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Donnerstag, 1. Oktober 2015

Madlen Vartian: Statement zur Christenfeindschaft - Medienhetze - CDU

Mein Statement zum barbarischen Brandanschlag an der Mar-Charbal-Kirche in Bethlehem und allgemein zu den Zuständen im sunnitisch-islamisch geprägten Teil der Welt löste in den sozialen Netzwerken teilweise hysterische Reaktionen aus.
Offenbar angetrieben von türkischen Hetz-Medien und unreflektiert aufgegriffen von Teilen der deutschen Medienlandschaft tobt schon seit Tagen in den sozialen Netzwerken eine denunziatorische Kampagne die sich gegen meine Person, gegen den Christlich-Alevitischen Freundeskreis der CDU (CAF), dem ich jahrelang als Sprecherin vorstand, und der armenischen Gemeinschaft Deutschlands, der ich angehöre.
Dabei geht es längst nicht mehr um den eigentlichen Inhalt meiner Aussage. Wer sich mit der Thematik befasst, erkennt sofort, dass meine Aussage keine Generalisierung darstellt, sondern gerade im Gegenteil eine Differenzierung der islamischen Welt (Schiiten, Sunniten u.a.) vornimmt und den Täterkreis sog. „islamistischer“ Taten, den ich mit scharfen aber zutreffenden Bezeichnungen versehe, offenkundig eingrenzt. Bei diesem Täterkreis handelt es sich überwiegend um Organisationen/Richtungen wie ISIS, Al-Kaida, Al-Nusra, der Salafismus und Wahabismus, die sich allesamt – und darauf muss ich hinweisen – als Ausprägungen eines Teils des Islams, nämlich des sunnitischen Islams verstehen.
Mit meinem Statement weise ich bewusst auf eine Kontinuität von Gewalt, Verachtung und Terror gegenüber Christen hin. Ob wir nun die Genozide und Christenverfolgungen in der Türkei, das “christenfreie“ Saudi-Arabien oder die Zustände im Irak oder Syrien nehmen: Hier sind vor allem sunnitische Muslime glaubensorientierte Täter bestialischer Grausamkeiten an Christen. Ich habe hingegen noch nie lesen müssen, dass Schiiten oder Alawiten christliche Kirchen überfallen oder Pogrome an Christen verübt haben.
Der Hass auf Christen beginnt aber nicht erst mit einem Brandanschlag oder einem Mord, sondern vielmehr durch die stillschweigende Duldung und damit zugleich Billigung eines Alltagsrassismus als Ausdruck einer tiefsitzenden Verachtung für die christlichen Werte und das christliche Erbe. Die von mir angeprangerte Verachtung und Feindschaft gegen Christen ist aber überwiegend Teil einer Erziehung und Sozialisation, sogar eines selbstverstandenen historisch-kulturellen Erbes. Ihre Verbreitung ist flächendeckend, ihre Ablehnung hingegen leider nur eine individuell-singuläre Entscheidung Einzelner, die keinerlei Einfluss auf den Mainstream erzeugt.
Es gibt in dieser Frage daher keine Unterscheidung zwischen „Moderaten“ und „Extremisten“, „Gläubigen“ oder „Säkularen“. Christenfeindschaft ist ein gesamtgesellschaftliches Problem in den sunnitischen Staaten, gegen das nicht vorgegangen wird.
Diese Aussagen, die ich verkürzt und zugespitzt über meinen Facebook-Account veröffentlicht habe, gefallen naturgemäß denjenigen nicht, die ihrerseits aus political correctness das Problem des Christenhasses ausblenden und sich einer Weichspülromantik vom Zusammenleben von Christen und Muslimen – auch in Deutschland - hingeben.
Hierzu zählen offenbar auch Teile der CDU. Denn würden sie den „Werten die, die CDU ausmachen“ (Peter Tauber) tatsächlich folgen, hätten sie längst rechtsradikale türkische CDU-Mitglieder (sog. „Graue Wölfe“) aus der Partei ausgeschlossen und Aufwartungsbesuche bei Islamisten (u.a. der „Milli Görüs“) und Rechtsradikalen („Türk Kültür Ocagi Brühl“) unterlassen. Stattdessen akzeptieren sie eine DITIB-Moscheegemeinde in Berlin-Neukölln, die auf ihrem Gelände Ehrengräber für Massenmörder an christlichen Armeniern unterhält, als Ansprechpartner.
Das die CDU hingegen auf meine erkennbar polemisch-zugespitzte Äußerung als einfaches CDU-Mitglied, die auf meinem privaten Facebook-Account gepostet wurde, dergestalt reagiert und sich damit an einer Hetzkampagne beteiligt, ist für mich der eigentliche Skandal.

