Donnerstag, 24. Juli 2014

Endlich Fatih Akin - Trailer zu "The Cut"

Der Trailer zu Fatih Akins Film "The Cut" ist endlich Online. Der Film handelt von einem taubstummen Armenier, der den türkischen Völkemord an den Armeniern überlebt und sich auf die Suche nach seinen verschleppten zwei Töchtern macht. 

Erstmalig wird "The CUT" bei den Filmfestspielen in Venedig (Beginn 27 August) vorgeführt werden. 

 Der Trailer weckt hohe Erwartungen. Wir dürfen gespannt sein. 


The CUT - Trailer


"Fatih Akin wird mit "The Cut" den Abschluss seiner "Liebe, Tod und Teufel"-Trilogie präsentieren. Die Hauptrolle übernimmt Shootingstar Tahar Rahim ("Le Passé"), allerdings soll sein Part ohne Text sein. Ursprünglich galt "The Cut" als Kandidat für den Wettbewerb von Cannes. Kurz bevor dort das Programm bekannt gegeben werden sollte, zog Akin seinen Film jedoch zurück - wohl um der Blamage einer offiziellen Ablehnung zu entgehen, wie sie zuletzt viele deutsche Regisseure in Cannes erlebten.

Filmfestspiele Venedig: Endlich Akin


"27 Ağustos’da başlayacak olan Venedik Film Festivali’nde yarışacak filmler açıklandı. Abel Ferrera, Alejandro Gonzalez Inarritu, Roy Andersson gibi önemli yönetmenlerin filmlerinin görücüye çıkacağı festivalde, Fatih Akın’ın uzun zamandır beklenen, 1915 Soykırımı’ndan kurtulan bir babanın hikayesini anlattığı ‘The Cut’ da Altın Aslan için yarışıyor."

Fatih Akın'ın 1915'le ilgili filmi Venedik'te görücüye çıkıyor

Samstag, 19. Juli 2014

Erdogan: "Israel verübt einen Völkermord" - Zusammenarbeit geht allerdings weiter...

Der vielleicht berühmteste türkische Premierminister der Welt, Recep Tayyip Erdogan, hat mal wieder zugeschlagen. Sein Opfer lautet wie so oft - Israel.

Israel würde versuchen die Palästinenser auszulöschen, übe Staatsterrorismus aus und würde sein unmenschliches Anlitz durch die Kindermorde von Gaza zeigen, polterte er.   

Scheinbar ist Erdogan zu den Menschenrechtler übergetreten, allerdings beschränkt sich seine Menschenliebe allein auf diejenigen, die von Israel drangsaliert werden und muslimisch sind. Die Vernichtung der Armenier, die Massaker an den Aleviten, die Unterdrückung der Kurden durch die Türkei sind für ihn eine Selbstverständlichkeit. Er befindet sich dabei in guter Gesellschaft, denn seit der Formung und Entstehung der Republik Türkei zählt die entsprechende Handhabung dieser "Angelegenheiten" zur staatlichen Tradition.  

Die aktuell von ISIS verübten Massenmorde an Alawiten und Christen in Syrien scheinen Erdo ebenfalls nicht zu stören. Im Gegenteil, die logistische und militärische Unterstützung sind den ISIS-Terroristen durch die Türkei gewiß.  
In diesem Punkt arbeiten Israel und die Türkei sogar zusammen. Denn die Terroristen werden großzügig durch Israel medizinisch versorgt und nach ihrer Kur an die syrische Grenze überführt, damit sie mit neuer Kraft die Massaker an der syrischen Bevölkerung fortsetzen können. 

Erdogan redet nicht gerne über diesen Umstand. Die Israelis allerdings schon, um der Türkei zu demonstrieren, dass sie im gleichen Boot sitzen und die gleichen Feinde haben würden. Feindbilder sind nämlich ein wichtiger Anknüpfungspunkt im türkisch-israelischen Verhältnis. Es schweißte sie in den 90er Jahren eng zusammen. Dann kam allerdings Erdo und verdarb polternd und schimpfend das Spiel. 

Es schmeckte ihm nicht, dass die Israelis argumentierten, dass die Palästinenser für die Israelis das seien, was die Armenier für die Türken darstellten. Es schmeckte Erdo auch nicht, dass die Israelis die Ereignisse um die Armenier im Jahre 1915 mit der heutigen Situation der Palästinenser verglichen. 
Dabei sollte die Message nur lauten: Türken und Israelis teilen das gleiche Schicksal. Die Israelis seien nämlich die Guten und die Palästinenser die Bösen. So, wie die Türken die Guten und die Armenier die Bösen seien. 

Der Schuss ging allerdings nach hinten los. 

