und den Juden!, grad wenn darüber dämlich geschrieben wird.

    - Und weshalb nun auf Jans berechtigte Frage hier zwei Wochen nicht geantwortet wird, weiß ich auch nicht.
    Also warum wird in dem Artikel nicht zum "jüdischen Publizisten" Stellung genommen?, zu kompliziert, oder besteht die Gefahr von Adjektiven? Und warum wird die Quelle nicht angegeben?

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  3. Ihr beiden Schlaumeier teilt euch wohl eine Gehirnzelle. Der Kosmopolit zitiert die Stellen aus den angegebenen Links.

    Aber unterstellt den Fall, dass dies nicht der Fall wäre. Was stört euch an der Bezeichnung "jüdisch" oder "jude"?

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    1. Meinegüte, lesen Sie wenigstens meinen Beitrag, in dem steht, worum es da geht. Ich tue Ihnen nicht den Gefallen, ihn zum zweiten Mal zu schreiben.

      - Und wird man hier gewohnheitsmäßig beleidigt mit "Schlaumeier", "eine Gehirnzelle", wenn man hier wagt, nachzufragen, oder hatten Sie nur einen schlechten Tag?

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