Eure

Madlen Vartian
Rechtsanwältin
CDU-Mitglied



Donnerstag, 28. Mai 2015

Türken, Muslime und ihr verordnetes Geschichtsbild


Das renommierte Magazin "Der Hauptstadtbrief" veröffentlichte in seiner neuesten Ausgabe einen Beitrag unserer Kolumnistin Madlen Vartian. 


"Eine weitere Fremdwahrnehmung des Handelns der politischen Eliten gibt ebenso zu denken: Es geht um das anfängliche Nichthandeln, ja um das Unterbinden eines parlamentarischen Handelns zur Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern. Die Kölner Rechtsanwältin Madlen Vartian ist Stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Armenier in Deutschland e.V. und Sprecherin des Christlich-Alevitischen Freundeskreises der CDU. Für den HAUPTSTADTBRIEF beschreibt sie, wie politisch motivierte Genozidleugnung das Zusammenleben von Menschen türkischer und armenischer Herkunft in Deutschland beeinträchtigt. Der Völkermord an den Armeniern sei keine Sache für Geschichtsexperten – er konfrontiert Eltern von Kindern, die türkische Mitschüler haben, mit einer Vergangenheit, die nicht vergehen will, solange die muslimischen Verbände an der Indoktrination von Kindern in ihren Koranschulen festhalten.
Diese Inspiration für eine erfolgreiche Integration von Muslimen, vielerlei weitere Information über Deutschlands Politik und Wirtschaft, allerlei Hintergründiges über Berlins Kunst und Kultur, kurz mancherlei Wissen, das über den Tag hinaus trägt, finden Sie im HAUPTSTADTBRIEF 129, von dem ich hoffe, dass Sie ihn anregend finden werden."

Dr. Rainer Bieling 
Redaktionsdirektor


"In der Frage des Armeniergenozids wird deutlich, was für ein Geschichtsbild, welche Identifikationsangebote, welche Wertevorstellungen und was für ein Menschenbild die türkischen Verbände an die türkeistämmigen Zuwanderer vermitteln. Der Ruf nach kritischer Selbstreflexion, nach Aufarbeitung und Versöhnung mit der eigenen Geschichte – den Werten also, die nach dem Holocaust ein Konsens für ein friedvolles vereintes Europa geworden sind –, werden als Nestbeschmutzung und Vaterlandsverrat bewertet."
Zum Artikel: Wenn das Gestern durch das Heute geistert
http://www.derhauptstadtbrief.de/cms/index.php/component/content/article/108-der-hauptstadtbrief-129/829-wenn-das-gestern-durch-das-heute-geistert

Samstag, 23. Mai 2015

Ex-CIA-Direktor Porter Goss als Türkei-Lobbyist angeheuert

Die türkische Propaganda- und Leugnungsindustrie erlebt derzeit einen Aufschwung. Ankara erhöht Jahr um Jahr das Budget für Lobbyisten beträchtlich. Die jährlichen Kosten gehen inzwischen in die Milliarden.

Anders als zu früheren Zeiten hat die Anzahl der freiwilligen Befürworter für Erdogans Politik abgenommen.
Gepriesen wurde sie anfänglich als Politik der "neuen Türkei", die für Stabilität, Frieden und freundschaftliche Nachbarschaftspolitik stünde. Die NATO-Partner, vorneweg die USA, unterstützten die Türkei mit schweren Waffen, modernisierten mit deutscher Hilfe das türkische Militär und etliche Lobbygruppen in Washington, Brüssel und Berlin drangen darauf die Türkei noch stärker politisch und wirtschaftlich zu stärken und in die EU aufzunehmen. 

Doch dann besinnte sich Erdogan auf seine Wurzeln zurück und kehrte ab von der sog. "Annäherungspolitik" mit Armenien, heuchelte gute Beziehungen mit Assads Syrien und dem Mullahregime im Iran vor, unterstützte offen die Hamas in Gaza und die Muslimbrüder in Ägypten und diskreditierte Israel in der internationalen Gemeinschaft als Völkermörder, sowie die westliche Gemeinschaft als islamophobe Kreuzritter. Getreu nach dem Motto, Domus'dan post, Gavur'dan dost olmaz ("Aus einem Schwein gewinnt man kein Leder und einem Ungläubigen [Christen/Juden] keinen Freund") seien sich Muslime sich selbst die Nächsten.

