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Sonntag, 19. Juli 2015

Kurzkommentar: Wer unterstützt das Böse in Nahost?

Saudi Arabien - Strafe durch Auspeitschen
Wer würde auf die Idee kommen Saudi Arabien, Katar und die Arabischen Emirate als "moderate" islamische Staaten zu bezeichnen? Sie unterstützen seit Jahren Al-Kaida, ISIS, den Wahabismus und Salafismus in Europa und Nahen Osten, sowie diverse weitere sunnitische Terrororganisationen, die als Zellen überall in der Welt Folter, Vertreibung und Barbarei, kurzum Verbrechen an der Menschheit verüben. 

In Saudi-Arabien werden Andersdenkende, Homosexuelle oder Bibelinhaber kurzerhand mit dem Schwert enthauptet. Kirchen oder Synagogen existieren in dem Land nicht. Als Ausländer sollte man keine christlichen Zeichen mit sich führen. 

In diesen "moderaten" islamischen Staaten gilt das Recht auch nicht für Jedermann gleichermaßen. Hohe geistliche Würdenträger können sich beispielsweise mit 50.000,00 € von jeder Schandtat freikaufen, wie die tödliche Vergewaltigung einer 5-Jährigen durch den eigenen Vater - einem angesehenen Prediger - zeigt. 

Wer also kommt auf die Idee, diese Staaten als "moderat" zu bezeichnen und allein den Iran als "Reich des Bösen" zu verteufeln? 
Die Antwort: Möglicherweise diejenigen, die selbst Böses im Schilde führen! 

Es sind diejenigen, die an der derzeitige humanitäre Katastrophe in Nahost ihren größtmöglichen Nutzen ziehen und die Terroristen mit Waffen und Logistik unterstützen und sie in ihren Krankenhäusern gesund pflegen. 
Yeziden, Alawiten, Christen, liberale Sunniten, Humanisten, Demokraten sind ihre Opfer. In der Sprache dieser "moderate Muslims"-Propagandisten handelt es sich jedoch allenfalls um unbedeutende "Kollateralschäden."  

Als Mensch wünscht man sich, dass der größte "Kollateralschaden" irgendwann sie selbst und ihre "moderaten Freunde" trifft.  

“I believe that in the present time there is a widow of opportunity for Israel in order to try and pursue a new order in the Middle East,” Shavit said.
The former spy chief said that Sunni states like Egypt, Jordan, and the Gulf sheikhdoms share Israel’s suspicions about Iran, giving the Jewish state a de facto membership in the moderate camp.
“Iran is considered to be the adversary of all those countries that you mentioned, of Saudi Arabia, Egypt, Jordan and the Emirates,” Shavit said. “In other words, the more moderate Sunni Islam. And we are a member in this same camp."
'Iran nuclear deal opens window for Israel to join new Mideast order'
http://www.jpost.com/Middle-East/Iran-nuclear-deal-opens-window-for-Israel-to-join-new-Mideast-order-409462

"In Mosul, Shia shrines and mosques have been blown up, and in the nearby Shia Turkoman city of Tal Afar 4,000 houses have been taken over by Isis fighters as "spoils of war". Simply to be identified as Shia or a related sect, such as the Alawites, in Sunni rebel-held parts of Iraq and Syria today, has become as dangerous as being a Jew was in Nazi-controlled parts of Europe in 1940."
[...]
"Western governments traditionally play down the connection between Saudi Arabia and its Wahhabist faith, on the one hand, and jihadism, whether of the variety espoused by Osama bin Laden and al-Qa'ida or by Abu Bakr al-Baghdadi's Isis. There is nothing conspiratorial or secret about these links: 15 out of 19 of the 9/11 hijackers were Saudis, as was Bin Laden and most of the private donors who funded the operation."

Dienstag, 21. Oktober 2014

Aiman Mazyek - Ein Lakai radikaler türkischer Verbände

v.l.n.r: Bekir Alboga-DITIB, Erol Pürlü-VIKZ, Ali Kizilkaya-Milli Görüs, Aiman Mazyek-ZdM




















Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, dessen Stellvertreter aus dem rechtsradikalen türkischen Verband der Grauen Wölfe (ATIB) stammt, steht im Interview des Hessischen Rundfunk Rede und....Nichtantwort. 

Die gesamte Zeit die gleiche kaputte Platte: Schuld sind die Medien, die PKK, die Deutschen, aber nicht die radikalen Verbände in seinem Dachverband und nicht die Feindbilder türkischer und arabischer Zuwanderer gegen Christen und den Westen. Auffällig ist, wie abschätzig Mazyek über Kurden spricht. Die PKK habe zu Gewalt aufgerufen und als Reaktion hätten sich Neosalafisten gewehrt. Man beachte hier die Wortwahl Mazyeks. Die PKK, also die Kurden, stellt er als Aggresoren dar, während die Salafisten verharmlost werden. 