Erdo und seinem Stab war diese jüdische Nähe und die durch Jerusalem propagierte schicksalhafte Verbundenheit zwischen Juden und Türken zu viel des Guten. Immerhin waren sie Muslime und die Israelis Juden. Die Türken verbaten sich daher jeden Vergleich und beschimpfen die Israelis seitdem als Völkermörder. Der israelische Premier schlägt - beleidigt von der Zurückweisung - wie immer zurück und lässt daran erinnern, dass dann auch die Vernichtung der Armenier ein Genozid sei. Wenn schon, denn schon! Wie du mir, so ich dir! 

Betrachtet man dieses hin und her objektiv, so ist sicher, dass Israel ebenso wenig auf der Achse des Guten steht, wie die Türkei. Die Hamas - der kleine Bruder Erdogans - ebenso wenig. 
Es ist schon bemerkenswert, dass Israel trotz der Schmähungen und Beschimpfungen weiterhin nachrichtendienstlich, wirtschaftlich und diplomatisch eng mit der Türkei zusammenarbeitet. Mögen sie öffentlich noch so sehr einander beschimpfen. Kein Grund zur Sorge also! 

"Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan hatte das Vorgehen der israelischen Armee gegen die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen als "Staatsterrorismus" und "Versuch des systematischen Völkermordes" bezeichnet."

Israel zieht Botschaftspersonal aus der Türkei ab
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/israel-botschaft-tuerkei-demonstration

Sonntag, 6. Juli 2014

NATO-Partner Türkei unterstützt Terror-Organisation ISIS


In der Türkei werden anreisende Terroristen aus Europa, Tschetschenien und Aserbaidschan unmittelbar am Flughafen in Adana oder Antakya abgeholt und mit Shuttle-Bussen in die Camps überführt, berichten die Einheimischen. In den Camps werden sie ausgebildet und darauf vorbereitet Nachts über die offene türkische Grenze nach Syrien einzudringen und die syrische Bevölkerung anzugreifen. Tagsüber kommen sie zurück in die Camps und ruhen sich aus. Verwundete werden in den eigens für die Terroristen eingerichteten Abteilungen türkischer Krankenhäuser behandelt. 

Die Türkei fördert terroristische Organisationen in der Region und unterstützt die systematische Vertreibung und Ermordung der syrischen Christen. Kessab, Aleppo, Maalula, Qamishli sind nur einige Beispiele. 

Die Türkei entwickelt sich zum Hort des Terrors. Ein Pakistan Kleinasiens 

"In Hatay können sich die Kämpfer unter den Augen des türkischen Geheimdienstes offen mit Ausrüstungsgegenständen für den Krieg eindecken. Frei zu kaufen sind auch offizielle Uniformen der Terror-Organisation ISIS. Der Terror-Experte Peter Neumann vom Londoner King’s College sagte FOCUS: „Die Türkei züchtet sich im Umgang mit diesen Islamisten ein Monster, das sie bald nicht mehr beherrschen kann.“
http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-28-2014-salafisten-kaempfer-werden-in-tuerkischen-krankenhaeusern-geheilt-und-gehen-zurueck-in-den-krieg-nach-syrien_id_3970048.html

Mittwoch, 2. Juli 2014

Gedenken der Opfer des Pogroms von Sivas


Anlässlich des 21. Jahrestages des djihadistischen Massenmordes in Sivas am 2. Juli 1993 weist die Alevitische Gemeinde Deutschland darauf hin, dass eine Reihe der Beteiligten an dieser Bluttat, denen die Flucht nach Deutschland gelang, bis heute weder in Deutschland noch in der Türkei belangt worden sind:

"Im Jahr 1993 trafen sich in Sivas Hunderte Menschen zu einem Kulturfestival zu Ehren des alevitischen Dichters Pir Sultan Abdal. Gemeinsam wollten sie ihren geschätzten Dichter feiern und sich seiner Werke erfreuen, doch der Tag endete für sie in Trauer und Entsetzen.

Während drinnen im Madımak Hotel Kulturbegeisterte und -schaffende, vorwiegend alevitischen Glaubens, friedlich feierten, versammelte sich vor dem Hotel eine religiös und politisch aufgewiegelte Menschenmenge. Bewaffnet mit Brandsätzen griffen sie das Hotel an. In dem aus Holz gebauten Gebäude breiteten sich die Flammen schnell aus. 33 Teilnehmende des Kultufestivals starben in dem Feuer ebenso wie zwei Angestellte des Hotels und zwei Täter.

Viele konnten das brennende Hotel nicht verlassen, weil der wütende Mob rings um das Hotel ihnen den Weg versperrte. Obwohl Polizei, Militär und Feuerwehr frühzeitig alarmiert worden waren, griffen sie erst nach rund acht Stunden ein. Das türkische Staatsfernsehen berichtete gleichzeitig stundenlang live vom Ort des Geschehens und zeigte vor laufender Kamera, wie Polizisten der wütenden Menschenmenge vor dem Hotel noch halfen und eine anrückende Militäreinheit sich wieder zurückzog.