Die Christen eignen sich aus Erdogans Sicht, so wie aus der Sicht vieler nationalistischer Türken, nur als Laufburschen der türkischen Politik. Also engagierte er den Ex-Direktor der CIA, Porter Goss, zum Lobbyisten für die Türkei in Washington. Waffen, Einfluss und Geld, sowie die Verhinderung der Anerkennung des armenischen Genozids durch Präsident Obama zählen zu den primären Zielen der Türkei in Washington. Diese lässt sich Ex-CIA Direktor Porter Goss so einiges Kosten. Sein Honorar dürfte weitaus höher liegen als das der Türkei-Lobbyisten und Ex-Repräsentanten Robert Livingston (12 Mio. $)  und Richard Gephardt (1.3 Mio. $). Schwarzzahlungen ausgenommen.  

In den USA besteht für derartige Tätigkeiten ehemaliger Bundesbeamter, Politiker u.a. eine Registrierungspflicht beim State Department. In Deutschland wäre eine solche Registrierungspflicht sicherlich sehr sinnvoll. Hier zum Dokument: 
"Former Central Intelligence Director Porter Goss is taking an unusual swing through the revolving door: He recently registered to lobby for the government of Turkey, according to forms filed with the Justice Department.
Goss registered through his new employer, Dickstein Shapiro, which has a longstanding relationship with the Turkish government." 
https://firstlook.org/theintercept/2015/05/08/former-cia-director-porter-goss-registers-lobby-turkey/


Montag, 20. April 2015

ZAD: Außenminister Steinmeier verharmlost türkischen Genozid an Armeniern



PRESSEMITTEILUNG

Köln, 20.04.2015

Außenminister Steinmeier verharmlost türkischen Genozid an Armeniern

Appell an Bundeskanzlerin Merkel den Völkermord anzuerkennen

Außenminister Steinmeier forderte in den vergangenen Tagen die Bundestagsfraktionen auf, den Genozid an den Armeniern nicht als solchen zu bezeichnen, um u.a. einen „Dialog zwischen Türken und Armeniern nicht zu gefährden“.

„Herr Steinmeier sollte endlich davon abkehren weiterhin als Advokat Ankaras aufzutreten. Diese Haltung unterstützt lediglich die aggressive türkische Politik gegenüber den christlichen Gemeinschaften in der Türkei“, sagt Dr. Nazareth Agheguian, Vorstandsvorsitzender des ZAD.

In Deutschland agieren indessen nationalistische und rechtsradikale türkische Verbände gegen die Anerkennung und Aufarbeitung des armenischen Genozids. Am 26.April findet zeitnah zum Gedenktag am 24. April in der Oberhausen-Arena eine Großveranstaltung mit 10.000 Anhängern der türkischen rechtsradikalen Grauen Wölfe („Ülkücü“) statt.

„Außenminister Steinmeier hat die politische Dimension der Genozidleugnung offenbar nicht verstanden. Seine außenpolitischen Konzessionen an Ankara fördern den türkischen Rechtsradikalismus in Deutschland“, sagt RA’in Madlen Vartian, stv. Vorsitzende des ZAD. „Seine Position ist unhaltbar und wird den Anforderungen an eine Zuwanderungsgesellschaft nicht gerecht.“

Der Vorstand des ZAD appelliert an die Bundeskanzlerin sich denjenigen Bundestagsabgeordneten anzuschließen, die den Genozid an den Armeniern am 24. April im Deutschen Bundestag anerkennen wollen.


Vorstand des Zentralrats der Armenier in Deutschland e.V.

Pressekontakt:

Madlen Vartian

stv. Vorsitzende des ZAD

Kontakt: 0221 – 16 86 3001

Mobil: 0178 – 81 81 002

Email: vorstand@zentralrat.org

Dienstag, 29. April 2014

Ansprache zum 24.April 2014 - Frankfurter Paulskirche Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V.

Von Madlen Vartian
Stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates der Armenier in Deutschland e.V

Verehrte Anwesende, liebe Mitglieder der armenischen Gemeinden, es freut mich sehr, Sie heute im Namen des Zentralrats der Armenier in Deutschland zum Gedenktag an die Opfer des Genozids von 1915/16 begrüßen zu dürfen.