Diese Rhetorik gleicht denen türkischer Verbände und entspricht der Sprachregelung Ankaras. Seine türkische Ehefrau dürfte ihm Erdogans Reden regelmäßig übersetzen. 
Eins sei hier gesagt: In den islamischen Ländern des Nahen Osten herrschen Ressentiments und Verschwörungstheorien gegenüber dem Westen und der Christenheit. Eine Aufklärung und Aufarbeitung, sowie kritische Auseinandersetzung mit den vorherrschenden Ressentiments ist den Ländern des Nahen Ostens fremd. Selbst das NATO-Land Türkei verfolgt noch heute Christen, erklärt Armenier und Co. zu inneren Feinden, leugnet den Genozid an den Armeniern (manche rühmen sich sogar damit, Armenier, Yeziden u.a. abgeschlachtet zu haben), unterdrückt Kurden und unterstützt ISIS und Co. 
Diese Geisteshaltung gegenüber Christen, Juden und Andersgläubigen wird nicht an der deutschen Grenze abgelegt, sondern nach Deutschland hineingetragen. Der Konfliktimport rührt also nicht von den "Feinden der Türkei" - den Kurden, Armeniern und Co., wie uns Mazyek weißmachen möchte, sondern von den Unterdrückern und Radikalen, mit denen er sich in einer Reihe wähnt.  
Mazyek verwendet die Rhetorik der türkischen Verbände in Deutschland. Schürt die althergebrachten Feindbilder und zeigt nicht eine Spur von Selbstkritik.

Er vermittelt damit den Eindruck eine Marionette der türkischen Verbände zu sein. Ein deutsch-syrischer Lakai, der von der Bundesregierung hofiert wird, dürfte Ankara sehr gelegen kommen.

Hörenswert: Radio-Interview mit Mazyek (von hr-iNFO-Redakteuren Volker Siefert und Oliver Günther.)



Montag, 7. Januar 2013

Christenverfolgungen gehen uns was an!

"Merkwürdige Reaktionen auf mein Christen-Projekt versetzen mich in eine meditative Stimmung. Ich war mir bewußt, dass es Abwehrreaktionen hervorruft, über bedrohte Christen zu schreiben. Aber sie sind dann doch ein wenig sehr massiv ausgefallen.[...]
Ich habe auch zustimmende und ermutigende Reaktionen bekommen. Aber vielen ist das Thema unangenehm. Es stört ein Bild des arabischen Völkerfrühlings, es stört das muslimische Selbstbild (“wir sind historisch toleranter als die Christen” – was ja für viele Phasen stimmt, vor allem gegenüber den Juden), es stört das abendländische Selbstbild (“wir sind die Bösen, die Kolonisatoren, die Missionare, die Imperialisten”). Und dann: Man weiß einfach nicht, was man tun soll. Ist auch nicht einfach! Es ist nicht richtig, die verfolgten Christen des Orients als “welche von uns” zu vereinnahmen, denen “wir” helfen müssen, weil sie so sind wie wir. Das führt genau in die Falle der Umdefinition des orientalischen Christen als Fremden und Agenten des “Westens”. Nein, diese Christen sind nicht “wie wir”. Sie sind (auch theologisch) anders und gehören nach Ägypten, Syrien, Iran und in die Türkei, nicht ins westliche Exil. Die Mehrheitsgesellschaften müssen für sie kämpfen, weil sie ein Teil des vielschichtigen Gewebes des Orients sind. Es muss sich die Einsicht durchsetzen, dass der erzwungene Exodus der Christen eine Selbstverstümmelung des Orients ist. Ob das rechtzeitig so kommt – da bin ich sehr pessimistisch zurückgekehrt von meinen Reisen."

Warum uns die Christen des Nahen Ostens angehen
http://blog.zeit.de/joerglau/2013/01/04/warum-uns-die-christen-des-nahen-ostens-angehen_5828


Dienstag, 27. November 2012

Die Türkei spielt Osmanisches Reich

Die bunte Seite: Das osmanische Reich war zunächst multiethnisch und multireligiös.
Die dunkle Seite: Alle Völker mussten sich der Herrschaft des Islam unterwerfen. Dies führte über die Jahrhunderte unweigerlich zu einer Amputation der Kulturen und Assimilation der Völker. Regelmäßige Massaker, Denunziationen, Verfolgungen bestimmten den Alltag. 

Die Pluralität des Osmanischen Reiches war damit nicht Folge der osmanischen Herrschaft, sondern zunächst der Zustand nach der Eroberung der Gebiete. Ein Zustand, den es dann mit der Zeit zu überwinden galt.

Der Gründung der türkischen Republik war der Völkermord an den Armeniern und die Vertreibung und Pogrome an Griechen und Aramäern vorangegangen. Dies stellte die erste Etappe der Homogenisierung dar. Es galt die nicht-muslimischen Elemente zu vernichten. Die zweite Etappe war auf die Türkisierung gerichtet. Diese scheiterte allerdings an der Kurdenfrage.
Das Spielchen "Osmanisches Reich" krankt somit an der eigenen systemischen Instabilität der Türkei.