Als Alevitische Gemeinde Deutschland gedenken wir dieser grauenvollen Tat und der vielen Opfer. Unsere Gedanken sind auch bei den Hinterbliebenen, die bis heute vergebens auf Gerechtigkeit und Anerkennung ihres Leids hoffen.

Die Strafverfahren gegen die Täter und Drahtzieher hinter dem Massaker zogen sich erst über Jahrzehnte hin, dann wurde im März 2012 – am 27. Verhandlungstag des seit 19 Jahren andauernden Verfahrens – das Verfahren gegen fünf Flüchtlinge (und zwei Tote) wegen Verjährung eingestellt. Gegen drei weitere Flüchtlinge läuft das Verfahren noch.

Obwohl in dieser Zeit bereits zahlreiche Personen wegen schwerer Brandstiftung, Massenmord und dem Versuch des Umsturzes des Staatssystems rechtskräftig verurteilt wurden, gelang einigen von ihnen noch in den 1990er Jahren die Flucht, u.a. nach Deutschland. Dort leben sie bis heute unbehelligt, teils als Illegale, teils als Familiennachzügler oder anerkannte Asylbewerber. Einem Täter wurde sogar die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen. Somit betrifft das Sivas-Ereignis auch Deutschland.

Während die Hinterbliebenen der Opfer zum Teil Tag für Tag mit ihrer heutigen Armut zu kämpfen haben, weil ihnen 1993 der Ernährer ihrer Familie genommen wurde, leben einige der Täter mittlerweile gut situiert im europäischen Exil.

Als Alevitische Gemeinde Deutschland wenden wir uns gegen das Vergessen und gegen die Relativierung und Verharmlosung von (staatlichen) Gewaltverbrechen.

Wir fordern daher die offizielle Anerkennung der Leiden der Opfer so vieler Pogrome und Ausschreitungen gegen Aleviten in der Türkei und die konsequente Verfolgung und Verurteilung der Täter. In Gedenken an die vielen Toten vom 2. Juli 1993 sollte das Madımak Hotel in Sivas in ein Museum und eine Gedenkstätte umgewandelt werden."

Sonntag, 29. Juni 2014

Armenische Gemeinde Köln: Kilicdaroglu ist nicht erwünscht

 
CHP-Vorsitzender Kilicdaroglu besucht DITIB Köln


Erklärung des Vorstands zum Besuch des Vorsitzenden der Republikanischen Partei der Türkei, CHP


Mit großem Befremden haben wir zu Kenntnis genommen, dass in zahlreichen türkischen Medien die Meldung verbreitet wird, dass der Vorsitzende der Republikanischen Partei der Türkei CHP, Herr Kemal Kılıçdaroğlu, im Rahmen seines Deutschlandaufenthalts auch die Armenische Kirche zu Köln besuchen würde.

Diese Nachricht, die auch über die E-Gruppe, verbreitet worden ist, ist unzutreffend. Zwar ist die armenische Gemeinde eindringlich angefragt worden, ob ein solcher Besuch möglich sei. Diese Anfrage ist seitens des Vorstands der Armenischen  Gemeinde Köln e.V. aber abgelehnt worden.

Der Besuch eines türkischen Politikers bei den Nachkommen der Überlebenden des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich setzt die Anerkennung dieser historischen Tatsache des Verbrechens voraus. Eine solche Anerkennung des Völkermords ist bei Herrn Kılıçdaroğlu wie auch bei der CHP insgesamt bisher nicht sichtbar.

Armenische Gemeinde Köln

Kontakt: 
Vorsitzende Minu Nikpay

Sonntag, 15. Juni 2014

Wie Israel 2005 gegen die Anerkennung des armenischen Genozids in Deutschland intervenierte

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Auswärtigen Amts (AA) erzählte mir vor kurzem, dass im Jahre 2005 während der Diskussionen um die Armenier-Resolution im Bundestag nicht nur Proteste und Druck aus der Türkei erfolgt seien, sondern auch von einer für ihn und dem AA völlig unerwarteten Seite - aus Israel.  

Shimon Peres, der derzeitige Staatspräsident und damalige israelische Vizeministerpräsident unter Ariel Sharon, habe verärgert bei der Bundesregierung angerufen und gegen die Thematisierung des armenischen Genozid  und seiner Anerkennung seitens des Bundestages protestiert. Peres habe behauptet, dass es in der Geschichte der Menschheit nur einen einzigen Genozid  gegeben habe und es sich bei diesem um den jüdischen Holocaust handele. Die Anerkennung der armenischen "Tragödie" als Genozid sei eine Relativierung des Holocausts. Der Holocaust sei singular. Die Deutschen würden den Holocaust relativieren. 