Verehrter Herr Botschafter,Verehrter Herr Nietan,Verehrte Frau Dr. Platt, Lieber Herr Demir, Sehr geehrte Mitglieder des Bundestages und des Landtages Hessen,

Liebe Mitglieder der aramäischen und griechischen Gemeinden, deren Schicksal so eng mit dem unseren verbunden ist, mit denen wir in der Heimat Freude und Trauer und auch die Erfahrung der vernichtenden Gewalt des Völkermords von 1915 geteilt haben und die heute wieder neben uns in der Diaspora leben.

Verehrte Damen und Herren,
die heutige Gedenkstunde wird einigen Stimmen jener zerstörten Kultur selbst Ausdruck verleihen.

Sehr herzlich darf ich mich bedanken bei den Künstlern, dem Chor des Klosters Geghard aus Armenien und seiner Dirigentin Frau Anahit Papayan , die diese Gedenkfeier nicht zuletzt mit der Interpretation einiger Werke des Komponisten Komitas, der durch Deportation und den Völkermord gegangen ist und schwer traumatisiert wurde, musikalisch gestalten werden.

Ein besonderer Dank gilt Frau Franziska Junge, die sich kurzfristig bereit erklärt hat am heutigen Abend die Rezitation aus den Erinnerungen der Überlebenden zu übernehmen.
Frau Junge, im Namen des Zentralrats der Armenier in Deutschland möchte ich Sie sehr herzlich hier bei uns begrüßen und Ihnen danken.

Besonders herzlich bedanken möchten wir uns auch bei Frau Dr. Kristin Platt, die gemeinsam mit Herrn Prof. Dr. Mihran Dabag maßgeblich am Aufbau des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr Universität Bochum mitgewirkt und damit ein bis heute einzigartiges Forschungsinstitut im Bereich der Publikation und Diskussion internationaler Forschungen zu kollektiver Gewalt, Holocaust und Genozid, ihrer Vorgeschichte, Durchführungsstrukturen sowie ihrer generationenübergreifenden Folgen in Deutschland begründet hat.

Mein Dank gilt sehr herzlich ebenso Herrn Bundestagsabgeordneten Ditmar Nietan, der in seinem politischen Wirken und Engagement erhebliches für die deutsch-jüdische Erinnerungsarbeit leistet und dem Stiftungsrat der Stiftung für die internationale Jugendbegegnungsstätte Auschwitz vorsteht.

Es ist für uns eine große Ehre, dass Sie alle heute an dieser Gedenkstunde teilnehmen.

Verehrte Damen und Herren,
wir haben uns heute hier versammelt,
um jener zu gedenken,
jene zu ehren,
die Opfer des ersten Völkermords des 20. Jahrhunderts geworden sind.
Wir wollen der Opfer gedenken, von denen keine Gräber zeugen,
an denen wir trauern könnten.
Die Orte des einstigen armenischen Lebens sind für uns
– 99 Jahre danach – noch immer unzugänglich.

Als Kind der 3. Generation nach der großen Katastrophe haben nur wenige meiner Generation die Möglichkeit gehabt den Erzählungen der Überlebenden, unseren Großeltern und Urgroßeltern, unmittelbar zu erfahren.
Entweder weil wir zu jung waren, um sie zu verstehen oder weil sie ihr Leben lang schwiegen.
Als junge Erwachsene versuchen viele meistens vergeblich die Erzählungen unserer Groß- und Urgroßeltern von unseren Eltern, Onkeln und Tanten, zu erfahren.

Was viele von uns als Antwort ist in der Regel ein großes Schweigen.
Mein Großvater soll nie über die Zeit der Vernichtung mit seinen Kindern gesprochen haben.
Seine Kinder haben nie erfahren dürfen, was er im Einzelnen als 5-Jähriger erlebt hatte.
Lediglich eine Erinnerung teilte er mit: 

Als kleiner Junge soll er auf dem Schoss seines Vaters das armenische
Alphabet - das Ayp Pen Kim – gelernt haben.
Allein dieses Bild vermachte er seinen Kindern und Enkeln als Erbe.

Es ist jener Verlust, den er bildlich beschrieb. 
Den wir von Generation zu Generation neu verspüren.