"Tatsächlich ist die Ausbreitung türkischer Interessen auf dem Balkan eine bislang viel zu wenig beschriebene Geschichte. Wirtschaftsbeziehungen, die teilweise mit wirtschaftlichem Druck einhergehen, sowie die Gründung türkischer Gülen-Schulen sind Vektoren dieses Vordringens."
Erdogan träumt von einem neuen Reich der Osmanen
http://www.welt.de/politik/ausland/article111529978/Erdogan-traeumt-von-einem-neuen-Reich-der-Osmanen.html

"Die Türkei führte nur, solange es keine anderen Führer gab. Damit ist die gesamte Politik eines "neo-osmanischen" Einflusses der Türkei an seine Grenze gestoßen.
Erdogan und Davutoglu sollten das bedenken – sie werden bald Hilfe brauchen bei neuen Krisen in Syrien, in der Kurdenfrage und im Irak. Ein etwas bescheideneres Auftreten wäre da hilfreich. Zuallererst vielleicht, indem sie im Verhältnis zu Israel wieder auf Dialog setzen."
http://www.welt.de/politik/ausland/article111403814/Die-Tuerkei-hat-ihre-Chance-auf-Macht-verspielt.html

"Extremisten in Paris, Tel Aviv und Washington” missverstünden den Konflikt zwischen Islam und dem Westen als einen zwischen Moderne und Tradition, und forcierten die "Moderne” – damit seien sie nicht besser als muslimische Extremisten, die ganz auf "Tradition” setzten. In Wahrheit gehe es um eine Abwägung und pragmatische Vermischung von Moderne und Tradition.
Islamkritik, so Kalin, sei heute ein Symptom repressiver Regime. Europa behandele seine Muslime schlecht und weigere sich, für seine muslimischen Minderheiten eine Kultur der Koexistenz zu schaffen.
Erdogan-Berater sieht gottlosen Westen als Verlierer
http://www.welt.de/politik/ausland/article109889050/Erdogan-Berater-sieht-gottlosen-Westen-als-Verlierer.html


Freitag, 3. August 2012

Tessa Hofmann - Islamisierung Syriens mithilfe der USA und Europas

Leserbrief von Dr. Tessa Hofmann, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Anerkennung e.V. an die Spiegel Redaktion:

Spiegel-Streitgespräch "Krieg ist nie fair", Nr. 31/2012

Warum liegen Herr Reuter bzw. der „spiegel“ in der Syrienberichterstattung so einseitig im US-amerikanischen Mainstream? Man kann Herrn Todenhöfer bzw. nun auch Kofi Anan nur beipflichten: Letzterer hat in dankenswerter Offenheit ausgesprochen, dass die USA (und ihre europäischen Verbündeten) ein islamistisches Regime in Syrien in Kauf nehmen, um den Iran zu schwächen. Syrien ist der vorletzte Schritt in der jahrelangen Destabilisierung des Nahen Osten, bei dem es um Sicherung von Erdölzufuhr und geostrategische Interessen geht, keineswegs aber, wie man uns weismachen will, um Demokratisierung. Dass nach Afg
hanistan, Irak und Ägypten religiöse Minderheiten und Andersdenkende die ersten Opfer diese US-geförderten Islamisierung sind, versteht sich von selbst.

Mit kritischerem Abstand und der gebotenen sachlichen Kompetenz kommentiert der Nahost-Experte Robert Fisk im britischen „Independent“:

(...) Has there ever been a Middle Eastern war of such hypocrisy? A war of such cowardice and such mean morality, of such false rhetoric and such public humiliation? I'm not talking about the physical victims of the Syrian tragedy. I'm referring to the utter lies and mendacity of our masters and our own public opinion – eastern as well as western – in response to the slaughter, a vicious pantomime more worthy of Swiftian satire than Tolstoy or Shakespeare. (http://www.independent.co.uk/opinion/commentators/fisk/robert-fisk-syrian-war-of-lies-and-hypocrisy-7985012.html).

Wir erwarten von Ihnen eine differenziertere Berichterstattung, fügen unseren Aufruf an die Bundeskanzlerin sowie den Präsidenten bei und empfehlen inzwischen Herrn Reuter folgendes Video:

Extralegale Hinrichtung eines Polizisten durch Kämpfer „Free Syria Army“: http://www.rt.com/news/syria-rebel-massacre-aleppo-627/

Dr. Tessa Hofmann
Vorsitzende
Arbeitsgruppe Anerkennung – Gegen Genozid, für Völkerverständigung e.V.

Sonntag, 22. Juli 2012

In the Middle East, the past is the present

"Turkey’s desire to champion human rights in the region is a welcome development, but Mr. Erdogan’s condemnation of Syria is remarkably hypocritical. As long as Turkey continues to deny crimes committed against non-Turks in the early 1900s, during the final years of the Ottoman Empire, its calls for freedom, justice and humanitarian values will ring false." 

Turkey’s Human Rights Hypocrisy