 Der israelische Botschafter habe Protestschreiben verfasst, etliche Vertreter jüdischer Organisationen hätten Gespräche mit diversen Bundestagsabgeordneten und dem Auswärtigen Amt geführt. Israelische Parlamentarier hätten teilweise wüste Schimpfschreiben an das AA adressiert.

Während ich von der Offenheit des ehemaligen Mitarbeiters des AA überrascht war, war dieser noch heute sichtlich schockiert von den heftigen Reaktionen aus Israel.

Diese Ereignisse liegen nun fast 10 Jahre zurück. In der Zwischenzeit sind die Armenier trotz aller Schmähungen, Agitationen und Lügen  in der Anerkennungsarbeit sichtlich vorangekommen. Der Zentralrat der Armenier in Deutschland arbeitet derzeit mit Hochdruck an der expliziten Anerkennung des Genozids an den Armeniern im Jahre 2015 durch den deutschen Bundestag.

Ich bin gespannt, ob Israel im nächsten Jahr erneut seine hässliche Seite zeigen und seine würdelose Politik der Leugnung und politischen Agitation gegen die armenische Diaspora in Deutschland fortsetzen wird. Vielleicht wird Shimon Peres - der Friedensnobelpreisträger, der Holocaustüberlebende - erneut beim AA anrufen und sich bei den "bösen" Deutschen darüber beschweren, dass sie der "unbedeutenden" Armenier gedenken und einen anderen Genozid als den Jüdischen anerkennen. Auf den israelischen Beitrag zum 100.Gedenktag des Völkermords an den Armeniern im nächsten Jahr dürfen wir uns wohl auf einiges gefasst machen. 

Mein Artikel zur Jüdischen Diaspora und der Genozidleugnung aus dem Jahre 2007 scheint noch immer hoch aktuell zu sein. 

Mittwoch, 11. Juni 2014

Miloš Zeman lässt sich von antidemokratischen Kriminellen der OIC nicht einschüchtern


prag aktuell, 10.6.2014:

"Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman wird sich nicht für seine Ende Mai gemachten Äußerungen entschuldigen, in denen er den Islam selbst und nicht nur dessen falsche Auslegung durch Extremisten als ursächlich für Terror und Gewalt in der Welt brandmarkte.

Das berichtet heute die Online-Ausgabe der in Prag erscheinenden Tageszeitung Mladá fronta Dnes unter Berufung auf den Sprecher des Präsidenten, Jiří Ovčáček.

Eine Entschuldigung für die Aussagen zum Islam hatte dieser Tage Iyad bin Amin Madani (Foto), der Generalsekretär der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (Organisation of Islamic Cooperation - OIC) vom tschechischen Staatsoberhaupt verlangt.

Er reagierte damit auf eine Ansprache Miloš Zemans, die dieser am 26. Mai anlässlich einer Feier zum Unabhängigkeitstag des Staates Israel im Prager Hotel Hilton gehalten hatte.

'Der Herr Präsident wird sich entschieden nicht entschuldigen. Denn der Herr Präsident würde eine Entschuldigung für das Zitieren eines heiligen islamischen Textes als Gotteslästerung erachten', zitiert iDnes.cz den Präsidentensprecher heute.

Gemäß dem auf der Webseite der 'Burg' veröffentlichten Redetext hatte Zeman am 26. Mai in Bezug auf den von religiösem Hass motivierten Terrorismus gesagt: 'Ich lasse mich nicht von Erklärungen beruhigen, dass es sich nur um kleine extreme Gruppen handelt, ich vermute im Gegenteil, dass diese Xenophobie und sagen wir dieser Rassismus oder Antisemitismus aus den eigentlichen Grundlagen der Ideologie hervorgeht, auf die sich diese fanatischen Gruppen stützen. Und erlauben Sie, dass ich als Beweis dieser Behauptung einen der heiligen Texte zitiere: "Der Baum ruft, hinter mir versteckt sich ein Jude, gehe und töte ihn. Der Stein ruft, hinter mir versteckt sich ein Jude, gehe und töte ihn."'

Aktueller Anlass für Miloš Zemans Aussagen zu Islam und Terrorismus waren der Anschlag im jüdischen Museum in Brüssel und die Entführung von 200 christlichen Mädchen in Nigeria durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram.

In einer am 5. Juni veröffentlichten Stellungnahme hatte die OIC-Menschenrechtsorganisation (IPHRC) die 'herabwürdigen Anmerkungen des Staatspräsidenten der Tschechischen Republik gegenüber dem Islam verurteilt' und ihre 'tiefe Besorgnis und starke Enttäuschung über das islamophobe Statement' ausgedrückt.