Ich spreche nicht armenisch.
Ich schreibe nicht armenisch.
Ich lese nicht armenisch.
Selbst mein Familienname war bis vor einigen Jahren nicht armenisch, sondern türkisch.
Nach dem Willen des türkischen Standesbeamten hätte ich bei meiner Geburt in Deutschland sogar einen türkischen Vornamen erhalten sollen.
Verhindern konnte dies mein Vater allein dadurch, dass er den türkischen Standesbeamten mit seiner unorthodoxen Art schwer einschüchterte und auf meinen Vornamen bestand


Das armenische Leben können wir seit 1915 nicht frei von Erklärungen erzählen.
Denn jeder Versuch einer Rekonstruktion, jede Form von Erinnerung wird noch heute als feindseliger Akt gegen die Türkei interpretiert.
Es geht inzwischen so weit, dass sogar versucht wird die Erinnerung selbst als Akt gegen die „Versöhnung“ und des „Dialogs“umzuinterpretieren.
Die Vernichtung der Armenier soll eingeebnet werden in ein namenloses Sammelsurium von „tragischen Ereignissen“, welche allen osmanischen Bürgern „in der damaligen Zeit“ wiederfahren sei.
Premierminister Erdogan beschuldigte erst gestern in seiner Ansprache die Armenier, sie sollten nicht allein an ihr eigenes Leiden denken, sondern auch an das der muslimischen Bevölkerung in jener Zeit.

Forderungen nach einer Historikerkommission machen seit Jahren die Runde.
Die Republik Armenien und die Türkei sollen ihre Probleme unter sich klären, heißt es. 
Die Geschichte solle der „Versöhnung“ und dem „Dialog“ der beiden Völker nicht im Wege stehen, heißt es.

Doch von „Versöhnung“ ist in dieser „Versöhnungsrhetorik“ in der Regel nicht der Hauch einer Spur.
Unter dem Deckmantel positiver Begrifflichkeiten, die positive Assoziationen auslösen, wie „Dialog“, „Annäherung“ oder „Versöhnung“, wird vielmehr subtil der türkischen Propaganda der Weg nach Europa geebnet.

Freitag, 18. April 2014

Integrationsministerin Bilkay Öney leugnet den Völkermord an den Armeniern?

P R E S S E M I T T E I L U N G

Auf Youtube befindet sich seit Tagen ein auf türkisch geführtes Interview mit der derzeitigen Landesintegrationsministerin Baden-Württembergs, Bilkay Öney, in dem sie gegenüber einer türkischen Journalistin klarstellt, dass sie den Völkermord an den Armeniern nicht anerkenne, allerdings nicht bestreiten könne, dass ein Massenmord an den Armeniern in der
osmanischen Türkei 1915 stattgefunden habe.

„Die Integrationsministerin Öney soll Farbe bekennen und öffentlich mitteilen, ob sie den
Genozid an den Armeniern nun anerkennt oder nicht.“, erklärt Madlen Vartian,
stellvertretende Vorsitzende des ZAD. „Es stellt sich die Frage, ob sie nach den Reflexen
türkischer Nationalisten agiert oder eine verantwortungsvolle Integrationspolitik gestalten
möchte, in der eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, sowie eine
Abkehr von nationalistischen Selbstbildern gefordert und gefördert werden.“

Integrationsministerin Öney war in der Pflicht sich solidarisch mit dem Stadttheater Konstanz
zu zeigen als Mitte März türkische Nationalisten wegen eines Theaterstücks über den
armenischen Genozids („Das Märchen vom letzten Gedanken“ von Edgar Hilsenrath) auf die
Barrikaden gingen und der türkische Konsul in die Angelegenheiten des Theaters
intervenierte. Stattdessen schweigt sie bisher zu den Ereignissen.

Kontakt:
Tel: 0221 – 16 86 3001
Mobil: 0178 – 81 81 002


Presseberichte zu Integrationsministerin Bilkay Öney: 

Öney und der Völkermord

Intendant greift Ministerin Öney an

Montag, 30. September 2013

Befreiung von einem Namen, an dem Blut klebte


Ex iniuria ius non oritur (Aus Unrecht geht kein Recht hervor). Eine Kölner Stadtverwaltung weigerte sich nichtsdestotrotz zunächst, dem Antrag einer Armenierin stattzugeben, die ihren Familiennamen ablegen wollte, den die Türkei 1935 ihrer Familie aufgezwungen hatte. DIE WELT vom 28.9.2013 berichtet über den letztlich erfolgreichen Vorstoß Madlen Vartians, sich von ihrem ihr durch die Mörder des größten Teils ihrer Familie aufgezwungenen Namen Gülbeyaz zu befreien: http://www.welt.de/regionales/koeln/article120446954/An-meinem-Namen-klebte-Blut.html.