Samstag, 10. November 2012

Möchte türkischer Ministerpräsident mehr Bunga-Bunga?

In letzter Zeit häufen sich die Aussagen und Kampagnen der türkischen Ministerien, die auf den Lendenbereich abzielen. Nicht ungewöhlich war bisher, dass die eine kleine Hautmembran über das Schicksal und den Achtungsanspruch ganzer Familien/-mitglieder entscheiden konnte und sehr viel Aufmerksamkeit erfuhr. Ebenso konnte man meinen, die Forderung von Herrn Erdogan beispielsweise zum Kindermachen sei irgendwie kulturell bedingt. Wie sich herausstellt, hat Herr Erdogan andere Sorgen als nur eine schrumpfende oder alternde Bevölkerung.

Genauer, seit neuestem forciert Herr Ministerpräsident Erdogan eine 3 Kind-Politik, er verlangt 3 Kinder von jeder "Frau", mit allen aufklärerischen und gesetzlichen Mitteln. Das bisher zur Anwendung gebrachte Repertoire und die Fantasie ist sicherlich noch nicht ausgeschöpft. Beispiele:

Aktion: Anzahl der Mehrfachgebärenden beachten

Durch Rechtsetzung :werden (geplante) Kaiserschnittgeburten, auch bei risikoreichen Mehrlingsgeburten, massiv eingeschränkt und Ärzte mit dem Strafrecht bedroht.

Türkei: Kaiserschnitt- Verbot erntet Kritik 
Erdogan bezeichnete die Kaiserschnittgeburten allen Ernstes als Teil eines „finsteren Plans“, der das Ziel habe, ein gesundes Bevölkerungswachstum in der Türkei zu verhindern. Schließlich könne eine Frau nach einem Kaiserschnitt höchstens noch ein weiteres Kind bekommen.
http://www.tagesspiegel.de/politik/erdogan-will-abtreibung-verbieten/6701744.html
Deutsche Gynäkologen halten diese Auffassung übrigens für überholt. Soweit eine ständige medizinische Beobachtung erfolgt, seien 4-5 Kinder möglich.


Aktion:  Wahrung der Spermaqualität 

Türkische Regierung warnt vor engen Hosen
Die türkische Regierung hat die Männer des Landes vor Laptops und engen Hosen gewarnt - wegen möglicher Auswirkungen auf ihre Zeugungsfähigkeit.
http://www.rp-online.de/panorama/ausland/tuerkische-regierung-warnt-vor-engen-hosen-1.3062375


Aktion: Warnung vor dem Kurdenüberhang
Die Kurden und das Geburtenproblem in der Türkei
Im fernen Osten und Südosten der Türkei dagegen liegt die Geburtenrate bei 3,5 Kindern pro Frau. Die Gründe dafür sind wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Natur – es ist die am wenigsten entwickelte Region des Landes, zugleich sind die Möglichkeiten für Frauen begrenzter, gegen den Widerstand der patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen speziell bei den Kurden Zugang zu Bildung und beruflichen Chancen zu erlangen.
Die AKP weiß es nur zu gut: Ihr eigener Aufstieg wurzelte im demografischen, aber auch wirtschaftlichen Aufstieg konservativer, zentralanatolischer Muslime im Vergleich zu den säkularen, kinderarmen "Westlern”.
Erdogan hat in der Vergangenheit vor einer "katastrophalen Lage” gewarnt, wenn der demografische Trend bis zum Jahr 2038 ungebrochen anhält. Was er da genau berechnete, ist nicht bekannt.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article110793334/Die-Kurden-und-das-Geburtenproblem-in-der-Tuerkei.html

Nach alldem ist davon auszugehen, dass die bisherige 3-Kind Politik nicht wirtschaftlich, sondern vielmehr politisch motiviert war. Sollten wir uns in Deutschland daher Gedanken machen, wie hinsichtlich dieser Entwicklungen und Zusammenhänge die Politik der Türkei in Deutschland zukünftig aussehen könnte?

Bekanntlich lassen wir einige fremdstaatliche Institutionen/Organisationen, dazu zählen auch einige türkeistämmige deutsche Politiker, derzeit frei schwebend, unter Verletzung deutscher Souveränitätsrechte, gewähren. Bevor die Demografieentwicklung in Deutschland entscheidend, wenn überhaupt, beeinflusst sein könnte (Türkeistämmige machen derzeit nicht einmal 5% der Bevölkerung in Deutschland aus), könnte sich die Türkei (kurdischer Bevölkerungsanteil bei mindestens 20%) zwischenzeitig ethnisch gewandelt haben? 

Das Phänomen des wechselseitigen Verhältnisses von geringen Geburtenraten zum wirtschaftlichem Aufschwung eines Landes trifft die Türkei folglich wie jedes Industrieland. Da aber die Türkei mit seinen bald 80 Millionen Einwohnern noch nicht die Wirtschaftskraft der viel kleineren Niederlande erreicht hat, dürfte es nach dieser Logik noch viel Raum für eine geringere Geburtenrate in der Türkei geben.
Herrn Erdogan empfehle ich daher, nicht ein Mehr an Bunga-Bunga zu predigen, sondern zukünftig viel Geld in die Hand zu nehmen und in die östlichen Regionen sowie sozialen Strukturen zu investieren. Nur so scheint die Kurdenfrage für ihn lösbar, gleichgehende Mittel wie bei den Armeniern wird das post-osmanische Reich heutzutage nicht haben.

Oder wird die Herr Erdogan als Gegenmaßnahmen doch zuvor die Vielehe zulassen und das Mindestalter für eine Ehe absenken? Vielleicht macht er es auch wie wir Deutschen: mehr KITA-Plätze, mehr Kindergeld, Betreuungsgeld und für das Lebensnotwendigste importiert er noch die Hartz 4 Gesetzgebung.



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