Zemans Äußerungen basierten auf 'Stereotypen gegenüber dem Islam', sie seinen 'konzeptuell falsch, faktisch falsch und irreführend'."

Samstag, 24. Mai 2014

Kein Unbedenklichkeitszeugnis

Mit Bedauern haben wir zur Kenntnis genommen, dass meine Stellungnahme zum SPD-Europawahlkampf (DIG-Hochschulgruppe Rostock warnt vor Relativierung des Neonazismus im SPD-Europawahlkampf, PM vom 29.4.2014) als eine Art 'Unbedenklichkeitszeugnis' für die Alternative für Deutschland (AfD) aufgenommen wurde. Uns in dieser Richtung zu positionieren, lag jedoch nie in unserer Absicht. In der in Rede stehenden PM sollten Tendenzen zu einer Verharmlosung des Neonazismus thematisiert werden, keineswegs jedoch wollten wir das Programm oder die Wahlkampfauftritte der – nichtneonazistischen – AfD für in Gänze unproblematisch, harmlos oder dergleichen darstellen.

An dieser Stelle sei daher darauf hingewiesen, dass wir Wahlkämpfe, die in bewusst polemischer Zuspitzung einwanderungspolitischer Debatten auf dem Rücken von Einwanderern ausgetragen werden, in jedem Fall für politisch inakzeptabel halten. Dies gilt auch für AfD-Parolen wie „Einwanderung ja – aber nicht in unsere Sozialsysteme“. Wir halten es für alarmierend, dass außerhalb des neofaschistischen oder ultrarechten Spektrums (erneut) durch Kampagnen dieser Art durchaus „erfolgreich“ Wähler mobilisiert werden konnten und können. Das gleiche gilt für die Vermengung berechtigter Kritik an undemokratischen Strukturen der Europäischen Union mit einer realitätsfernen Viktimisierung Deutschlands („Washington spioniert. Brüssel diktiert. Berlin pariert“), wodurch zumindest indirekt feindselige Einstellungen eines Teils der deutschen Bevölkerung gegen andere europäische Völker begünstigt werden. Schließlich beobachten wir mit Sorge die Neigung von Teilen der AfD zu einer Heroisierung von „Tabubrechern“ wie Thilo Sarrazin oder Akif Pirinçci, welche mit ihrem „Man-wird-doch-wohl-noch-sagen-dürfen“-Gestus strukturell nicht weit von den antiisraelisch-antisemitischen Agitatoren gegen einen vermeintlichen deutschen „Schuldkult“ entfernt sind.

Fernab einer Dämonisierung der AfD im populistischen Kontext des Anti-„Rechtsruck“-Europawahlkampfes der SPD, der der Gegenstand unserer PM war, erscheint es uns nicht nur als legitim, sondern auch als dringend geboten, sich kritisch mit Kampagnen auseinanderzusetzen, die substantiell gegen die Normen und Prinzipien einer offenen Republik gerichtet sind.

Daniel Leon Schikora

Freitag, 23. Mai 2014

CAF: Schürt Ankara Konflikte in Deutschland?


Pressemitteilung

In Istanbul sind bei Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und der Polizei mehrere Demonstranten schwer verletzt worden. Die türkischen Polizeikräfte attackierten dabei ein Cem-Haus, in dem eine Trauerzeremonie für den getöteten 13-Jährigen Berkin Elvan gehalten wurde. Der Alevit Ugur Kurt wurde dabei in den Kopf geschossen und verstarb.


"Auch wenn noch nicht eindeutig geklärt ist, wie es letztendlich zu diesem tödlichen Schuss kam, wirkt es wie eine Drohgebärde gegen die alevitische Gemeinschaft. Politische Partizipation und Aufmüpfigkeit im Ausland werden mit Gegenreaktionen im Inland geahndet, heißt die Botschaft derzeit aus Ankara", sagt Ali Yildiz, Sprecher des Christlichen-Alevitischen Freundeskreises der CDU. Es werden psychologische Hürden aufgebaut, und die Ausübung elementarer Menschenrechte in Deutschland wird verhindert, wenn sich ein Demonstrant in Deutschland fragen muss: "Soll ich ein Menschenleben riskieren, weil ich friedlich auf der Straße demonstrieren gehe?". Die berechtigte Sorge besteht, dass die ohnehin bestehenden Konflikte in Deutschland noch weiter verstärkt werden.

"Der Einsatz für Bürgerrechte und Freiheiten der im Ausland lebenden Aleviten ist nicht ohne Risiko für die Hinterbliebenen in der Türkei. Denn sie werden verstärkt Opfer staatlicher Gewalt und Denunziation“, erklärt Madlen Vartian, Sprecherin des Christlichen-Alevitischen Freundeskreises der CDU. „Wir kennen diese Einschüchterungsmaßnahmen Ankaras bereits im Falle der armenischen Gemeinschaft. Der staatlichen Gewalt gegen die Gemeinschaft im Inland, folgt die Denunziation der Diaspora im Ausland. Erdogan kündigte bereits im Vorfeld an, dass er mit Bundeskanzlerin Merkel über die „spalterischen“ Umtriebe einer handvoll Aleviten sprechen wolle.“

Festzustellen ist, dass erst die finanzielle Unterstützung aus Deutschland den Weg sowohl für Tayyip Erdogan, als auch seinem politischen Ziehvater Necmettin Erbakan ebnen konnte. Erdogan stammt aus der Milli Görüs-Bewegung und steht der ihr in ihrer alevitenfeindlichen und antisemitischen Gesinnung in nichts nach, wie zahlreiche Aussagen inzwischen belegen.
Zu lange hat man die Ableger türkischer Parteien in Deutschland gewähren lassen, die vornehmlich das Ziel verfolgen, die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland als Instrumente Ankaras zu missbrauchen und eine Integration zu verhindern.


Mittwoch, 21. Mai 2014

COLONIA INTERNATIONAL - Frischer Wind in Köln

Sonntag ist Wahltag! Erstmals hat sich für die Kölner Integrationsratswahlen eine Liste aus Christdemokraten mit armenischer, griechischer und aramäischer Zuwanderungsgeschichte zusammengefunden, die für die kommenden Integrationsratswahlen für sich wirbt. 
Unsere Kandidaten Jaklin ChatschadorianMinu Nikpay, Arlet AzadianIbrahim AliciSamwel Lulukyan,Vasilis Pavegos sind mitten im Wahlkampf und setzen sich, "für ein starkes Köln" ein und machen eine Kampfansage an all' jene, die das "friedliche Miteinander stören" wollen und nationalistische und rechtsradikale Gesinnungen in Köln propagieren.
Die Kölner Wähler und Gemeindemitglieder sind aufgefordert am Sonntag für COLONIA INTERNATIONAL ihr Kreuz zu setzen. 

Wir wünschen unseren Kandidaten viel Erfolg!! 

Zur FB-Hompage:
https://www.facebook.com/coloniainternational?fref=ts

Sonntag, 18. Mai 2014

Unwidersprochene Fakten

Great mosque in Khartum, Sudan Autor: Bertramz
Das sind die Fakten des Falles: Ein sudanesischer Muslim heiratet eine äthiopische Christin. Sie kriegen eine Tochter. Der Mann verlässt seine Familie früh. Das Mädchen wächst mit ihrer Mutter im christlichen Glauben auf. Sie heiratet einen Christen und gebärt ihm einen Sohn, der nun 1,5 Jahre alt ist. Sie wird zum zweiten mal schwanger. Nun wird ihr Abkehr vom Islam vorgeworfen. Als Tochter eines muslimischen Mannes sei sie automatisch Muslimin. Es wird ihr Ehebruch vorgeworfen. Als Muslimin dürfe sie keinen Christen heiraten. Sie möchte weiter als Christ leben. Sie wird hochschwanger zu hundert Peitschenhieben und anschließend zum Tode durch Erhängen verurteilt.

Mariam Jahia Ibrahim Ishak, 27 Jahre, erwartet mit ihrem Sohn und dem ungeborenen Kind im sudanesischen Khartoum auf die Vollstreckung ihrer Strafe. Eventuell wird das Gericht die Vollstreckung bis zum Abstillen des Kindes aussetzen. Das sind die Fakten des Falles. Und sie werden von keinem Multikulturalisten, keinem Moralrelativisten, keinem ,,Wir haben uns alle lieb"-Friedensaktivisten abgestritten. Das sind die Fakten des Falles. Und sie sind unwidersprochen.

Was soll ich von einer Theologie halten, in der ein muslimischer Mann eine christliche Frau haben darf, aber eine muslimische Frau keinen christlichen Mann? Was soll ich von einer Religion halten, in der ein Christ Muslim werden darf, aber ein Muslim für den Glaubenswechsel zum Christentum mit Todesstrafe belegt wird? Was soll ich von dem Islam halten, das offensichtlich im Keim auf systematische Benachteiligung anderer Religionen angelegt ist? Kann man von diesem Glaubenskonstrukt erwarten, sich friedlich in eine multikulturelle, postmoderne Welt einzugliedern?

Es gibt einen Clash of Civilazations. Und der Westen hat seine Grundpfeiler so ausgehöhlt, dass es ohne eine griechische Katharsis dem Kampf schutzlos ausgeliefert ist. Wer nicht aufsteht, die Grundfeste des Westens wie politische Selbstbestimmung, Individualismus mit Menschenrechten, Demokratie, Rationalismus und wissenschaftliches Vorgehen zu verteidigen, der ist entweder naiv, oder fahrlässig. Und dann würden wieder neue Mariam Jahia Ibrahim Ishaks geschaffen. Dann hörten wir wieder von unwidersprochenen Fakten.

Dienstag, 13. Mai 2014

Hässliche Deutsche für "Europa"


Nicht nur für einen Ideologiekritiker, sondern auch in der Perspektive eines biederen republikanisch-antifaschistischen Feuilletonismus müssen die EuropawahlkämpferInnen der SPD, der Grünen und der Piraten als ein außerordentlich unerquicklicher Gegenstand erscheinen: An ihnen gibt es nichts vorzuführen, nichts zu "entlarven", denn diese Leute sehen wie Nazis aus, reden wie Nazis, verehren Wehrmachts- und SS-Veteranen wie Schmidt und Grass und bekennen sich zur Unterstützung junger Nazi-Terroristen in Kiew und Odessa.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Fundstück: 10 Jahre Gefängnis, 1000 Peitschenhiebe und 200.000 € Strafe

Kingdom_Tower_2005. Mr.Foto
Während hierzulande Multikulturalisten die Gleichwertigkeit aller Kulturen zu ihrem Grundsatz erheben, werden in manchen Kulturen jene bestraft, die die Gleichheit aller Menschen unabhängig von Kultur und Religion proklamieren.

Die Universitäten sollten vielleicht aufhören, ,,social studies", ,,humanity studies", ,,gender studies" anzubieten. Dann sähen vielleicht auch die Multikulturalisten ein, dass es eben doch einen Unterschied ausmacht, in welchem Kulturkreis man wofür und wie bestraft wird.

Diese drakonische Strafe erhält der Blogger Badawi nämlich, weil er:

"... theologische Grundsatzfragen erörterte [...]. Badawi habe Muslime, Christen, Juden und Atheisten als gleichwertig bezeichnet - das dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben, forderte Barrak. [...] Das Auspeitschen ist in Saudi-Arabien eine übliche Bestrafung. Die Schläge werden in der Regel in Etappen verteilt - zumeist auf den Rücken. Laut dem erstinstanzlichen Urteil sollte Badawi viermal 150 Peitschenhiebe erhalten - wie die Aufteilung der tausend Schläge aussieht, ist bislang nicht bekannt."

Vielleicht 2x500, oder 4x150 + 2x200, oder 2x300 + 400. Ach, alles ist ja gleich.

Samstag, 3. Mai 2014

Aserbaidschan verfolgt Menschenrechtler

In der Diktatur Aserbaidschan haben Menschen, die sich für Völkerverständigung, Frieden und Menschenrechte einsetzen einen sehr schweren Stand. So kann es passieren, dass man in ständiger Angst lebt, festgenommen, gefoltert und ermordet zu werden. 
Es kann aber auch passieren, dass das Regime mit Bulldozern anrückt, um das traute Heim einzureißen.
Dies alles ist der Menschenrechtlerin Leila Junus und ihr Ehemann in Baku erlebt. Der Ehemann erlitt jetzt einen Herzinfarkt. Leila Junus lebt in Angst. 
Die Empörung in Deutschland hält sich in Grenzen. Hauptsache das Erdgas fließt bald, ob dabei Menschen zugrunde gehen oder nicht. 
"In der vergangenen Woche wurde der regimekritische aserbaidschanische Journalist Rauf Mirkadyrow, der für die russischsprachige Tageszeitung Zerkalo die letzten drei Jahre als Korrespondent in der Türkei gearbeitet hatte, festgenommen. Mirkadyrow, der sich ebenfalls für einen Dialog zwischen Armenien und Aserbaidschan einsetzt, wird der Spionage und des Hochverrats beschuldigt. Das bedeutet eine lebenslange Haftstrafe."

Willkür gegen Menschenrechtlerin 

DIG-Hochschulgruppe Rostock warnt vor Relativierung des Neonazismus im SPD-Europawahlkampf


Pressemitteilung der DIG-Hochschulgruppe Rostock vom 29.4.2014:

Zu der SPD-Podiumsdiskussionsveranstaltung „Europa vor dem Rechtsruck? - NPD und AfD nach der 3%-Hürde“, die am 26. April 2014 unter Beteiligung von Bundesministerin Manuela Schwesig in Rostock stattfand, erklärt der Geschäftsführer der Hochschulgruppe Rostock der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Daniel Leon Schikora:

„Dass die Rostocker SPD im Rahmen des Europawahlkampfes ihrer Partei so weit geht, demokratische Konkurrenten mit Blick auf deren europapolitische Positionen in die Nähe einer neonazistischen Partei wie der NPD zu rücken, sollte jeden alarmieren, dem an der Förderung eines Konsenses der Demokraten im Kampf gegen antidemokratische, rassistische und antisemitische Tendenzen in unserem Land gelegen ist. 

Die Neonazis der NPD treten kontinuierlich durch eine wüste Hetze gegen Juden, 'Ausländer' und politische Gegner hervor. Dahingegen sieht sich die Alternative für Deutschland (AfD) im aktuellen Europawahlkampf einer bundesweiten Kampagne militanter Feinde des demokratischen Verfassungsstaates ausgesetzt, die vor gewalttätigen Angriffen auf Eigentum und körperliche Unversehrtheit ihrer politischen Gegner nicht zurückschreckten. Wer behauptet, zwar unterscheide sich die AfD von der extremistischen NPD in ihren Mitteln, sie vertrete jedoch offensichtlich gleiche Ziele wie die Extremisten, erklärt auf diese Weise das politische Handeln der demokratischen Konkurrenten letztlich für illegitim und muss sich fragen lassen, ob er nicht bewusst und gezielt das Treiben von Extremisten begünstigt, die, wo es um den Kampf gegen 'Rechtspopulisten' und 'Europafeinde' geht, es mit Recht und Gesetz nicht allzu genau nehmen.

Was jedoch noch weitaus schwerer wiegt, ist die Bagatellisierung mörderischer rassistischer und antisemitischer Ideologien der Neonazis. Deren parteipolitische Heimat ist die NPD, nicht die AfD. Antisemitische Hetze geht hierzulande von deutschen Neonazis, Islamisten, türkischen und arabischen Nationalisten und bestimmten radikalen Linken aus. Von der AfD Mecklenburg-Vorpommerns sind uns keine Äußerungen bekannt, die irgendwie vergleichbar wären mit den Auslassungen des SPD-Politikers Dr. Norbert Nieszery über einen deutschen 'Schuldkult' im Zusammenhang mit der berechtigten Kritik an dem antiisraelischen 'Gedicht' des einstigen SS-Mitglieds Günter Grass im Frühjahr 2012.“

Fehlende Distanz zu Kooperation mit ukrainischen Neonazis

Die DIG-Hochschulgruppe stellt mit Bedauern fest, dass in der Podiumsdiskussion vom 26. April weder Ministerin Schwesig, noch die Spitzenkandidatin M-V für die Wahl des Europäischen Parlaments, Iris Hoffmann, gegen eine Kooperation der deutschen Regierung und der EU-Organe mit ukrainischen Neonazis Stellung zu nehmen bereit waren. Ministerin Schwesig wurde in der Podiumsdiskussion auf die Ukrainepolitik Außenminister Frank-Walter Steinmeiers angesprochen: Wie ist es mit der in Schwesigs Grußwort angeführten besonderen historischen Sensibilität deutscher Sozialdemokraten vereinbar, dass ein sozialdemokratischer deutscher Chefdiplomat in der Ukraine auch mit einem Neonazi wie dem „Swoboda“-Chef Oleg Tjagnibok zwecks Neubildung einer Regierung verhandelte und sich zudem ostentativ mit diesem fanatischen Antisemiten ablichten ließ? Schwesig räumte zwar ein, dass es tatsächlich bedenklich sei, mit „Swoboda“ zu kooperieren, rechtfertigte dieses Handeln jedoch unter Hinweis auf das diplomatische Ziel einer Deeskalation und strich heraus, dass es darauf ankomme, die anstehenden „freien Wahlen“ zu garantieren. Iris Hoffmann nahm zu diesem Komplex nicht Stellung.

Schikora gibt zu bedenken, „dass die Propagierung des Kampfes gegen einen 'Rechtsruck' in 'Europa' in einem unüberbrückbaren Gegensatz steht zum offenkundigen Einverständnis mit einer Politik der Begünstigung des Faschismus in einem der größten europäischen Länder, das an die EU grenzt, und dessen Beitrittsperspektive gern im Munde geführt wird. Mehr noch: Letztlich erscheinen die Dämonisierung von Demokraten als 'Europafeinden' und die Rechtfertigung der Kooperation mit tatsächlichen Neonazis als zwei Seiten einer Medaille: Wo heute umstandslos die AfD gewissermaßen für eine NPD light erklärt wird, ist nicht auszuschließen, dass - in ebendieser Logik - morgen die NPD den Ruf einer etwas radikaleren AfD erlangt. Jedenfalls stellt für uns jedweder Versuch, Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus zu relativieren, ein No-Go dar.“